Magenschleimhaut-Entzündung Pferd

18.08.2017

Magenschleimhautentzündung beim PferdMagenprobleme beim Pferd sind mittlerweile in aller Munde. Sie belasten nicht nur das Wohlbefinden des Pferdes sondern schränken auch seine Leistungsfähigkeit ein und können hohe finanzielle Belastungen für den Besitzer verursachen. Lesen Sie in diesem MASTERHORSE-Expertentipp, wie es zu Entzündungen der Magenschleimhaut kommt und wie Sie dieser Erkrankung effektiv vorbeugen können.

Magenschleimhautentzündung beim Pferd - eine Form von Magenproblemen

Die Abkürzung „EGUS“ steht für „Equine Gastric Ulcer Syndrome“ und fasst verschiedene Magenproblematiken des Pferdes zusammen. Die Magenschleimhautentzündung (Gastritis) ist eine dieser Erkrankungen und betrifft weitaus mehr Pferde, als die meisten Besitzer annehmen.

Viele glauben, es handele sich bei Magenproblemen um eine typische Sportpferdeerkrankung, die den eigenen Freizeitpartner nicht betrifft. Doch schon im jungen Fohlenalter weist ungefähr die Hälfte aller Pferde erstmals Schäden an der Magenschleimhaut auf. Das zeigte eine Untersuchung des amerikanischen Tierarztes Michael J. Murray 1990.

Auch wenn Sportpferde besonders häufig an Magenschleimhautentzündungen leiden, handelt es sich beim Freizeitpferd keineswegs um ein seltenes Krankheitsbild. Studien zeigen, dass bis zu 70% der freizeitlich genutzten Pferde ebenfalls Magenprobleme haben. Häufig übersehen Pferdebesitzer jedoch die undeutlichen Symptome einer Magenschleimhautentzündung und unterschätzen Risikofaktoren in Haltung, Fütterung und Training. Das kann dazu führen, dass sich aus der unentdeckten Gastritis ein Magengeschwür entwickelt.

Bei einem Verdacht auf Magenprobleme kann der Tierarzt eine Gastroskopie (Magenspiegelung) durchführen, in der er alle Teile des Magens betrachtet und Veränderungen feststellen kann. Vermehrt durchblutete und dadurch gerötete Bereiche weisen auf entzündliche Prozesse hin. Ist die Schleimhaut entzündet aber noch weitgehend intakt, spricht man von einer Magenschleimhautentzündung. Zeigen sich tiefere Verletzungen und Zubildungen der Schleimhaut, handelt es sich bereits um ein Magengeschwür.

Ursachen der Magenschleimhautentzündung

So verschieden die Pferde sind, die unter Magenproblemen leiden, so vielfältig können auch die Ursachen einer Gastritis sein. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Magenproblemen im vorderen Bereich des Magens, zu denen es durch einen vermehrten Kontakt von saurem Mageninhalt und Schleimhaut bzw. durch eine Schwächung der Schutzmechanismen der Magenschleimhaut kommt, und Veränderungen im Bereich des Magenausgangs, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind und deren Behandlung sich schwieriger gestaltet.

Für Probleme im vorderen Magenbereich sind zum Beispiel Fütterungsfehler verantwortlich. Lange Fresspausen und zu geringe Heumengen lassen den Magen durch die fehlende Neutralisation des Speichels übersäuern, wodurch es zu einer Schädigung der empfindlichen Magenschleimhaut kommen kann. Diese beiden Faktoren lassen sich jedoch leicht objektiv messen und optimieren.

Ein wichtiger Risikofaktor für Magenprobleme ist Stress, durch den es zu einer verminderten Durchblutung des Magen-Darm-Traktes kommt. Dies führt nicht nur zu einer reduzierten Schleimschutzschicht auf der Magenschleimhaut, sondern auch zu einer verlangsamten Reparatur von Schleimhautschäden. Stressfallen lauern im Alltag des Pferdes an jeder Ecke. So gibt es keine Haltungsform, die ein Garant für ein möglichst stressfreies Pferdeleben ist. Sowohl stundenlanges Stehen in der Box ohne freien Sozialkontakt als auch das ständige Verscheuchen durch Ranghöhere in einer Gruppenhaltung können für das Pferd erheblichen Stress bedeuten und ihm sprichwörtlich auf den Magen schlagen.

Im Training können zu hohe Anforderungen ebenfalls dazu führen, dass das Pferd dauerhaft unter Strom steht. Neben Stress beim Reiten kann auch das Training selbst das Risiko von Magenproblemen erhöhen: je stärker die körperliche Belastung des Pferdes, desto wahrscheinlicher ist auch das Auftreten von Magenschleimhautentzündungen.

Vor allem während der Bewegung in höheren Gangarten kommt die Magensäure bzw. der saure Mageneinhalt in Bewegung und kann so Magenbereiche schädigen, denen eine ausreichend schützende Schleimschicht fehlt. Bei Entzündungen im Bereich des Magenausgangs spielen wahrscheinlich Faktoren wie eine scharfkantige Futterbeschaffenheit oder die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten eine Rolle.

Magenschleimhautentzündung beim Pferd - INFO TO GO  
  • Magenschleimhautentzündungen beim Pferd sind ein häufiges Problem und können zum Beispiel Folge von vermehrtem Stress, Fütterungsfehlern, intensivem Training oder Medikamentengaben sein.
  • Die Symptome einer Magenschleimhautentzündung sind oft schwer zu erkennen, eine Magenspiegelung kann Klarheit schaffen.
  • Neben der medikamentösen Therapie mit Omeprazol gilt es die Haltung, das Training und vor allem die Fütterung mit viel Heu und magenschützenden Ergänzungsfuttermitteln zu optimieren, um den Behandlungserfolg sicherzustellen und Magenproblemen in Zukunft effektiv vorzubeugen.
 

Symptome einer Entzündung der Magenschleimhaut beim Pferd

Die Symptome einer Magenschleimhautentzündung beim Pferd gleichen der eines Magengeschwürs und sind nicht immer leicht zu erkennen. Ein häufiger Hinweis auf eine bestehende Magenproblematik ist mäkeliges Fressen. Das Pferd nimmt sein Heu eher langsam zu sich und frisst größere Kraftfuttermengen nicht ohne Unterbrechung auf. Kleiner Gaben hingegen schlingt es gierig hinunter, da es häufig Hunger hat.

Bei einem länger andauernden Geschehen verliert das Pferd so an Muskelmasse und auch an Körperfett, es baut sichtlich ab. Wiederkehrende, leichte Koliken und Kotwasser sowie Leistungsschwächen können dieses Bild begleiten.

Das sogenannte Schmerzgesicht des Pferdes kann allgemein Hinweise auf sein Unwohlsein geben, tritt jedoch nicht nur bei Magenproblemen auf. Gekräuselte, hoch gezogene Nüstern, eine fest angespannte Kaumuskulatur, Sorgenfalten über den Augen und ein in sich gekehrter Blick sind Hinweise darauf, dass das Pferd unter Schmerzen leidet. Deutlicheren Bezug zu einer Gastritis haben Anzeichen wie häufiges Gähnen, Koppen, Leerkauen oder sogar Zähneknirschen.

Die Abgrenzung von einer Magenschleimhautentzündung zum Magengeschwür ist durch die Symptome des Pferdes allein nicht möglich. Erst die Diagnostik mittels einer Gastroskopie (Magenspiegelung) durch den Tierarzt kann Klarheit schaffen, ob es sich noch um eine Gastritis oder bereits um ein Magengeschwür handelt.

Behandlung und Vorbeugung einer Magenschleimhautentzündung des Pferdes

Das einzige derzeit in Deutschland zugelassen Medikament zur Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd ist der Protonenpumpenhemmer Omeprazol. Durch ihn verringert sich die Säureproduktion im Magen und die Schleimhaut kann regenerieren.

Was tun gegen Magenschleimhautentzündung beim Pferd

Die Therapie mit Omeprazol findet in der Regel über einen Zeitraum von einem Monat statt. Zu Beginn erhält das Pferd die volle Dosis, diese reduziert man dann Schritt für Schritt bis man das Medikament schließlich absetzt. Hat das Pferd Probleme im vorderen Bereich des Magens, ist eine Behandlung mit Omeprazol sehr vielversprechend. Magenschleimhautschäden am Magenausgang sprechen aber häufig weniger gut auf den Wirkstoff an.

Doch auch wenn die medikamentöse Therapie ein Abheilen der Schleimhaut bewirkt: Sie packt das Problem nicht an der Wurzel und eine Verbesserung von Haltung, Fütterung und Training sind unabdingbar, um ein erneutes Auftreten von Magenproblemen zu verhindern. Gleichzeitig dient eine Optimierung dieser drei Faktoren auch bei gesunden Pferden der Vorbeugung von Magenproblemen. Das Pferd sollte die Gelegenheit haben sich ausreichend frei zu bewegen und Sozialkontakte zu pflegen.

Eine möglichst harmonische Gruppenzusammenstellung sowie ausreichend Ruhe- und Fressplätze vermeiden Stress in der Herde und tragen damit zur Magengesundheit bei. Rangniedere Pferde, die kaum zur Ruhe kommen, können immer wieder einige Stunden oder über Nacht in Sicht- und Hörweite ihrer Artgenossen separiert werden. So können sie ungestört fressen und schlafen. In der Ausbildung ist es wichtig, dass der Schwierigkeitsgrad der Einheiten der Leistungsfähigkeit des Pferdes entspricht. Überforderungen gilt es zu vermeiden.

Fütterung bei einer Magenschleimhautentzündung - MASTERHORSE-Expertentipp

Das A und O bei der Fütterung magenempfindlicher Pferde ist die Gabe ausreichender Mengen Heu. Mindestens 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpermasse sollten dem Pferd über den Tag verteilt zur Verfügung stehen. Nur dadurch ist gewährleistet, dass das Pferd durch gründliches Kauen des Heus genug Speichel produziert, um die anfallende Magensäure zu neutralisieren.

Auf saure Silagen sollte man in der Fütterung magenempfindlicher Pferde eher verzichten. Bei gierigen Pferden können Heunetze helfen die Fresszeiten zu verlängern und so die raufutterfreien Zeiten zu verkürzen. Vor dem Training sollte das Pferd außerdem immer die Möglichkeit bekommen, kleinere Mengen Heu aufzunehmen. Das verhindert, dass überschüssige Magensäure ungeschützte Magenbereiche während der Bewegung schädigt.

Es gilt die Kraftfuttermengen auf das nötige Minimum zu reduzieren. Ihre Gaben sollten möglichst nach der Heufütterung erfolgen. Pro Fütterung sollte man dem Pferd höchstens 0,2 Kilogramm Kraftfutter pro 100 Kilogramm Körpermasse darreichen. Wasser muss dem Pferd immer frei zur Verfügung stehen.

MASTERHORSE MAGEN-PERFEKT unterstützt das Pferd bei Magenproblemen außerdem optimal durch seinen 3-fach Nährstoff-Komplex. Schleimstoffe aus Leinsamen und Flohsamenschalen helfen dabei, die Magenschleimhaut vor der Säurewirkung zu schützen. Die enthaltenen Pektine können außerdem einen Teil der Magensäure binden und so ebenfalls zum Schutz der angegriffenen Schleimhaut beitragen. Magnesiumoxid und Natriumbikarbonat dienen als Säurepuffer und neutralisieren überschüssige Magensäure, bevor sie die Magenwand angreifen kann.

Da Magenproblemen häufig eine Stressanfälligkeit des Pferdes zugrunde liegt, enthält MASTERHORSE MAGEN-PERFEKT außerdem Magnesium und die Aminosäure Tryptophan. Beide Wirkstoffe haben einen beruhigenden Effekt und wappnen das Pferd so auch für stressige Situationen wie Transport, Stallwechsel oder Turnierprüfung.

Durch seine Zusammensetzung eignet sich dieses Ergänzungsfutter nicht nur für Pferde mit einer bereits bestehenden Magenproblematik, sondern auch immer dann, wenn besondere Umstände das Risiko einer Magenschleimhautentzündung erhöhen.

Fütterungstipps

  • MASTERHORSE MAGEN-PERFEKT

    • Wirkstoffkomplex für eine optimale Verdauung im Magen
    • schützt den Magen u.a. mit Schleimstoffen und Pektinen
    • ADMR-Konform- für Turnierpferde geeignet

    62,95 €* 13,99 € * / 1 kg ­69,95 €*