Kolik beim Pferd

Sie kommt vermeintlich aus heiterem Himmel und stellt einen echten medizinischen Notfall dar: die Kolik. Die Anzeichen reichen von kleinen Signalen wie zum Bauch hinschauen oder Scharren bis zu unverkennbaren Hinweisen wie dem mehrfachen Wälzen und gegen den Bauch treten.

Bei Pferdebesitzern sollten dann die Alarmglocken schrillen. Koliken sind nicht nur extrem schmerzhaft, sie gehören auch zu den häufigsten Todesursachen beim Pferd. Dabei lassen sich Koliken relativ gut vorbeugen. Wir haben die wichtigsten Informationen, Symptome, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Ursachen für Koliken zusammengefasst.

Koliken sind wehenartige Schmerzen, die den gesamten Bauch- und Beckenraum betreffen können; also sämtliche Verdauungsorgane sowie Niere, Blase oder Gebärmutter. Häufig leiden Pferde aber an Darmkoliken – krampfartige Schmerzen, die ihren Ursprung im Dickdarm haben.

Kolik beim Pferd: Schwachstelle Verdauungstrakt

Um zu verstehen, wieso Pferde anfällig für Koliken sind und wie diese entstehen, muss man den Aufbau des Verdauungstraktes beim Pferd kennen. Dieser hat sich beim ehemaligen Wildtier Pferd entwickelt und bis heute so erhalten. Das Steppentier Pferd war fast den ganzen Tag mit Nahrungssuche und -aufnahme beschäftigt, während es langsam weitergezogen ist. Diesen Lebensbedingungen hat sich der Magen-Darm-Trakt im Laufe der Evolution angepasst und funktioniert auch bei unseren Hauspferden heute noch so.

Der Hauptgrund für die hohe Anfälligkeit der Pferde für Koliken ist ihr langer und sehr empfindlicher Verdauungstrakt. Er besteht aus einem kleinen Magen, einem sehr langen Dünndarm, der großen Gärkammer Blinddarm und einem sehr voluminöser Dickdarm.

Der Pferdemagen und der Dünndarm

Der Pferdemagen fasst nur etwa zehn bis 18 Liter. Hinzu kommt, dass Pferde sich nicht erbrechen können. Kommt es in diesem Abschnitt zu einer Störung, besteht die Gefahr der Magenüberladung. Im schlimmsten Fall droht eine Magenzerreißung.

Mit 19 bis 30 Metern ist der Dünndarm sehr lang und dazu sehr beweglich. Hier liegt das Risiko darin, dass der Dünndarm sich leicht in bestehende Organ- und Gewebslücken verklemmen kann.

Blinddarm und Dickdarm

Es folgt der Blinddarm, der nur etwa einen Meter lang ist, aber bis zu 60 Liter fassen kann. Der nächste Abschnitt im Verdauungstrakt ist der Dickdarm. Auch er gilt als sehr anfällig für Probleme. Dieser Teil des Darms ist nur an einer einzigen Stelle fixiert, ansonsten liegt er frei beweglich in der Bauchhöhle, so dass er sich in alle Richtungen drehen kann.

Es besteht eine Vielzahl von ungesunden Verlagerungsmöglichkeiten. Diverse Übergänge zwischen weiten und engen Abschnitten sowie enge Wendungen verringern die Stabilität und erhöhen die Gefahr von Verstopfungen des Dickdarms bei Pferden zusätzlich.

Symptome von Koliken

Nicht alle Koliken verlaufen gleich. Und auch die Art der Symptome unterscheidet sich von Tier zu Tier und der Art der Kolik.

Leichte Kolik beim Pferd
Tierärzte unterscheiden zwischen leichten und schweren Koliken. Die ersten Anzeichen sind zumeist:

  • Das Pferd erscheint unruhig, flehmt, scharrt oder stampft mit den Hufen.
  • Es sieht oft zu seinem Bauch.
  • Das Pferd streckt sich, als ob es Urin lassen müsste.
  • Ständiges Urinieren oder nicht Urinieren.
  • Das Pferd kann keinen Kot absetzen.
  • Das Pferd legt sich immer wieder hin.


Die Symptome können sich im Verlauf einer Kolik schnell verstärken. Spätestens wenn Symptome einer schweren Kolik hinzukommen, sollten Pferdehalter jedoch den Tierarzt rufen.

Schwere Kolik beim Pferd
Symptome für eine schwere Pferdekolik sind:

  • Das Pferd zeigt deutliche Anzeichen von Schmerzen.
  • Das Pferd beginnt zu schwitzen.
  • Es atmet schwer und schnell.
  • Die Pulsfrequenz steigt. Der natürliche Pferdepuls liegt abhängig von Alter und Rasse unter 52 Schlägen pro Minute.
  • Der Bauch ist sichtlich aufgebläht.
  • Das Pferd legt sich auf den Rücken oder sitzt in Hundestellung.
  • Aus dem Wälzen am Boden entwickelt sich ein unkontrolliertes Hinwerfen, zum Teil auch Toben.
  • Es will oder kann nicht mehr aufstehen.

Erste Maßnahmen bei einer Kolik

Besteht der Verdacht auf eine Kolik, sollte man Puls, Atmung und Temperatur des Pferdes überprüfen und regelmäßig im Blick behalten. Der Puls lässt sich am einfachsten an der Unterkante der Ganasche, seitlich der Schweifrübe oder oberhalb der Fessel am Vorderbein messen. Es macht Sinn, sich die Werte aufzuschreiben, um sie dem Tierarzt mitteilen zu können.

Für ihn sind das wichtige Informationen, um den Verlauf der Kolik einschätzen zu können. Als erste Maßnahme sollten Futter und Stroh aus der Box entfernt werden. Das Pferd braucht aber weiterhin Zugang zu Wasser. Moderate Bewegung hilft bei Koliken, da es die Darmbewegung fördert und dem Pferd hilft zu entspannen.

Ein gutes erstes Mittel gegen eine Kolik beim Pferd ist es daher, das erkrankte Tier regelmäßig und langsam zu führen. Damit lässt es sich manchmal auch vom Wälzen abhalten. Ein kurzes Hinlegen zum Ausruhen schadet dem Pferd nicht. Kann es gar nicht mehr aufstehen, sollte es auch nicht dazu gezwungen werden.

Wichtig zu wissen:
Kurze Beruhigungsphasen während der Kolikschübe sind normal, bedeuten aber nicht unbedingt, dass eine Besserung eingetreten ist. Das Pferd schwebt oft weiterhin in Lebensgefahr.

Handeln rettet Leben

Der Ausgang einer Kolik hängt davon ab, wie viel Zeit zwischen den ersten Symptomen und den Hilfsmaßnahmen vergeht. Jede Verzögerung mindert die Chancen auf einen erfolgreichen Ausgang der Behandlung. Deshalb sollten Pferdebesitzer sämtliche Symptome von Koliken kennen.

Je eher sie mögliche Probleme erkennen, Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten und einen Tierarzt hinzuziehen, desto besser stehen die Chancen für das erkrankte Pferd. Viele Tiere erholen sich bereits mit minimaler Hilfe. Bei anderen ist eine Operation der einzige Ausweg.

Da sich der Verlauf von Koliken schnell ändern und auch dramatische Ausmaße annehmen kann, ist tierärztliche Hilfe zum rechten Moment oft entscheidend für den Ausgang. Nicht zuletzt die starken Schmerzen, unter denen betroffene Pferde leiden, sind Grund genug einen Tierarzt zu holen.

  • INFO TO GO - Kolik bei Pferden
  • Kolikschmerzen können nicht nur Verdauungsorgane, sondern den gesamten Bauch- und Beckenraum sowie Niere, Blase Gebärmutter oder andere Organe betreffen.
  • Zu den Symptomen zählen Unruhe, Flehmen, Scharren, wiederholtes Hinlegen und Aufstehen, Blick zum Bauch, Schwitzen, schwere Atmung, erhöhter Puls, unkontrolliertes Hinwerfen, Sitzen in der Hundestellung sowie Ablegen und nicht mehr aufstehen.
  • Im Falle einer Kolik sollten Pferde auf keinen Fall Nahrung zu sich nehmen können. Als vorbeugende Maßnahme bei empfindlichen Pferden oder in stressreichen Situationen kann die Fütterung mit Mash sinnvoll sein.

Kolikarten beim Pferd

Es gibt verschiedene Arten von Koliken, die auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen. Sie können sich auch hinsichtlich der Symptome und des Verlaufs unterscheiden.

Gaskoliken
Gaskoliken können entstehen, wenn Pferde vermehrt Futter aufnehmen, das zur Gärung neigt. Dazu zählt zum Beispiel Klee, in der Sonne gelagertes Grünfutter oder Mais. Auch mit Pilzen und Bakterien verkeimte Futtermittel sind eine mögliche Ursache.

Gaskoliken verlaufen je nach Ursache mittelschnell bis akut. Betroffene Pferde neigen verstärkt zu Blähungen, auffallend ist auch der sichtbar größere Bauchumfang. Gaskoliken können auch zur Behinderung der Atmung und der Blutzirkulation führen.

Verstopfungskoliken
Sehr vielen Verstopfungskoliken liegt eine verminderte Wasseraufnahme der Pferde zugrunde. Der Inhalt des Darms ist in der Folge nicht mehr flüssig genug, um problemlos durch den Verdauungstrakt transportiert zu werden.

Desweiteren können eine zu üppige Aufnahme an Raufutter, aber auch eine zu schnelle Nahrungsaufnahme, Parasitenbefall oder Bewegungsmangel die Ursachen sein. Diese Art der Kolik beim Pferd nimmt in der Regel einen eher langsamen Verlauf, die Symptome erscheinen zu Beginn oft nur schwach.

Sandkoliken
Sandkoliken sind meist die Folge einer falschen Haltung oder Fütterungstechnik. Sie entstehen, wenn die Pferde zu lange auf stark abgefressenen Weiden oder Sandausläufen ohne Gelegenheit zur Stroh- oder Heuaufnahme gehalten werden. Das Pferd nimmt dann zu viel Sand auf.

Auch bei der Fütterung von Raufutter vom Boden auf sandigen Ausläufen ist das Risiko der Sandaufnahme relativ hoch. Der Dreck sammelt sich im Verdauungstrakt und klumpt in den Wölbungen des Dickdarms zusammen. Der Darm wird dadurch gereizt und träge. Eine Verstopfung ist oft die Folge.

Krampfkolik
Bei Krampfkoliken beim Pferd ist die Darmtätigkeit schubweise stark erhöht, es leidet immer wieder unter starken Krämpfen. Spastische Koliken werden meist durch Stress, plötzliche Wetterumschwünge, Fütterungsfehler, schlecht gekautes Futter bei unbehandelten Zahnproblemen oder starkem Wurmbefall ausgelöst.

Darmverdrehung und Darmverschluss

Der nur an wenigen Stellen in der Bauchhöhle fixierte Darmtrakt des Pferdes kann sich sehr schnell in sich selbst verdrehen oder abknicken. Ebenso ist eine Verlagerung in eine Lücke zwischen Organen oder in ein Loch im Gewebe möglich. Dadurch besteht die Gefahr eines kompletten Darmverschlusses.

Auch die oben genannten Verstopfungs-, Gas- und Sandkoliken können zu einem Totalverschluss führen. In diesen Fällen, auch bei Darmverstopfung, kommt es zu plötzlich auftretenden, andauernden Kolikschüben, die meist mit fehlendem Kotabsatz einhergehen. Diese Art der Kolik gilt als besonders gefährlich. Oft ist eine Operation die einzige Lösung, um das Pferd zu retten.

Vorbeugen einer Kolik beim Pferd

Es gibt viele Faktoren, die die Entstehung einer Kolik begünstigen. Einen großen Teil kann man im Alltag leicht vermeiden.

Fütterungsfehler

In vielen Fällen gehen Koliken auf Fütterungsfehler zurück. Dazu zählen eine plötzliche Futterumstellung, ein Übermaß an Stroh bei zu wenig Bewegung, zu wenig Raufutter oder ein zu großer Anteil Kraftfutter pro Ration. Gefährlich sind zudem lange Fresspausen, zum Beispiel weil zu wenige Fütterungen am Tag stattfinden.

Problematisch ist es auch, wenn Pferde zu große Futterrationen in kurzer Zeit aufnehmen oder zu wenig trinken. Eine besondere Gefahr stellen auch leicht vergärbare Kohlenhydrate dar, zum Beispiel aus einer plötzlichen und zu großen Menge an frischem Gras, wie es beim Anweiden im Frühjahr oft der Fall ist. Verdorbene Futtermittel können ebenfalls Koliken auslösen.

Kraftfutter nicht übertreiben

Grundsätzlich sollte das Pferd mit kleinen Futtermengen mindestens dreimal täglich über den gesamten Tag hinweg versorgt werden. Die Futterration muss ausreichend rohfaserhaltiges Futter wie Heu und Stroh enthalten. Problematisch ist es, wenn das Futter zu wenig gekaut und eingespeichelt wird. Das passiert bei Kraftfutter häufiger als bei Raufutter.

Deshalb gilt für Kraftfutter: Lieber häufiger kleine Portionen. Grundsätzlich sollte das Pferd immer erst Heu und dann Kraftfutter bekommen. Fresspausen sollten idealerweise nicht länger als vier bis sechs Stunden dauern. Engmaschige Heunetze verhindern eine zu schnelle Futteraufnahme und verlängern die Fresszeiten.

Selbstverständlich sollte nur Futter in einwandfreier Qualität, also staubfrei und schimmelfrei, gegeben werden. Die Pferde brauchen durchgehend Zugang zu ausreichend frischem Wasser.

Haltung des Pferdes

Neben der Fütterung spielt auch die Haltung der Pferde eine wichtige Rolle. Zu wenig Auslauf oder körperliche Arbeit lassen den gesamten Darm träge werden. Sogenannte Stresskoliken entstehen hingegen, wenn das Pferd überfordert wird: Zu viel Arbeit, viele schnell aufeinander folgende Turniere, häufiger Transport oder eine stressreiche Pferdehaltung.

Dieser Stress kann sich negativ auf die Verdauung niederschlagen. Eine einwandfreie Einstreu ist wichtig für die Gesundheit des Pferdes. Um eine hohe Sand- und Erdaufnahme und damit Sandkoliken zu vermeiden, sollten Pferde nicht vom Boden auf sandigen Flächen gefüttert werden.

Entwurmung
Unregelmäßige oder fehlende Entwurmung begünstigt das Ansiedeln von Parasiten. Je nach Befallsdichte und -ort im Verdauungstrakt können sie die Darmschleimhaut schwer beschädigen und deren Durchblutung massiv stören.

Zahnprobleme
Häufig verhindern auch Zahnprobleme eine ordnungsgemäße Verdauung: Zu wenig gekautes Futter kann zu gehörigen Störungen im Magen-Darm-Trakt führen. Regelmäßige Zahnkontrollen sind daher wichtig.

MASTERHORSE-Expertentipp Kolik beim Pferd

Um Koliken und Verstopfung vorzubeugen, eignet sich Leinsamen sehr gut. Ebenso wie Kleie ist es sehr bekömmlich. Beide haben eine leicht abführende Wirkung, weil sie die Verdauung anregen. Bei empfindlichen Pferden oder in kritischen Situationen wie Wetterwechsel und Stress ist Mash mit Kleie und Leinsamen eine wertvolle Ergänzung zum Futter. Es kann eine Verstopfung des Dickdarms beim Pferd vorbeugen.

Dazu eignet sich das MASTERHORSE MASH mit Weizenkleie, Leinsamen und Apfeltrester sehr gut. Es kommt ohne Hafer und Melasse aus und wird heiß aufgegossen. Dadurch entfalten sich die wertvollen Schleimstoffe und unterstützen die Bildung einer schützenden Schleimschicht auf der Magen- und Darmschleimhaut. Besonders bei Gaskoliken ist es sinnvoll, eine entblähende und entkrampfende Kräutermischung zuzufüttern.

Ein geeignetes Mittel ist MASTERHORSE DARMBALANCE. Es enthält eine solche Kräutermischung in Kombination mit präbiotischem Topinambur, gerbstoff- und tanninreichem Johannisbrot, pektinreichen Karotten sowie schleimstoffhaltigem Leinsamen. Diese Mischung eignet sich besonders gut zur Vorbeugung bei kolikanfälligen Pferden und kann problemlos dauerhaft gegeben werden.

MASTERHORSE DARM-PERFEKT enthält einen speziellen Nährstoff-Komplex, der eine regulierende Wirkung hat und die Verdauung des Pferdes fördert. Die Kombination aus speziellen Wiesenkräuter-Fasern und wertvollen Schleim- und Ballaststoffen, harmonisierenden Kräutern sowie aktiven Lebendhefekulturen sorgt für eine stabile Darmflora und eine verminderte Stressanfälligkeit des Pferdes.


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