PSSM Typ 1 - Pferde richtig füttern

Da Pferde mit PSSM Typ 1 aus den Kohlenhydraten im Futter übermäßige Mengen an Glykogen bilden und diese bei nicht ausreichender Bewegung in der Muskulatur einlagern, muss der Fütterung sowie der Bewegung dieser Pferde besondere Beachtung geschenkt werden. Bei Pferden mit PSSM ist es noch viel wichtiger als bei gesunden Pferden, dass die zugeführte Menge an Energie mit dem Energiebedarf des Pferdes übereinstimmt, um eine Überversorgung des Pferdes zu vermeiden. Es sollte immer gelten: so wenig wie möglich, so viel wie unbedingt nötig.

Das richtige Futter- und Bewegungsmanagement – bei PSSM1 das A und O

PSSM-Pferde sollten mit möglichst geringem Kraftfuttereinsatz ernährt werden, um die Glykogensynthese einzudämmen. Hierbei ist die benötigte Energie nach Möglichkeit durch qualitativ sehr hochwertiges Heu bereitzustellen. Geht der Energiebedarf über die Menge hinaus, die das Pferd über Heu aufnehmen kann, können statt Getreide besser fetthaltige Futtermittel wie beispielsweise Pflanzenöle zum Einsatz kommen. Hier eignet sich das MASTERHORSE LEINÖL ideal. Erfahrungen zeigen, dass bis zu 25 % der täglich zugeführten Energie über Leinöl abgedeckt werden kann. Aber Vorsicht: nicht nur Getreide enthält Kohlenhydrate, sondern auch Heu – und das in nicht geringen Mengen! Die Kohlenhydrate liegen hier nur in anderen, langsamer wirkenden Formen vor als im Getreide, haben aber auf den Organismus und den Stoffwechsel im Endeffekt dieselbe Wirkung.

Fütterung von PSSM-Pferden

Wichtig bei der Fütterung von PSSM-Pferden sind die Anzahl der Portionen und die jeweilige Portionsgröße. Die Fütterung sollte nach Möglichkeit in vielen kleinen Portionen erfolgen, um einen zu starken Anstieg des Glucosespiegels im Blut zu vermeiden und somit die Insulinreaktion möglichst gering zu halten. Ein zu hoher Insulinspiegel stimuliert die Glykogen-Bildung und kann die Krankheitssymptome so deutlich verschlimmern.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Fütterung von PSSM-Pferden ist der Fütterungszeitpunkt. Je nach Art der Futtermittel dauert es von der Aufnahme bis zum Anstieg des Glucosespiegels im Blut etwa 30 bis 120 Minuten. Während dieser Zeit ist der Organismus mit der Verdauung beschäftigt und das Pferd sollte nicht gearbeitet werden. Allerdings ist es sinnvoll das Pferd dann zu bewegen, wenn die Energie aus dem Futter bereitgestellt wird, also etwa ab 2 Stunden nach der Fütterung. So kann die Energie gleich umgesetzt werden und der Körper baut weniger Glykogen auf. Hingegen ist die Fütterung von Kraftfutter am Abend nicht so sinnvoll, da das Pferd in der Nacht meist ruht und der Körper so einen geringeren Anteil der aufgenommenen Energie verbraucht und dementsprechend mehr Glykogen bilden kann.

Generell gilt für alle Futterumstellungen: Plötzliche Veränderungen in der Ration sollten unbedingt vermieden werden. Dies gilt insbesondere für die Umstellung von Getreide auf fettreiche Komponenten als Energieträger. Die Verdauung des Pferdes muss sich auf die Verwertung dieser Energiequelle einstellen, wofür in der Regel einige Tage Zeit benötigt wird.

Neben der Anpassung der Energiemenge und der Grundnährstoffe hat sich gezeigt, dass auch die Zufütterung von Vitamin E und Selen mit MASTERHORSE TRAINING zum Schutz der Muskelzellen sinnvoll ist. Durch die antioxidative Wirkung können Vitamin E und Selen die Zerstörung der Zellen, insbesondere in den Ruhezeiten, eindämmen und so den chronischen Verlauf der Krankheit abmildern. Für nervöse Pferde empfiehlt sich das MASTERHORSE MAG-E. Dies enthält neben den Antioxidanzien auch Magnesium und Vitamin B12. Diese beiden Mikronährstoffe tragen zu einem stabilen Nervenkostüm bei.

PSSM-Pferde benötigen eine gewisse Alltagsroutine mit regelmäßiger, ruhiger Bewegung. Sie profitieren von einer langen Aufwärmphase (mind. 15 Minuten) und einer ebenso langen Schrittphase nach der Trainingseinheit. Zudem ist die körperliche Fitness ein sehr wichtiger Punkt. Pferde mit PSSM müssen sehr vorsichtig trainiert und die Intensität darf nur sehr langsam gesteigert werden. Unter keinen Umständen darf eine körperliche Überforderung eintreten. Pferde mit einer gewissen Grundkondition können das gespeicherte Glykogen besser verbrennen. Dies kann das übermäßige Speichern dieses Kohlenhydrats eindämmen, und beugt so einem akuten Schub sowie auch der chronischen Schädigung der Muskelzellen vor. Um zu vermeiden, dass das Pferd in längeren Ruhephasen zu viel Glykogen speichert ist es sinnvoll, PSSM-Pferde zweimal täglich zu arbeiten.

Expertentipp - Fütterung bei Pferden mit PSSM Typ 1

Bei Pferden, die typische Symptome von Muskelerkrankungen zeigen, kann eine Biopsie durchgeführt werden, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten. Ergibt diese Untersuchung, dass das Pferd an einer der oben aufgeführten Erkrankungen leidet, sollten Haltung, Umgang, Training und Fütterung entsprechend umgestellt werden. Die betroffenen Pferde sollten viel Auslauf und damit die Möglichkeit haben, sich permanent aber ruhig zu bewegen. Da akute Schübe insbesondere durch den Abbau von großen Mengen an eingelagertem Glykogen ausgelöst werden ist es wichtig, den übermäßigen Aufbau von Glykogen zu verhindern. Durch die Fütterung mehrerer kleiner Portionen in Kombination mit mehreren Trainingseinheiten pro Tag kann so die zugeführte Energie möglichst zeitnah verbraucht und somit wenig Energie in Form von Glykogen gespeichert werden. Dabei sollte die Fütterung eher kohlenhydratarm, also möglichst getreidefrei, zusammengestellt sein. Für die Energieversorgung gilt die Devise: so wenig wie möglich, so viel wie unbedingt nötig. Die Grundversorgung erfolgt über hochwertiges Heu. Als Kraftfutter kommen getreidefreie Sorten wie zum Beispiel das MASTERHORSE FASER-PLUS in Frage. Zusätzliche Energie liefern hochwertige Pflanzenöle wie MASTERHORSE LEINÖL. Nach langsamer Eingewöhnung kann ein Großpferd bis zu 250 ml Leinöl pro Tag bekommen. Wir empfehlen solch große Mengen auf mehrere Mahlzeiten über den Tag zu verteilen. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, wie z.B. unser MASTERHORSE BASIS, muss immer unabhängig von der Energieversorgung sichergestellt werden. Ein reines Mineralfutter ist einem vitaminisierten und mineralisierten Mischfutter vorzuziehen. Vitamin E und Selen (MASTERHORSE TRAINING) schützen die Zellen und können so insbesondere die chronische Schädigung der Muskelzellen abmildern.

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