Kissing Spines beim Pferd

Kissing Spines – eine unheilbare Rückenerkrankung beim Pferd

Hört der Reiter die Diagnose Kissing Spines, so ist häufig der erste Gedanke: „Kissing Spines – Ist mein Pferd unreitbar?“ Das kann passieren. Im Extremfall lösen die betroffenen Dornfortsätze der Wirbelsäule ständig Schmerzen aus. Allerdings gibt es Sportpferde mit Kissing Spines, die keine Schmerzen haben und hoch erfolgreich sind.

Tatsächlich sind die meisten Pferde mit Kissing Spines sehr wohl reitbar. Vorausgesetzt, ihre Muskulatur wird korrekt aufgebaut und sie werden reiterlich verantwortungsvoll belastet.

Eine Wirbelsäulenkrankheit

Von Kissing Spines spricht man, wenn die Dornfortsätze der Wirbelsäule sich treffen, überlappen, auffällig eng stehen oder gar im Extremfall verwachsen.

Tatsächlich gibt es Pferde mit Kissing-Spines-Befund, die klinisch komplett unauffällig sind und keine Schmerzen haben. In einer Studie von 2005 wurden 904 Pferde untersucht. 28 Prozent hatten verkürzte Abstände zwischen den Dornfortsätzen, bei 17,9 Prozent trafen sich die Dornfortsätze oder überlappten.

Folge: Rückenprobleme beim Pferd

Der Extremfall entsteht, wenn die Dornfortsätze der Wirbel so stark aneinander reiben oder gar zusammenwachsen, dass das Pferd kontinuierlich unter Rückenschmerzen leidet. Oftmals kann durch einen perfekt auf den Muskelaufbau des Pferdes abgestimmten Trainingsplan und korrektes Bewegen und Reiten das Fortschreiten dieser Krankheit verhindert werden.

Dazu sollte man wissen, wie Kissing Spines überhaupt entstehen, wie wir sie erkennen können und was im Falle dieser Wirbelsäulenerkrankung zu tun ist.

Das Kissing Spines Pferd

Das Kissing Spines Syndrom oder auch thorakolumbale interspinale Syndrom (TLI-Syndrom) ist die am häufigsten diagnostizierte Rückenerkrankung beim Pferd. Unter diesem Begriff versteht man die krankhafte Annäherung der Dornfortsätze bis hin zu deren Berührung. Auch Veränderungen im Ansatzbereich von Sehnen und Bändern an den Dornfortsätzen werden unter diesem Schlagwort zusammengefasst. Ebenso Zysten oder zystenartige Veränderungen sowie leistenartige knöcherne Zubildungen in der Mitte der Dornfortsätze. In den meisten Fällen sind die Fortsätze vom zehnten Brustwirbel bis zum vierten Lendenwirbel betroffen.

Im Bereich der Brustwirbel ist die Wirbelsäule besonders beweglich und die Dornfortsätze sind ziemlich lang. Wenn das Pferd also den Rücken wegdrückt, nähern sich die Dornfortsätze hier besonders schnell an. Das kann zu schmerzhaften Reibungen und in manchen Fällen sogar zu entzündlichen Prozessen zwischen den einzelnen Wirbeln führen.

Symptome der Wirbelsäulenerkrankung Kissing Spines beim Pferd

Kissing Spines Symptome machen sich meist zwischen dem sechsten und dem neunten Lebensjahr des Pferdes bemerkbar. Diese Rückenerkrankung kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Bei manchen Pferden stehen die Dornfortsätze von Natur aus enger. Sind Kissing Spines vererbbar? Der Verdacht besteht.

Junge Pferde mit eng beieinander stehenden Dornfortsätzen sind prinzipiell anfälliger für eine später intensivere Ausbildung von Kissing Spines. Der Abstand der Dornfortsätze der Brust- und Lendenwirbelsäule beträgt in der Regel mehr als vier Millimeter. Sind es weniger, spricht man von engstehenden Dornfortsätzen. Als anfälliger gelten auch Pferde mit Senkrücken und wenig ausgebildeter Rückenmuskulatur. Springpferde sind durch die Landung ebenso großen Kräften ausgesetzt, die auf die Wirbelsäule wirken. Weitere begünstigende Faktoren können beispielsweise Stürze oder ein Überschlagen sein. Bei alten Pferden kommen Umformungen der Dornfortsätze vor.

Reiterfehler: Eine Kissing Spines Ursache

Die Dornfortsätze verändern sich häufig aufgrund von ungünstiger biomechanischer Einwirkung. Denn leider sind Ausbildungsfehler und Reiterfehler oft der Auslöser für Kissing Spines. Werden Pferde so geritten, dass sie den Rücken wegdrücken, gern auch in Kombination mit enger Kopf-Halshaltung, dann begünstigt das Kissing Spines. Denn so werden die Wirbelkörper und die Dornfortsätze stärker zusammengepresst. Solch eine physiologisch nicht sinnvolle Haltung ist Gift für den Pferderücken.

Kissing Spines Symptome

Pferde reagieren auf Rückenschmerzen sehr unterschiedlich. Es kann zu folgenden Kissing Spines Anzeichen oder Anzeichen für Rückenprobleme kommen:

  • Empfindlichkeit beim Putzen oder Abtasten des Rückens
  • Durchdrücken des Rückens beim Aufsteigen oder Anreiten
  • Sattelzwang
  • Gurtzwang
  • Arbeitsunlust
  • Taktfehler
  • schief getragener Schweif
  • Rittigkeitsprobleme
  • schwungloser Gang
  • eingeschränkte Hinterhandaktivität
  • Springen ohne Rücken
  • Verweigern vor dem Sprung
  • Verweigern von bestimmten Lektionen
  • Unwilligkeit beim Beschlagen
  • Schwierigkeiten beim Urin- oder Kotabsatz
  • Widerwille sich in der Box zu legen oder sich zu wälzen

Kissing Spines Sattel

Achtung, manchmal kann hinter den eben genannten Symptomen auch etwas ganz anderes stecken: Erkrankungen des Kreuz-Darmbein-Gelenks, der Kruppenmuskulatur, der Zähne oder der Halswirbelsäule sowie ein unpassender Sattel und auch schlichtweg ein schlechter Sitz oder andere Reiterfehler. Bei Kissing Spines immer den Sattel kontrollieren!

  • INFO TO GO - Kissing Spines beim Pferd
  • Rückenprobleme werden in vielen Varianten sichtbar, sind jedoch immer ernst zu nehmen!
  • Die Diagnose Kissing Spines ist nicht immer gleich ein Ausschlusskriterium aus dem Reitsport. Die Lösung heißt häufig: Die Wirbelsäule so unterstützen, dass sich das Pferd schmerzfrei bewegen kann. Also: Muskelaufbau!
  • Mit korrektem Reiten und Longieren über den Rücken schaffen Sie die besten Voraussetzungen, damit Ihr Pferd schmerzfrei bleibt.
  • Ein passender Sattel, gutes Training und ein Futter, das die Bildung der Muskulatur unterstützt, bilden eine gute Kissing Spines Vorsorge.

Diagnose und Behandlung von Kissing Spines

Hinter Rückenschmerzen können sich auch diverse andere Ursachen wie Verspannungen, Arthrosen oder Satteldruck verbergen. Deshalb sollte man bei der Diagnose akribisch und schrittweise vorgehen. Schon der erste Blick auf den Rücken hinsichtlich Narben, Satteldruck, Veränderungen des Fells, muskulären Erhebungen und Tälern lässt den einen oder anderen Hinweis auf die Ursache der Rückenschmerzen erkennen.

Ist der Pferderücken übermäßig druckempfindlich? Ist er ausreichend beweglich? Letztlich gibt eine Röntgenuntersuchung Aufschluss über knöcherne Veränderungen an den Dornfortsätzen.

Um ganz sicher zu gehen, erweist sich eine Szintigraphie als sinnvoll. Damit können auch störende Fehlbildungen erkannt werden. Dazu kommt, dass die hinteren Abschnitte der Wirbelsäule röntgenologisch nur sehr schwer, szintigraphisch aber um einiges besser einsehbar sind.

Rückenprobleme beim Pferd: Angepasstes Training und Fütterung

Um das Fortschreiten der Erkrankung der Dornfortsätze einzudämmen, sollte zunächst ein spezieller Trainingsplan erstellt werden, um die Belastung optimal an die Veränderungen des Rückens anzupassen. Vorwärts-abwärts lautet anfangs die Devise – sowohl unter dem Reiter als auch an der Longe. Das Pferd soll sich dehnen!

Der Hals soll lang sein. So werden im Kissing Spines Aufbautraining die Wirbelkörper einen Hauch auseinandergezogen, die Abstände der Dornfortsätze werden größer und vor allem wird die Rückenmuskulatur aufgebaut.

Kissing Spines: Rücken aufwölben hilft!

Wichtig ist, dass sich dabei der Rücken aufwölben muss! Das gilt zwar für die gesamte Reiterei, für ein solches Pferd jedoch besonders. Diese Dehnung tut dem Pferd gut. In einer korrekt ausgeführten Dehnungshaltung vorwärts-abwärts hebt sich der Rücken, die Bauchmuskulatur arbeitet und das Hinterbein fußt fleißig ab. Nur mit Hilfe einer gut gearbeiteten Muskulatur kann die Wirbelsäule effektiv entlastet und gestützt werden. Das alte Pferd mit Kissing Spines ist hier besonders sorgfältig zu arbeiten! Denn je älter das Pferd ist, desto schwieriger ist es, Muskulatur aufzubauen.

Kissing Spines Zusatzfutter

Mit einer ausgeklügelten Futterration können Sie den notwendigen Muskelaufbau unterstützen. Und das kann dem Pferderücken helfen. Essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Methionin oder Threonin und die vitalstoffreichen Mikroalgen Chlorella und Spirulina tragen maßgeblich zur Unterstützung des Muskelaufbaus bei. Diese Inhaltsstoffe finden sich beispielsweise im MASTERHORSE TRI-POWER PLUS wieder.

Magnesium, Selen und Vitamin E sorgen für einen optimalen Muskelstoffwechsel. Sie schützen die ohnehin empfindlichen Muskelzellen vor Schadstoffen. Deshalb empfehlen wir für Kissing Spines Pferde als auch prophylaktisch das MASTERHORSE MAG-E.

Liegen aufgrund von Rückenerkrankungen bereits Entzündungen vor, hilft beispielsweise die Teufelskralle mit ihrer schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkung. Bestens verfügbar ist diese über das Einzelfuttermittel MASTERHORSE TEUFELSKRALLE.

Training für das Pferd mit Rückenproblemen

Bodenricks, Cavaletti und Stangenarbeit an der Longe helfen das Kissing Spines Training zu optimieren.

Falls mehr Unterstützung notwendig ist, können entzündungshemmende Medikamente an den betroffenen Stellen helfen. Es gibt auch die Möglichkeit der Kissing-Spines-OP. Damit ist die operative Entfernung der erkrankten Dornfortsätze mit der anschließenden Gabe von Entzündungshemmern gemeint. Die OP ist ein gravierender Eingriff, wird selten empfohlen und ist keine Garantie für eine Schmerzfreiheit im Anschluss. Kissing Spines Zusatzfutter und Behandlungsmethoden wie Kissing Spines Akupunktur können die Lebensqualität des Pferdes zudem verbessern helfen.

MASTERHORSE Expertentipp – Vorbeugen von Kissing Spines

Natürlich spielen die körperlichen Voraussetzungen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Kissing Spines. Beim Pferdekauf ist sicherlich die gesunde Wirbelsäule ein Kriterium. Die Grundsätze für ein gesundes Pferd sind jedoch weitreichender: Ist es anatomisch unauffällig? Gut. Passt der Sattel? Prima.

Aber vor allem die Nutzung, Fütterung und Ausbildung des Pferdes entscheidet darüber, wie gesund es bleibt. Klären Sie: Sitzt der Reiter korrekt? Reiten Sie selbst so gut, dass Sie Ihr Pferd nicht stören? Keine Scheu vor Fortbildung! Wird das Pferd so geritten, dass es sich in einer gesunden Haltung bewegt? Wölbt es den Rücken auf? Können Sie diese Fragen bejahen, ist das ist schon mal die halbe Miete für ein gesundes Pferdeleben.


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