Phlegmone beim Pferd

12.01.2018

Einschuss (Phlegmone) beim Pferd - Symptome und Behandlung

Phlegmone beim PferdAm Morgen noch munter und mit klaren Beinen in der Box, kommt das Pferd abends mit einem dicken „Elefantenbein“ wieder von der Koppel. Im Reiterjargon diagnostiziert man den „Einschuss“, der Tierarzt spricht von einer Phlegmone. Lesen Sie in diesem MASTERHORSE-Expertentipp alles über Phlegmone beim Pferd.

Einschuss beim Pferd - was ist das?

Gespräche aus der Reiterwelt klingen für Leute, die mit Pferden wenig am Hut haben, häufig wie eine fremde Sprache. Spricht ein Pferdebesitzer davon, dass sein Freizeitpartner einen Einschuss hatte, versteht man darunter eine Entzündung des Unterhautgewebes, verursacht durch eine bakterielle Infektion. In der Medizin spricht man von einer Phlegmone.

Neben den Beinen können auch andere Körperteile des Pferdes wie Kopf, Widerrist, Schlauchtasche oder Euter betroffen sein. Die Infektion beginnt in der Unterhaut und kann sich über die Lymphbahnen auch in tiefere Schichten des Gewebes ausbreiten.

Ursachen der Phlegmone beim Pferd - Entzündung des Unterhautgewebes

Bevor das Pferd einen Einschuss entwickelt, hat es sich eine kleine Verletzung der Haut des betroffenen Körperteils zugezogen. Dadurch können Keime eintreten und sich vermehren. Meistens sind beim Pferd Streptokokken die Übeltäter, seltener Staphylokokken. Bei diesen Bakterien handelt es sich um normale Bewohner der Haut und bei einer intakten Hautoberfläche stellen sie kein Problem dar. Ist die Haut aber verletzt, verbreiten sie sich im Unterhautgewebe.

Das Immunsystem des Pferdes schlägt Alarm und löst eine Entzündung aus. Hautverletzungen, die zu einem Einschuss führen, können durch Tritte, einen versehentlichen Stich mit der Mistgabel oder dem Hängenbleiben an spitzen Gegenständen entstehen. Auch Mauke oder extreme Strahlfäule können eine Eintrittspforte für Erreger sein.

Phlegmone beim Pferd

Welche Symptome verursacht der Einschuss beim Pferd?

Bei einer Phlegmone fällt meist zuerst die starke Schwellung des Pferdebeines auf. Während am Morgen oder Vortag noch alles in bester Ordnung war, sind die feinen Strukturen des Beines nun nicht mehr zu erkennen und es hat stark an Umfang zugenommen.

Beim Abtasten des Beines fühlt man vermehrte Wärme, manchmal findet man auch eine kleine Verletzung der Haut. Das Pferd reagiert auf die Berührungen empfindlich, da das Gewebe unter starker Spannung steht. Dadurch kann das Pferd sichtbar lahmen, im Stand möchte es das Bein vielleicht nicht belasten.

Da Pferde sehr empfindlich auf Infektionen mit Streptokokken reagieren, haben sie bei einer Phlegmone häufig Fieber. Sie wirken matt, da ihr Körper viel Energie darauf verwendet, die eingedrungenen Bakterien zu bekämpfen.

Diagnose und Behandlung der Phlegmone

Das Erkennen einer Phlegmone beschränkt sich häufig auf eine Sichtdiagnose. Durch die typischen Anzeichen wissen Pferdebesitzer und Tierarzt häufig schon auf den ersten Blick, dass das Pferd an einem Einschuss leidet. Da Bakterien die Entzündung auslösen, muss das Pferd mit einem Antibiotikum versorgt werden, damit sich die Erreger nicht weiter im Pferdekörper ausbreiten.

Um dem Pferd die Schmerzen zu nehmen und sein Fieber zu senken, ist außerdem eine Behandlung mit einem Entzündungshemmer wichtig. Häufig kommt hier Phenylbutazon zum Einsatz. Ein zusätzlichen Angussverband schafft eine gute Umgebung für die Heilung der Phlegmone. Auch leichte Bewegung im Schritt ist erlaubt, um die Blutzirkulation anzuregen.

 INFO TO GO - Phlegmone beim Pferd
 
  • Ein Einschuss entsteht, wenn bakterielle Erreger wie Streptokokken über kleine Hautwunden in das Unterhautgewebe des Pferdes eindringen und dort eine Entzündung auslösen
  • Diese Entzündung ist für das Pferd sehr schmerzhaft und zeigt sich dem Pferdebesitzer in Form von Schwellung, Erwärmung der betroffenen Stelle, Lahmheit und Fieber
  • Eine schnelle Behandlung mit einem geeigneten Antibiotikum, einem Entzündungshemmer und Angussverbänden ist bei einem Einschuss immer unerlässlich, um ein weiteres Ausbreiten der Bakterien zu verhindern. Futtermittel, die Haut und Immunsystem unterstützen, können vorbeugend dabei helfen, eine Phlegmone zu verhindern
 

Wie ist einer Phlegmone beim Pferd vorzubeugen?

Da Streptokokken und Staphylokokken Bewohner einer gesunden Hautflora sind, kann man Infektionen nach Verletzungen nicht immer verhindern. Um einem Einschuss vorzubeugen, sollte man also Hautverletzungen so gut es geht vermeiden.

Stallungen und Koppeln sind so zu bauen, dass Verletzungsrisiken gering sind. Regelmäßig ausgeschnittene Hufe, saubere Boxen und eine frühzeitige Behandlung beugen Strahlfäule und so einer Eintrittspforte für Erreger vor. Auch Mauke und Raspe sollte man immer schnell behandeln.

Ist das Pferd beschlagen, können Hufglocken und Gamaschen während der Arbeit und beim Weidegang die Beine vor Verletzungen durch Anschlagen des Pferdes an die eigenen Beine schützen. Auch das tägliche Abtasten der Pferdebeine und die Desinfektion vorhandener Wunden mit jodhaltigen Mitteln beugt Infektionen vor.

Einschuss - eine lebensbedrohliche Lage für’s Pferd?

Da sich die Infektion von der Unterhaut aus über Lymphgefäße in tiefere Schichten des Bindegewebes ausbreiten oder sogar in den Blutkreislauf des Pferdes gelangen kann, sollte man einen Einschuss nie auf die leichte Schulter nehmen.

Eine möglichst zeitnahe Vorstellung beim Tierarzt und das gewissenhafte Einhalten der Behandlungsempfehlung sollten daher selbstverständlich sein. Andernfalls kann das Pferd eine Blutvergiftung (Sepsis) erleiden, die durchaus einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt. Bei einer frühzeitigen Therapie ist die Prognose einer Phlegmone aber in der Regel gut. Die Dauer, bis alle Symptome abklingen, hängt neben dem Zeitpunkt des Therapiebeginns auch von der Schwere der Beschwerden ab.

Durch die Medikamentengaben sollte das Fieber jedoch bereits innerhalb weniger Stunden sinken. Bis die Schwellung vollständig zurückgeht, kann es länger dauern, da der Körper die Flüssigkeit aus dem Gewebe resorbieren muss.

Haut und Immunsystem des Pferdes unterstützen - MASTERHORSE-Expertentipp

Verletzungen der Pferdehaut lassen sich nicht immer vermeiden. So wie wir uns einmal kleine Kratzer zuziehen, passieren auch dem Pferd im Alltag kleine Unfälle, denen die Haut nicht immer standhält. Damit das Immunsystem des Pferdes für das Eindringen von Keimen gewappnet ist, ist neben der bedarfsdeckenden Fütterung mit allen wichtigen Nährstoffen auch eine kurweise Gabe von Kräutern sinnvoll.

MASTERHORSE RESISTANT enthält Hagebuttenschalen, Kamillenblüten, Sonnenhutkraut, Weißdorn und isländisches Moos. Die sekundären Pflanzenstoffe dieser Kräuter können antibakterielle Wirkungen entfalten und das Abwehrsystem des Pferdes so effektiv bei der Bekämpfung von Krankheitserregern unterstützen.

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