Das Shivering-Syndrom beim Pferd

Shivering Syndrom Pferd: Leben mit der Zitterkrankheit

Pferde mit dem Shivering Syndrom, hierzulande oft Zitterkrankheit genannt, wirken auf den ersten Blick völlig gesund. Nur in bestimmten Situationen wie beim Hufeauskratzen oder Rückwärtsrichten tritt ein leichtes bis starkes Muskelzittern auf. Heilbar ist die Krankheit noch nicht. Mit angepasster Fütterung, artgerechter Haltung und entsprechendem Training kann man betroffene Pferde aber häufig trotzdem normal reiten.

Das Phänomen Shivering Pferd kennt man schon seit dem 19. Jahrhundert. Damals berichtete man vor allem von Kaltblütern und Zugpferden, die unter der Zitterkrankheit litten. Bis heute sind sehr schwere und überdurchschnittlich große Pferde, also Kaltblüter und große Warmblüter, besonders häufig betroffen. Dagegen tritt die Krankheit bei Ponys nur selten auf. Wallache und Hengste erkranken eher als Stuten. Generell kann die Zitterkrankheit aber bei Pferden jeder Rasse und jedes Geschlechts ausbrechen. In der Regel beginnt das Shivering schon beim noch jungen Pferd im Alter von etwa vier bis sieben Jahren.

  • INFO TO GO – Shivering Syndrom Pferd
  • Shivering Pferde wirken meist völlig gesund, leiden aber unter unwillkürlichen Muskelbewegungen wie Zittern und krampfartigen Bewegungen. Diese treten vor allem an der Hinterhand auf, besonders beim Rückwärtsrichten und beim Aufnehmen der Hufe.
  • Wie das Shivering Syndrom entsteht, ist noch nicht genau geklärt.
  • Man kann die Krankheit nicht heilen. Mit einer entsprechenden Fütterung und Haltung können viele Pferde aber beschwerdefrei leben und oft auch recht problemlos geritten werden.
  • Pferde mit Shivering Syndrom profitieren von einer fettreichen, kohlenhydratarmen Grundfütterung sowie einer hochwertigen Vitamin- und Spurenelement-Versorgung.

Shivering Syndrom Pferd: Symptome

Das Shivering Syndrom beschreibt unwillkürliche Muskelbewegungen. Die fallen je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich heftig aus: Von leichtem Muskelzittern und plötzlichen Schweifbewegungen bis hin zu ruckartigem Strecken oder krampfhaftem Anziehen der Beine. In den meisten Fällen betrifft das nur die Muskulatur der Hinterhand und des Schweifs.

Seltener tritt das Zittern auch an den Vorderbeinen auf. Und in einigen wenigen Fällen zittert sogar der Pferdekopf mit. Das äußert sich dann in übermäßigem Augenzwinkern, hektischem Ohrenspiel oder einem zuckenden, verkrampften Maul. Oft bekommen die erkrankten Pferde am Anfang der Erkrankung hauptsächlich dann Probleme, wenn sie auf drei Beinen stehen sollen. Sie geben nur zögerlich die Hufe. Besondere Probleme macht der Termin beim Schmied. Auch Rückwärtsrichten ist oft schwierig, egal ob mit oder ohne Reiter. Zum Muskelzittern können dann auch noch Gleichgewichtsprobleme kommen.

Bei Pferden, bei denen die Krankheit schon weiter fortgeschritten ist, kann man das Muskelzittern manchmal auch in der Vorwärtsbewegung beobachten. Gleichzeitig baut die Muskulatur der Hinterhand in diesem Stadium oft ab. Da sich die Tiere im Stall nicht gerne hinlegen, können sie unter Schlafentzug leiden.

Das Pferd kann die Muskelbewegungen, die beim Shivering Syndrom auftreten, nicht steuern. Immerhin geht man davon aus, dass sie keine Schmerzen verursachen.

Verwechslungsgefahr bei der Diagnose

Besonders zu Beginn ist die Krankheit manchmal schwer zu erkennen. Das liegt einmal daran, dass es noch kein standardisiertes Diagnoseverfahren gibt. Zudem können bei anderen gesundheitlichen Problemen ähnliche Symptome auftreten. Dazu gehören unter anderem Knieband-Verletzungen, Kissing Spines und Hahnentritt.

Besonders mit dem Hahnentritt, auch Zuckfuß genannt, wird das Shivering häufig verwechselt. Hier muss der Tierarzt sehr genau hinschauen. Zieht ein Shivering Pferd ein Bein krampfartig an, verharrt es kurz in dieser Position, bevor es das Bein langsam wieder absetzt. Leidet das Pferd unter Hahnentritt, zieht es das Hinterbein oft bei jedem Schritt ruckartig hoch und setzt es anschließend genauso schnell wieder ab.

Shivering Syndrom Pferd: Ursachen, Vorbeugung, Behandlung

Bis heute ist nicht genau geklärt, wie die Krankheit entsteht. Als Ursachen diskutiert werden muskuläre, neurologische oder neuromuskuläre Probleme sowie hormonelle Störungen. Auch Traumata, zum Beispiel nach Stürzen, schwere Infekte und genetische Veranlagungen könnten eine Rolle spielen.

2015 kamen Wissenschaftler der Universität Minnesota in einer Studie zu dem Ergebnis, dass der Abbau von Nervenzellen im Kleinhirn für die Krankheit verantwortlich sein könnte. Weil man die Ursachen für das Shivering Syndrom noch nicht sicher kennt, kann man auch nicht vorbeugen. Und bis heute gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten, die Heilung versprechen.

Die gute Nachricht: Passt man Fütterung, Haltung und Training entsprechend an, können die meisten Pferde noch jahrelang beschwerdefrei leben. Das Fortschreiten der Krankheit kann nicht immer aufgehalten, aber in vielen Fällen stark verzögert werden.

Shivering Syndrom Pferd: Fütterung

Inzwischen weiß man, dass Pferde mit der Zitterkrankheit von einer Fütterung profitieren, die fettreich, aber stärkearm ist. Diese kann die Krankheit zwar nicht heilen. In vielen Fällen reduziert sie aber die Häufigkeit der Muskelverkrampfungen. Für die Speisekarte heißt das: Hochwertiges Heu und Gras in Maßen ist erlaubt, Getreide sollte vermieden werden. Eine gute getreidefreie und strukturreiche Alternative bietet unser Müsli MASTERHORSE FASER-PLUS. Es enthält einen hohen Anteil an Strukturfasern, verschiedene stoffwechselunterstützende Kräuter und Vitalstoffe.

Fett und Energie liefern hochwertige Öle wie das MASTERHORSE LEINÖL.

Wichtig ist außerdem, dass das Shivering Pferd optimal mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren versorgt wird. Nach der Erfahrung vieler Tierärzte profitieren erkrankte Pferde vor allem von Magnesium, Mangan, Vitamin B und E.

Eine Rundumversorgung bietet das Mineralfutter MASTERHORSE BASIS-METABOL. Es enthält auch die für das Nervenkostüm wichtige Aminosäure Tryptophan, die alternativ auch über das Spezialfuttermittel MASTERHORSE MAG-PRO verabreicht werden kann.

Hilfe für Pferde mit Shivering Syndrom

Artgerechte Haltung
Shivering Pferde, die Probleme beim Rückwärtsrichten haben, brauchen viel Platz, um problemlos wenden zu können. Auch der Schlafplatz sollte großzügig bemessen sein. Dazu kommt, dass sich die Symptome verschlimmern können, wenn betroffene Pferde lange stehen. Die Haltung in einer normal großen Box ist also alles andere als ideal. Besser geeignet sind großzügige Paddockboxen oder, noch besser, Offen- und Laufställe. Hier sollte man ganz besonders darauf achten, dass es keine engen Gassen oder Futterständer gibt, aus denen das Pferd unter Umständen nur rückwärts wieder heraus kommt.

Shivering Pferd und der Hufschmied
Wenn schon das Hufeauskratzen schwierig ist, wird das Beschlagen beim Hufschmied zur Tortur. Wenn man Glück hat, kommt das Shivering Pferd auch barfuß oder mit Hufschuhen gut zurecht. Dann dauern die Sitzungen beim Hufschmied wenigstens nicht ganz so lange. Geht es nicht anders, muss das Pferd für den Beschlag sediert werden.

Training
Tierärzte raten dazu, Pferde mit Shivering Syndrom regelmäßig zu trainieren und zu gymnastizieren. Denn eine kräftige Muskulatur kann die Intensität der Symptome reduzieren. Zudem fällt es Shivering Pferden oft schwerer, einmal verlorene Muskulatur wieder aufzubauen. Wie stark man ein Shivering Pferd noch belasten kann, hängt dabei immer vom Einzelfall und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Viele Pferde mit leichten Symptomen gehen fast oder völlig beschwerdefrei unter dem Sattel. Es gibt sogar Shivering Pferde, die erfolgreich im Turniersport auf hohem Niveau eingesetzt werden. Ist die Krankheit aber schon weiter fortgeschritten, kann es nötig sein, das Pferd in Rente zu schicken.

Stress
Inzwischen ist bekannt, dass sich die Shivering Symptome unter Stress verstärken. Vermeiden Sie deshalb wenn möglich unnötige Aufregung wie häufige Stallwechsel oder eine sehr fordernde Wettkampfsaison.

Hänger fahren
Transporte bedeuten für viele Pferde Stress. Dagegen können regelmäßiges Hängertraining und eine besonnene Fahrweise helfen. Pferde, die Probleme beim Rückwärtsgehen haben, sollten in einem Anhänger mit Frontausstieg transportiert werden.

Linderung für verkrampfte Muskeln
Beim Shivering Syndrom verkampft die Muskulatur. Regelmäßige Physiotherapie, Akupunktur oder Massagen versprechen zumindest vorübergehende Entspannung.


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