Angelaufene Beine beim Pferd

Hilfe für Pferde mit angelaufenen Beinen

Wenn Pferdebeine anschwellen, stimmt etwas nicht. Im besten Fall ist Bewegungsmangel schuld daran, dass Lymphflüssigkeit in die Fesseln sackt. Aber auch Giftpflanzen, Viren, Stoffwechselstörungen und Verletzungen können angelaufene Beine verursachen. Pferdebeine schwellen häufig paarweise an heißen Tagen an, nach einem Wetterumschwung, einer großen Belastung oder morgens nach der nächtlichen Boxenruhe.

Manchmal wird nur ein Bein dick, manchmal sind aber auch alle vier Gliedmaßen betroffen. Das ist an sich keine Krankheit, aber immer ein Symptom für gesundheitliche Probleme und Störungen im Lymphsystem bzw. der Nierenfunktion.

Wie funktioniert das Lymphsystem des Pferdes?

Das Lymphsystem zieht sich als Netzwerk durch den gesamten Körper des Pferdes. Es ist wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. In der Lymphe, einer wässrigen Flüssigkeit, transportiert es Nährstoffe wie Eiweiße und Fette, aber auch Bakterien und Abfallstoffe.

Die Lymphknoten sind so etwas wie kleine Klärwerke, in ihnen wird die Lymphe gefiltert und Krankheitserreger entsorgt. Rund 8.000 Lymphknoten gibt es im Pferdekörper. Zum Vergleich: Menschen haben nur 400 bis 600.

Pferd hat Beine geschwollen

Nach einer Filterung in den Lymphknoten fließt die Lymphe in das Venensystem zurück. Dieser Lymphfluss wird zum einen aktiv von den Lymphgefäßen gefördert. Zum anderen unterstützen die Kontraktion der Muskeln, die Pulsation der Arterien sowie die Atem- und Darmbewegung diesen Rückfluss.

Wird der Fluss der Lymphe unterbrochen, bleiben Flüssigkeit und Schadstoffe im Gewebe, es kommt zu Schwellungen. Damit das Lymphsystem optimal funktionieren kann, braucht es ausreichend Flüssigkeit und Vitalstoffe. Zudem ist es wichtig, dass sich das Pferd in gesundem Maß bewegt.

Mögliche Ursachen für geschwollene Pferdebeine

Zu wenig Bewegung
Pferde haben keine besonders leistungsfähige Lymphgefäßwandpumpe. Brauchen sie auch nicht, zumindest nicht in freier Wildbahn. Denn bei der Nahrungssuche und beim Spielen bewegt sich das Steppentier zwangsläufig so viel, dass auch das Lymphsystem in Schwung kommt. Moderne Pferde bewegen sich dagegen oft zu wenig. Manchmal, weil sie in der Box oder auf einem kleinen Paddock stehen.

Aber auch auf größeren Weiden und in Offenställen können Bewegungsanreize fehlen. Zum Beispiel, wenn die Weide schon abgegrast ist oder das Pferd bis über die Hufe im Schlamm versinkt. Und im Sommer flüchten Offenstallpferde gelegentlich vor Insekten und der Hitze in den Unterstand und harren dort stundenlang aus. Was dann passieren kann, kennen diejenigen, die in ihrem Job von morgens bis abends stehen müssen oder schon mal einen Langstreckenflug absolviert haben.

Das lange Stehen oder Sitzen schwächt das Bindegewebe, das „Wasser“ staut sich in den Beinen. Bei Pferden schwellen in diesem Fall oft beide Hinterbeine an.

Stallbandagen, wenn das Bein vom Pferd geschwollen ist?
Bis heute gehört es in einigen Ställen zum guten Ton, Pferde nachts zu bandagieren. Von diesen Stallbandagen, egal ob elastisch oder nicht, raten Tierärzte inzwischen vehement ab. Denn gerade am empfindlichen Fesselkopf können Bandagen den Lymph- und Blutfluss abschnüren. Und genau das führt dann dazu, dass die Beine anschwellen.

Wassermangel
Nur wenn der Körper ausreichend hydriert ist, kann das Lymphsystem optimal arbeiten. Ein Flüssigkeitsdefizit kann entstehen, wenn das Pferd schlichtweg nicht genug trinkt. Auch starkes Schwitzen führt zu Flüssigkeits- und Mineralverlust.

Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd rund um die Uhr Zugang zu frischem, sauberen Trinkwasser hat! An heißen Tagen sollten Sie außerdem für ausreichend Schattenplätze sorgen und das Training besser auf die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen.

Infektionen als Grund für Schwellungen des Pferdebeins
Steckt eine Infektion hinter den angelaufenen Gliedmaßen, sind in der Regel alle vier Beine betroffen. Fieber kann auf eine Infektion durch Viren oder Bakterien hindeuten, manche Infektionen verlaufen aber auch fieberfrei. Gehen die Schwellungen mit starkem Juckreiz einher, könnte es sich um eine Milbeninfektion handeln.

Bein geschwollen: Phlegmone
Ist nur ein Bein geschwollen, handelt es sich wahrscheinlich um eine Phlegmone, landläufig als Einschuss bekannt. Die Phlegmone ist eine äußerst schmerzhafte, eitrige Entzündung, die im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann. Sie entsteht, wenn Bakterien in eine Wunde eindringen und eine Infektion verursachen.

Damit das gar nicht erst passiert, sollten Sie Ihr Pferd täglich nach Wunden und kleinen Kratzern absuchen und diese fachgerecht reinigen und verarzten. Ist das Bein schon dick, rufen Sie den Tierarzt. Je schneller eine Entzündung behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Schwaches Herz und Kreislaufprobleme
Das Anlaufen der Beine bei alten Pferden kann auf eine Herzschwäche hindeuten, bei jüngeren Pferden auch auf Kreislaufprobleme.

Nieren- und Leberstoffwechsel
Angelaufene Beine können auch ein Symptom für Probleme im Nieren- und Leberstoffwechsel sein. Beide Organe können in der Zeit des Fellwechsels, durch Medikamentengabe oder eine Impfung, Parasiten, Fütterungsfehler, Heulage oder die Aufnahme von Giftpflanzen verstärkt belastet werden. Im Winter, besonders bei nass-kaltem Wetter, kühlen die Nieren zudem schneller aus. Probleme im Leber- und Nierenstoffwechsel führen dazu, dass Giftstoffe nicht mehr optimal über die Niere ausgeschieden werden.

Probleme im Darmtrakt
Hat ein Pferd häufiger geschwollene Beine, können Fütterungsfehler dahinter stecken. Bekommt das Pferd zu wenig oder zu wenig hochwertiges Heu oder zu viel Kraftfutter, gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht. Dabei entstehen Endotoxine und andere Substanzen, die den gesamten Stoffwechsel belasten und zum Anschwellen der Beine führen können. Ebenso krank machen kann ein zu hoher Eiweißanteil. Das überschüssige Protein muss nämlich abgebaut werden. Dazu wird es im Dünndarm in seine Bestandteil, die Aminosäuren, zerlegt. Dabei wird auch das giftige Ammoniak frei gesetzt. Schaffen es Leber und Niere nicht, Ammoniak beizeiten in ungiftigen Harnstoff zu verstoffwechseln und auszuscheiden, zirkuliert das Nervengift im Blut. In Folge kann es zu angelaufenen Beinen kommen.

Vergiftungen als Ursache für geschwollene Beine
Schimmelpilze, in der Fachsprache Mykotoxine genannt, können sich in Getreide, minderwertigem Heu, Silage, Obst und in der Einstreu verbergen und sind mit bloßem Auge oft kaum zu erkennen. Neben der Gruppe der fäulniserregenden Schimmelpilzen, die bei gelagertem Futter aktiv werden, gibt es die endophytisch aktiven Schimmelpilze.

Diese befallen einige Grasarten. Besonders häufig betroffen sind Deutsches Weidelgras, Rotschwingel und Wiesenschwingel. Man spricht deshalb auch vom Schwingelödem. Geschwollene Beine gehören zu den ersten Anzeichen für eine Belastung mit Mykotoxinen. Weitere Symptome sind Lethargie, Probleme beim Fellwechsel, Unfruchtbarkeit, Koliken, Leistungsabfall und Hautekzeme. Im schlimmsten Fall kann eine Mykotoxin-Vergiftung tödlich sein.

Vorbeugend sollte man regelmäßig die Futterqualität überprüfen und die Weiden entsprechend pflegen. Zudem kann man die Entgiftungsorgane, also Leber, Nieren und Darm, mit bestimmten Kräutern bei ihrer Arbeit unterstützen.

  • INFO TO GO – Geschwollene Pferdebeine
  • Angelaufene Beine können ganz unterschiedliche Ursachen haben: Von Bewegungsmangel über Stoffwechselstörungen bis hin zu Infektionen und Vergiftungen. Ziehen Sie im Zweifel den Tierarzt zu Rat.
  • Damit das Lymphsystem optimal funktionieren kann, braucht es ausreichend Flüssigkeit und Vitalstoffe. Zudem ist es wichtig, dass sich das Pferd in gesundem Maße bewegt.
  • Die beste Erste Hilfe Maßnahme bei geschwollenen Beinen ist Kühlen. Zudem müssen die Ursachen abgestellt, beziehungsweise behandelt werden.

Angelaufene Pferdebeine richtig behandeln

Besteht Verdacht auf eine Infektion, Austrocknung des Körpers, eine Leber- und Nierenschwäche oder eine Vergiftung, sollten Sie unbedingt den Tierarzt rufen. In weniger ernsten Fällen reicht es aber schon, die Haltung und die Fütterung zu optimieren und für regelmäßige Bewegung zu sorgen.

Den Lymphfluss ankurbeln
Bei einem Lymphstau oder einem Lymphödem tut Kälte gut. Geeignete Erste Hilfe Maßnahmen sind also behutsames Abduschen mit kaltem Wasser oder kühle Essig- oder Magerquark-Wickel. Schonende Bewegung bei einem Spaziergang an der Hand regt zudem Gefäßwandmuskulatur und damit auch den Lymphfluss an.

Manuelle Lymphdrainage
Leidet ein Pferd häufig unter angeschwollenen Beinen, kann eine manuelle Lymphdrainage helfen. Dabei werden mit einer speziellen Massagetechnik die Gefäße sowie das Unterhaut-Bindegewebe entstaut. Anschließend kann die Lymphe wieder besser fließen. Die Behandlung sollte ein Tierarzt oder ein Pferdephysiotherapeut durchführen.

Kompressionsstrümpfe
Bandagieren sollte man geschwollene Pferdebeine grundsätzlich eher nicht. Besser geeignet um den lymphatischen Rückfluss zu fördern, sind spezielle Kompressionstrümpfe für Pferde. Diese sollten individuell angepasst werden. Kompressionsstrümpfe können zum Beispiel helfen, wenn ein Pferd krankheitsbedingt länger in der Box stehen muss oder ein sehr geschwächtes Bindegewebe hat.

Dann dürfen sie sogar bei der Arbeit getragen werden. Auch nach einer manuellen Lymphdrainage wird ihr Einsatz empfohlen. Wichtig: Bevor Sie zum Kompressionsstrumpf greifen, sollten Sie Rücksprache mit dem Tierarzt nehmen. Wenn das Pferd unter einer akuten Entzündung leidet, sind nämlich auch Kompressionsstrümpfe tabu.

Fütterung: Stoffwechsel vom Pferd unterstützen

Um angelaufene Beine vorzubeugen oder zu behandeln, ist eine pferdegerechte Grundfütterung mit hochwertigem Wiesenheu unverzichtbar. Bestimmte Kräuter können zusätzlich dabei helfen, den gesamten Stoffwechsel zu unterstützen und das Pferd zu entgiften. In der korrekten Zusammensetzung und Dosierung bringen Sie die Nieren und damit auch das Lymphsystem auf Trab.

Wir bieten zu diesem Zweck drei verschiedene Ergänzungsfuttermittel für Pferde mit angelaufenen Beinen an:

- Das EQUIPUR-renal enthält spezielle Kräuter wie Weißdorn, Birke, Arnika und Brennnessel. Die sorgfältig abgestimmte Zusammensetzung unterstützt die Nieren- und Entgiftungsfunktion optimal. Dieses Pulver regt die Herz- und Kreislauftätigkeit an und verbessert damit auch die Lymphdrainage.

- MASTERHORSE HAEMOCLEAR fördert den gesamten Nieren-Stoffwechsel und auch die Wasserausscheidung. Die reine Kräutermischung enthält Brennnessel, Heidekraut, Birkenblätter, Löwenzahnkraut, Ackerschachtelhalm, Wachholderbeeren und Walnuss.

- Als Mineralfutter für Pferde mit empfindlichem Stoffwechsel empfehlen wir das MASTERHORSE BASIS-METABOL. Die enthaltenen probiotischen Lebendhefen, einige ausgewählte Kräuter und das der Rezeptur hinzugefügte Lecithin stärken Leber und Nieren, fördern die Stoffwechselvorgänge auf effektive Weise und unterstützten die Verdauung.


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