Eisenmangel beim Pferd

21.11.2017

Eisenmangel beim Pferd - Symptome, Folgen, Vorbeugung

Eisenmangel beim PferdBeim Menschen ist Eisenmangel nicht selten, insbesondere Frauen weisen häufig ein Defizit des Spurenelements auf. Auch viele Pferdebesitzer legen ein besonderes Augenmerk auf die Eisenversorgung ihres vierbeinigen Partners. Lesen Sie in diesem MASTERHORSE-Expertentipp, welche Rolle Eisen in der Pferdefütterung spielt und wie ein Eisenmangel beim Pferd entstehen kann.

Das Spurenelement Eisen - wie wichtig ist es für das Pferd?

Eisen ist ein Spurenelement und gehört zu den sogenannten Mikronährstoffen. Spurenelemente liegen, wie ihr Name schon sagt, nur in Spuren im Körper vor. Doch nur weil sie nur in kleinsten Mengen vorhanden sind, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass sie keine wichtigen Aufgaben im Körper erfüllen. Eisen ist beispielsweise Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und des roten Muskelfarbstoffs (Myoglobin).

Diese beiden Farbstoffe sind für den Sauerstofftransport in Blut und Muskel unentbehrlich. Damit der Körper ausreichend viel dieser Farbstoffe bilden kann, muss das Pferd Eisen regelmäßig über das Futter aufnehmen. Abhängig von Lebensabschnitt und Nutzung des Pferdes liegt die Empfehlung zur täglichen Eisenversorgung bei einem 500kg schweren Pferd ungefähr zwischen 400 und 530mg.

Vor allem bei großen Blutverlusten oder in starken Belastungssituationen durch Leistungstraining steigt der Eisenbedarf des Pferdes. Auch heranwachsende Fohlen brauchen für die Blutbildung vermehrt Eisen. Deshalb kommen sie mit einer Art Reservepuffer an Eisen zur Welt, der einen Eisenmangel verhindert, bis das Fohlen selbstständig festes Futter aufnimmt.

Die Versorgung mit Eisen im Pferdefutter

Heu und Gras enthalten in der Regel ausreichende Mengen des Spurenelements, um den Eisenbedarf des Pferdes zu decken. Dennoch tritt ein Eisenmangel beim Pferd immer wieder auf.

Allerdings entsteht der Eisenmangel in der Regel nicht durch eine mangelnde Zufuhr über die Fütterung, sondern durch andere Faktoren. Ein sehr starker Befall mit Würmern kann zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt des Pferdes führen. Durch den dauerhaften Blutverlust gehen auch große Mengen an Blutfarbstoff und mit ihm Eisen verloren. Die Pferde entwickeln eine Blutarmut (Anämie, Eisenmangelanämie).

Andere Blutverluste z.B. durch Magengeschwüre, Verletzungen oder Operationen können ebenfalls zu einer vorübergehenden Blutarmut beim Pferd führen. Unter sehr starken Belastungen kann der Eisenbedarf des Pferdes steigen und die Versorgung über das Futter in Ausnahmefällen zu knapp sein. Vor allem Rennpferde müssen für die hohe Leistung, die sie erbringen, viele rote Blutzellen bilden und benötigen vermehrt Eisen. Außerdem kommt es über den Schweiß zu Eisenverlusten, was den Bedarf bei häufigem und sehr starkem Schwitzen des Pferdes erhöhen kann.

Um abzuschätzen, ob die Eisenversorgung in solchen Situationen weiterhin ausreichend ist, empfiehlt es sich die täglichen Futtermengen grob zu errechnen, wie hoch die Eisenversorgung ist. Häufig übersteigt sie den Erhaltungsbedarf und ist so auch in belastenden Situationen noch ausreichend. Hierbei muss man aber auch den im Futter vorliegenden Eisenverbindungen und ihrer Verfügbarkeit sowie eventuellen Überversorgungen mit anderen Spurenelementen, die mit Eisen in Konkurrenz stehen, Beachtung schenken.

Anzeichen eines Eisenmangels beim Pferd

Da ein Eisenmangel beim Pferd in der Regel immer auf eine andere Grunderkrankung zurückzuführen ist, überwiegen meist die Symptome der für den Mangel ursächlichen Krankheit. Bei einem starken Parasitenbefall können neben Gewichtsverlust trotz gutem Fressen und Leistungsschwäche im Training zum Beispiel Koliken auftreten.

Häufig ist der Bauch stark aufgetrieben, während das Pferd ansonsten dünn erscheint. Das Haarkleid wirkt ungepflegt und struppig. Auch sehr weit fortgeschrittene Magen- oder Darmgeschwüre führen zu dauerhaften Blutverlusten und können so zu einer Eisenmangelanämie führen. Wie beim Parasitenbefall überwiegen hier die Symptome der Grunderkrankung, wie mäkeliges Fressen, Gewichtsverlust und allgemeines Unwohlsein des Pferdes. Die Anämie selbst verursacht - wenn überhaupt - nur sehr unspezifische Symptome.

Bei bekannten Grunderkrankungen, die eine Eisenmangelanämie begünstigen können, ist es deshalb sinnvoll eine Blutuntersuchung durchführen zu lassen. Schon ein kleines Blutbild gibt Aufschluss über eine mögliche Blutarmut des Pferdes. Auch bei scheinbar grundlosen Leistungseinbußen im Training oder anderen unklaren Symptomen kann ein Blutbild hilfreich bei der Ursachenforschung sein.

INFO TO GO - Eisenmangel beim Pferd  
  • Die Eisenversorgung über das Heu ist in den meisten Fällen ausreichend. Im Wachstum oder bei Hochleistungspferden kann eine zusätzliche Eisenergänzung sinnvoll sein.
  • Eisenmangel tritt bei Pferden fast immer als Folge einer anderen Grunderkrankung mit Blutverlusten auf. Dazu zählen z.B. starke Verwurmung und weit fortgeschrittene Magen- oder Darmgeschwüre. Auch stark blutende Verletzungen oder operative Eingriffe können zu einem Eisenverlust führen.
  • Bei einer Blutarmut durch einen Eisenmangel (Eisenmangelanämie) gilt es die zugrundeliegende Krankheit zu finden und zu behandeln, damit das Pferd seine Eisenspeicher wieder füllen und Blutverluste ersetzen kann.
 

Wie ist ein Mangel an Eisen beim Pferd zu beseitigen?

Die Zufütterung eisenhaltiger Spezialfutter ist bei einem Eisenmangel grundsätzlich sinnvoll. Hier ist besonders darauf zu achten, dass das Eisen in hoch verfügbaren Verbindungen vorliegt. Eine ausreichende Versorgung ist wichtig, damit das Pferd verlorene Blutzellen ersetzen kann.

Da es sich fast immer um einen sekundären Mangel handelt, der auf eine Grunderkrankung mit Blutverlusten zurückzuführen ist, sollte die Behandlung zusätzlich immer auch dort ansetzen. Bei einem starken Befall mit Parasiten kommt man um eine zeitnahe Entwurmung nicht herum.

Eine Abklärung von Magen- oder Darmgeschwüren ist ebenfalls sinnvoll, da sie meistens schon weit fortgeschritten sind, wenn sie eine Eisenmangelanämie verursachen. Eine fachgerechte Einordnung der zugrundeliegenden Krankheit und ihre Behandlung sind also unablässig.

Neben der Zufütterung von Eisen und dem Abstellen der Ursache für einen Mangel braucht der Körper des Pferdes für den Ausgleich einer Eisenmangelanämie Zeit. Die Bildung neuer rote Blutkörperchen beginnt im Knochenmark und jede Blutzelle durchläuft mehrere Vorläuferstadien, bevor sie ihrer Aufgabe als Sauerstofftransporter nachkommen kann.

Eisenüberschuss beim Pferd

Pferde sind gut daran angepasst mehr Eisen aufzunehmen als sie benötigen, da sie ihre Nahrung vom Boden aufnehmen und dadurch immer auch eisenhaltige Erde in den Verdauungskanal des Pferdes gelangen kann. Regulationsmechanismen im Darm sorgen dafür, dass der Körper nicht zu viel des Spurenelements aus dem Futter aufnimmt.

Eisenmangel beim Pferd - Behandlungen

Überschüssiges Eisen im Körper liegt an Eiweiße gebunden vor allem in der Leber vor. Durch diese Mechanismen kann das Pferd relativ hohe Eisenaufnahmen tolerieren, ohne dass es sich an dem Spurenelement vergiftet. Doch wie bei den meisten lebenswichtigen Nährstoffen gibt es auch beim Eisen ein zu viel des Guten. In den letzten Jahren diskutierten Experten darüber, ob ein Eisenüberschuss im Futter an Erkrankungen wie dem equinen metabolischen Syndrom (EMS) beteiligt sein könnte.

Fragestellungen wie diese sind immer wieder Gegenstand von Forschungsarbeiten, bisher können Wissenschaftler aber keine sicheren Aussagen über einen möglichen Zusammenhang treffen. Akute Vergiftungserscheinungen traten beim Pferd bisher nur nach sehr hohen Gaben an Eisenfumarat auf. Diese befanden sich aber in Dimensionen, die in der herkömmlichen Pferdefütterung nicht zu erreichen sind. Dennoch ist es empfehlenswert große Eisenüberschüsse zu vermeiden, da sie zu einem sekundären Mangel an Phosphor, Zink und Mangan führen können.

Die Versorgung des Pferdes mit Eisen - MASTERHORSE Expertentipp

Eine pferdegerechte Fütterung mit mindestens 1,5kg Heu pro 100kg Körpermasse des Pferdes sichert die Eisenversorgung im Normalfall ausreichend. Um auch eine optimale Versorgung mit allen anderen Nährstoffen zu gewährleisten, empfehlen wir bei Freizeitpferden eine Ergänzung der Futterration aus Heu und gegebenenfalls Hafer mit MASTERHORSE BASIS. Es enthält neben Eisen auch andere lebenswichtige Nährstoffe wie Kupfer, Zink, Selen und Vitamine. Besondere Lebensumstände wie Wachstum oder Hochleistungstraining stellen auch besondere Ansprüche an die Nährstoffversorgung.

Beim heranwachsenden Pferd ab dem dritten Lebensmonat empfehlen wie deshalb eine Zufütterung von MASTERHORSE JUNIOR. Durch höhere Gehalte an Eisen als im MASTERHORSE BASIS fängt es den Mehrbedarf durch das Wachstum ab und gewährleistet eine gesunde Entwicklung, damit einer späteren Karriere als Reitpferd nichts im Wege steht. Auch Pferde im Leistungssport haben durch hohe Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems und Nährstoffverluste über den Schweiß einen höheren Eisenbedarf als Freizeitpferde.

MASTERHORSE POWERSPORT enthält deshalb mehr Eisen als Mineralfutter für Pferde, die nur freizeitlich genutzt werden. Nach besonders belastenden Situationen mit großen Schweißverlusten in Training oder Wettkampf kann außerdem eine Fütterung von MASTERHORSE-ELEKTROLYT-2000 PLUS PELLETS sinnvoll sein. Neben Eisen enthält es auch die Elektrolyte Natrium, Chlorid und Kalium, um Verluste schnell und effektiv auszugleichen.

Zusätzlich ist in unserem Sortiment das speziell für die Eisenversorgung des Pferdes entwickelte EQUIPUR-ferrochel erhältlich. Neben Eisen enthält es unter anderem auch die Spurenelemente Silizium, Zink, Kupfer und Kobalt sowie lebenswichtige Vitamine. Es führt dem Organismus alle für die Blutbildung notwendigen Nährstoffe zu und unterstützt das Pferd so bei der Genesung.

Fütterungstipps

  • MASTERHORSE BASIS

    • mit Anis, Fenchel, Heublumen und Minze
    • enthält alle wichtigen Mineralstoffe und Vitamine
    • pelletiert und sehr schmackhaft

    ab 28,95 €* 8,04 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE JUNIOR

    • Ideal für Fohlen ab dem 3. Lebensmonat
    • Mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen
    • Methionin und Lysin fördern den Muskelaufbau

    ab 31,95 €* 8,88 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE POWERSPORT

    • unterstützt den Energie- und Muskelstoffwechsel
    • beschleunigt die Regeneration nach Arbeit oder Wettkampf
    • mit Carnitin, Lecithin und Lysin

    ab 38,95 €* 10,82 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE ELEKTROLYT-2000-PLUS PELLETS

    • zum Ausgleich von Elektrolytdefiziten
    • verhindert so Leistungseinbußen oder Schädigungen im Organismus

    ab 23,95 €* 15,97 € * / 1 kg
  • EQUIPUR-ferrochel

    • mit organischem Eisen, Zink und Selen
    • mit den für den Eisenstoffwechsel wichtigen Cofakoren Vitamin E, B und C
    • beugt Eisenmangel beim Pferd vor

    ab 29,50 €*