EMS beim Pferd - dick, dicker, krank

EMS beim PferdDauerhaftes Übergewicht führt auch bei Pferden zu Problemen und Wohlstandskrankheiten. Häufig sind leichtfuttrige Rassen besonders betroffen. In ihrer ursprünglichen Heimat mussten sie mit kargem Futter auskommen, während sie hier in Mitteleuropa durch das üppige Futterangebot zu energiereich gefüttert werden. Hinzu kommt, dass dicke Pferde häufig weniger trainiert oder bewegt werden. Diese Kombination aus zu nahrhaftem Futter und zu wenig Bewegung kann zu Übergewicht und zum metabolischen Syndrom beim Pferd führen.

Equines metabolisches Syndrom (EMS) beim Pferd - Ursachen und Diagnose

Der Pferdekörper ist darauf ausgerichtet, in Zeiten mit hohem Futterangebot Fettdepots für den Winter anzulegen. Besonders ausgeprägt ist diese Fähigkeit bei nordischen Robustrassen, die in ihrer Heimat harte Winter mit einem kleinen Futterangebot überstehen mussten. Heutzutage finden unsere Pferde auch im Winter ein Schlaraffenland vor. Die Fettdepots werden nicht aufgebraucht mit der Folge, dass die Pferde verfetten. Das überschüssige Fettgewebe bildet entzündungsfördernde Faktoren und Hormone. Diese Stoffe beeinflussen das Hungergefühl, den Glukose- und Fettstoffwechsel, den Blutdruck und die Immunfunktion.
EMS ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, der eine Insulinresistenz zur Folge hat. Insulin sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Muskulatur oder die Leber geschafft und dort als Glykogen gespeichert wird. Hohe Insulinwerte sorgen dafür, dass der Körper Vorräte anlegt; der Abbau von Körperfett hingegen ist erschwert.
Durch zu große Getreiderationen oder viel Weidegang erhöht sich der Blutzuckerspiegel. Eine Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) über einen längeren Zeitraum hinweg kann dazu führen, dass das Insulin seine Wirksamkeit verliert. In diesem Zustand ist die Fähigkeit des Insulins, Muskulatur und Leber zur Aufnahme von Blutzucker zu veranlassen, eingeschränkt (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse schüttet zur Kompensation noch mehr Insulin aus, wodurch sich die Insulinresistenz noch weiter verstärkt. Die Insulinresistenz (Diabetes) zählt zu den möglichen Ursachen für die Entstehung von Hufrehe. Der Zucker im Blut und andere vom Fettgewebe gebildete Stoffe stören die Kapillarfunktion im Huf und begünstigen dadurch eine Rehe.

 INFO TO GO  
  • Übergewicht: Zuviel Futter führt zu Verfettung und einer Entgleisung des Stoffwechsels.
  • Insulin: Pferde mit EMS neigen durch die Insulinresistenz zu Hufrehe.
  • Diät und Bewegung: Vorsicht mit energiereichen Futtermitteln in größeren Mengen. Ein Pferd mit EMS muss energiearm und knapp gefüttert werden. Tägliche Bewegung fördert den Gewichtsverlust zusätzlich. Anfangs reichen längere Schrittausritte, dann kann das Trainingspensum langsam gesteigert und das Tempo und damit der Energieverbrauch erhöht werden.
 

Diabetes beim Pferd - Symptome kündigen Hufrehe an

Viele Pferde mit Diabetes (EMS) erkennt man an Fettpolstern, z.B. am Hals (Kammfett) oder am Schweifansatz. Die Pferde verlieren auch häufig an Muskulatur; sie können wegen der vorhandenen Fettschicht allerdings noch „gut“ aussehen. Weitere Symptome für eine Insulinresistenz sind:

  • Heißhunger
  • weniger Ausdauer, Abgeschlagenheit
  • vermehrtes Saufen und urinieren
  • Neigung zu Infekten und Hufrehe
  • Fruchtbarkeitsstörungen

Die Diagnose „metabolisches Syndrom“ wird häufig auch erst dann gestellt, wenn das Pferd wiederholt leichte Reheschübe hat.

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EMS beim Pferd - Fütterung

Ein zu dickes Pferd muss abspecken! Allerdings darf es nicht auf eine radikale Diät gesetzt werden, sonst besteht die Gefahr einer Hyperlipidämie (Blutverfettung). Auf energiereiche Futtermittel in größeren Mengen und Weidegras sollte verzichtet werden. Wichtig sind voluminöse und energiearme Rationen, so dass das Pferd ausreichend lange mit der Futteraufnahme beschäftigt ist. Als Basis eignet sich älteres, energiearmes Heu (1,2-1,5 kg pro 100 kg LG). Die Energiemenge muss mindestens auf den Energiebedarf des Zielgewichts reduziert werden. Bei Bedarf ist die Energiezufuhr um weitere 20 % zu kürzen. So müssen zum Energieausgleich eingelagerte Fettreserven mobilisiert werden. Ein ausgewogenes Mineralfutter und die Zufuhr von hochwertigem Eiweiß sind notwendig, damit das Pferd bei dieser knappen Fütterung ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren erhält (MASTERHORSE BASIS-METABOL). Ein speziell auf Pferde mit einer Stoffwechselentgleisung wie EMS ausgerichtetes Ergänzungsfutter ist das MASTERHORSE RE-AKTIV. Eine Diät gestaltet sich in Offenställen mit gemischten Gruppen oft schwierig. Warmblüter benötigen mehr Futter als z. B. ein leichtfuttriger Tinker. Zu Diätzwecken hat es sich bewährt, das Pferd so aufzustallen, dass es viel Auslauf zur Verfügung hat ohne dabei übermäßig Futter aufnehmen zu können. Ideal sind Offenställe, welche die Haltung dicker Pferde in sogenannten „Diät-Gruppen“ anbieten.

EMS beim Pferd ist heilbar

Liegen keine organischen Schäden vor, kann der Gesundheitszustand des Pferdes wieder verbessert und die Insulinresistenz rückgängig gemacht werden. Richtig füttern und ausreichend bewegen, das sind die zwei Schlüsselfaktoren. Neben der Diät-Kost sollte das Trainingspensum erhöht werden. Hat oder hatte das Pferd eine Hufrehe, sollte das Bewegungsprogramm mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Expertentipp:

Vorbeugen ist besser als heilen: Füttern Sie Ihr Pferd nicht zu energiereich! Bei Boxenpferden kann die richtige Futtermenge leicht rationiert und kontrolliert werden. Bei Offenstallpferden mit gemeinsamer Futterraufe und Koppelgang wird es schwieriger. Häufig hilft nur eine Fressbremse oder eine spezielle Diätgruppe. Neben weniger Futter ist Bewegung das A und O während einer Diät. Eine zusätzliche Reitbeteiligung oder eine Führanlage helfen, den Energieverbrauch des Pferdes zu erhöhen.
Die Leber ist bei Pferden mit metabolischem Syndrom besonders belastet. Sie muss die überhöhten Glukosemengen verarbeiten, eventuelle Giftstoffe während einer Hufrehe neutralisieren oder während der Diät die freigesetzten Fette verstoffwechseln. Die Kräutermischung MASTERHORSE-HEPADURE unterstützt die Leber während dieser Schwerstarbeit. Zur Unterstützung des Stoffwechsels bei Pferden mit metabolischem Syndrom hat sich das MASTERHORSE RE-AKTIV bewährt. Neben einer leberstärkenden Kräutermischung enthält dieses besondere Ergänzungsfuttermittel auch noch Komponenten wie Ginko, Mönchspfeffer, Lebendhefen, Vitamine und Spurenelemente, also alles, was ein Pferd mit Stoffwechselstörungen oder einer Neigung zu Hufrehe im erhöhten Maße benötigt.

 

Fütterungstipps

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