Hufrollenerkrankung beim Pferd

05.08.2017

HufrollenentzündungHufrolle“ - eine Diagnose, die es so eigentlich gar nicht gibt. Dennoch gleicht das Wort in den Ohren von Pferdebesitzern oft einem Schreckensgespenst. Beinahe jeder Reiter kennt ein Pferd, das laut Volksmund „Hufrolle“ hat. Doch was steckt hinter dem Begriff, was sind die Symptome, wie müsste die Diagnose richtig lauten und wie sieht die richtige Behandlung aus? Lesen Sie in unserem neuen MASTERHORSE-Expertentipp mehr darüber, was eine Hufrollenerkrankung ist, was die Ursachen sind und wie eine Vor- und Nachsorge aussehen sollte.

Hufrollenerkrankung und Hufrollenentzündung beim Pferd - was ist das?

Jedes Pferd hat vier Hufrollen - und das ist gut so. Den Hufrollenkomplex in jedem Huf bilden das knöcherne Strahlbein mit seiner Gelenkfläche zum Hufbein, seinem Bandapparat sowie der Gefäß- und Nervenversorgung, der Hufrollenschleimbeutel und die unteren Anteile der tiefen Beugesehne. Die tiefe Beugesehne setzt am Hufbein an und gleitet bei jedem Schritt des Pferdes über das Strahlbein.

Der Hufrollenschleimbeutel dient dabei als Polster, damit Sehne und Knochen keinen Schaden durch die häufige Gleitbewegung nehmen. Die Hufrolle nimmt das Gewicht des Pferdes bei jedem Schritt auf und federt es ab. Dadurch ist dieser Bereich des Pferdehufes großen Belastungen ausgesetzt. Die Hufrolle an sich hat also keinen Krankheitswert und wenn Pferdebesitzer von „Hufrolle“ sprechen, meinen sie häufig das Hufrollen-Syndrom.

Als Hufrollen-Syndrom bezeichnet der Tierarzt alle schmerzhaften, degenerativen Prozesse in diesem Bereich, die zu Lahmheiten des Pferdes führen. Bei Reitpferden handelt es sich hierbei um eine relativ häufige Lahmheitsursache, die fast immer an den Vorderbeinen auftritt. Bei der Hufrollenentzündung (Podotrochlose) gehen akut-entzündliche Schübe und chronisch-degenerative Phasen immer wieder ineinander über.

Im Verlauf einer Hufrollenerkrankung kommt es vor allem zu Schäden am Strahlbein und der tiefen Beugesehne. Wiederkehrende Strahlbeinentzündungen führen zu Veränderungen an den Konturen und Gefäßdurchtrittsstellen des Strahlbeins. Die tiefe Beugesehne fasert in den stark beanspruchten Bereichen auf und der Hufrollenschleimbeutel entzündet sich ebenfalls (Bursitis). Diese Prozesse lassen sich nach heutigem medizinischen Stand nicht umkehren und schreiten ohne entsprechende Therapie weiter fort, bis es zu einem Einbrechen des Strahlbeins kommen kann.

Eine besondere Form der Hufrollenentzündung ist die infektiöse Podotrochlitis, die durch das Eindringen von Keimen in die Hufrolle entsteht. Häufig sind hier Verletzungen durch Nageltritte vorangegangen. Diese Art der Hufrollenentzündung wird an dieser Stelle nicht weiter behandelt.

Ursachen des Hufrollen-Syndroms nicht vollständig geklärt

Über die genauen Prozesse, die ursächlich für die Veränderungen im Hufrollenbereich sind, wird auch in Fachkreisen bis heute viel diskutiert.

  • Ein zu hoher Druck im Hufgelenk oder Durchblutungsstörungen könnten zu den Veränderungen führen. Schäden am Hufrollenkomplex stehen nach derzeitigem Wissen häufig mit einer Überbeanspruchung der zugehörigen Strukturen in Zusammenhang. Eine solche Überlastung kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben möglichen erblichen Faktoren, die die Struktur des Hufrollenbereichs negativ beeinflussen, spielen Training und Hufzubereitung eine Rolle.

  • Ein zu frühes Anreiten des jungen Pferdes erhöht das Risiko einer späteren Erkrankung der Hufrolle. Strukturen, die noch nicht vollständig ausgereift sind, halten Belastungen weniger gut stand und können schneller Schaden nehmen.

  • Auch besondere Anforderungen im späteren Training, wie das Reiten vieler enger Wendungen vor allem auf harten Böden, beanspruchen den Hufrollenkomplex.

  • Falsch oder unregelmäßig zubereitete Hufe und schlechte Beschläge verändern die Stellung der Gliedmaße und können so ebenfalls zu einer Entzündung der Hufrolle führen.

  • Hufe von Pferden mit Podotrochlose zeigen außerdem häufig einem Trachtenzwang.

  • Aber auch Faktoren in der Aufzucht können eine spätere Erkrankung wahrscheinlicher machen. So können Nährstoff- und Bewegungsmangel ursächlich für eine mangelhafte Entwicklung der Hufrolle sein und ein späteres Hufrollensyndrom begünstigen.

  • Auch Fehlstellungen sollten rechtzeitig korrigiert werden, um Überlastungen der Hufrolle zu vermeiden.

Symptome einer Erkrankung der Hufrolle erst unspezifisch

Pferde mit entzündlichen Veränderungen an der Hufrolle zeigen häufig schon vor der ersten deutlichen Lahmheit unspezifische Symptome. Sie fußen nur zögerlich auf, wirken klamm und landen auf der Zehe. Auch häufiges Stolpern kann hinweisend sein. Während des Warmreitens kann sich das Gangbild verbessern, das Pferd läuft sich nach einiger Zeit ein. Im Stand stellen betroffene Pferde manchmal eines oder beide Vorderbeine nach vorne gestreckt heraus, um den Hufrollenbereich zu entlasten.

Da die Erkrankung meistens beide Vorderbeine betrifft, sind Lahmheiten gerade für den Laien lange oft nur schwer erkennbar. Durch den verkürzten Gang vermuten Pferdebesitzer das Problem häufig im Schulterbereich. Schmerzt eine Hufrolle schlimmer als die andere, geht das Pferd auf diesem Bein deutlicher lahm. Die Lahmheit verschlimmert sich in engen Wendungen (Wendeschmerz) und spricht bei der tierärztlichen Untersuchung in der Regel gut auf eine diagnostische Betäubung des betroffenen Bereichs an - das Pferd läuft auf dem anästhesierten Bein plötzlich wieder klar. Typischerweise fällt nun aber eine Lahmheit auf dem anderen Vorderbein auf, dessen Hufrolle dem Pferd ebenfalls Schmerzen bereitet.

 

Hufrollenerkrankung beim Pferd - INFO TO GO  
  • Die Hufrolle des Pferdes ist hohen Belastungen ausgesetzt und dadurch eine sensible Struktur, die durch Überlastungen zu Problemen führen kann - der sogenannten Hufrollenentzündung (Podotrochlose).
  • Die genauen Ursachen der Hufrollenerkrankung sind noch nicht vollständig geklärt, vorbeugend sollten Pferdebesitzer jedoch auf eine gesunde Aufzucht mit ausreichender Bewegung, eine regelmäßige Hufpflege und eine bedarfsdeckende Nährstoffversorgung achten. Überlastungen im Training gilt es zu vermeiden.
  • Bei einer bereits bestehenden Podotrochlose können neben der Behandlung und Therapie durch den Tierarzt auch spezielle Zusatzfutter dabei helfen, die geschädigten Strukturen bestmöglich zu unterstützen und die Reitbarkeit des Pferdes möglichst lange zu erhalten.
 


Diagnose und Behandlung einer Hufrollenerkrankung

Dem Tierarzt gibt der Vorbericht des Besitzers häufig schon erste Hinweise auf eine mögliche Hufrollenerkrankung. Er führt eine Lahmheitsuntersuchung durch, hier spielt bei einem Verdacht auf Podotrochlose vor allem die Leitungsanästhesie eine wichtige Rolle. Spricht das Pferd auf die Betäubung des Hufrollenbereichs an, fertigt der Tierarzt Röntgenbilder um die Diagnose zu sichern.

Die sogenannte Oxspring-Aufnahme ist hier unabdingbar, um die Konturen und Gefäßdurchtrittsstellen am Strahlbein beurteilen zu können. Finden sich hier Unregelmäßigkeiten oder Erweiterungen, kann der Tierarzt im Zusammenhang mit der Lahmheit die Diagnose „Podotrochlose“ stellen. Es erfolgt eine Einteilung in unterschiedliche Grade und die Beratung des Pferdebesitzers über das weitere Vorgehen.

In Zusammenarbeit mit einem Schmied bekommt das Pferd in der Regel einen orthopädischen Beschlag, der den hinteren Hufbereich unterstützt und das Abrollen über die Zehe erleichtert. Zusätzlich können schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen. Durchblutungsfördernde Präparate sollen helfen, die Nährstoffversorgung der betroffenen Bereiche zu verbessern. Dieses Therapiekonzept schafft dem Pferd Erleichterung und verlangsamt oder stoppt ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung.

Hufrollenentzündung beim Pferd

Haltung und Training sollten dem Krankheitsprozess angepasst sein, um eine ausreichende Durchblutung des Hufrollenbereichs zu gewährleisten und ihn gleichzeitig nicht zu stark zu beanspruchen.

Das Pferd sollte sich ausreichend bewegen können, enge Wendungen gilt es jedoch zu vermeiden. Hat das Pferd weiterhin Beschwerden, kommt als letzte Behandlungsmöglichkeit ein sogenannter Nervenschnitt (Neurektomie) infrage. Hierbei nimmt der Tierarzt eine Durchtrennung der Nerven vor, die auch die Hufrolle versorgen. So kann das Pferd trotz der Hufrollenveränderungen ein schmerzfreies Leben führen. Im Sport dürfen betroffene Pferde allerdings nicht mehr laufen, da das fehlende Empfinden im Hufbereich Verletzungsgefahren birgt und der Eingriff als Doping gilt.

Fütterung als wesentlicher Bestandteil der Behandlung  der Hufrollenerkrankung – Vor- und Nachsorge

Da eine degenerativ veränderte Hufrolle nicht mehr heilbar ist, spielt die Vorsorge bei der Hufrollenerkrankung eine wichtige Rolle. Eine optimale Nährstoffversorgung bereits in der Aufzucht ist hier von großer Bedeutung. Im Wachstum hat das Pferd einen besonders hohen Bedarf an bestimmten Nährstoffen.

Kommt es hier zu Mangelsituationen oder Missverhältnissen, kann dies spätere Erkrankungen des Bewegungsapparats und so auch der Hufrolle begünstigen. Um die Entwicklung eines leistungsfähigen Bewegungsapparats zu gewährleisten, sollte das Jungpferd deshalb immer ein speziell für Pferde im Wachstum entwickeltes Mineralfutter erhalten.

MASTERHORSE JUNIOR enthält Calcium und Phosphor, die für eine gesunde Knochenentwicklung unverzichtbar sind. Auch die Spurenelemente Kupfer, Mangan, Zink und Selen unterstützen eine gesunde Entwicklung von Knochen und Gelenken. Die Aminosäuren Methionin und Lysin tragen zur Entwicklung eines starken Bindegewebes und einer kräftigen Muskulatur bei. Diese in MASTERHORSE JUNIOR enthaltenen Nährstoffe unterstützen so auch das Heranreifen einer belastbaren Hufrolle.

MASTERHORSE BASIS liefert dem erwachsenen Pferd Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die für den Knochenstoffwechsel des Strahlbeins entscheidend sind. Dadurch unterstützt es die Gesunderhaltung des gesamten Hufrollenkomplexes und sollte die Heu-Kraftfutter-Ration des Pferdes ergänzen. Bei bereits bestehenden Problemen gilt es Entzündungsprozesse zu stoppen und die Regeneration der beteiligten Strukturen bestmöglich zu fördern.

MASTERHORSE GELENK-PERFEKT enthält gelenkaktive Glykosaminoglykane, um die Gelenkflächen des Strahlbeins, die tiefe Beugesehne und den Bandapparat der Hufrolle optimal zu unterstützen. Stoffwechselanregende Komponenten fördern ebenfalls die Reparatur verletzter Strukturen, indem sie die Nährstoffversorgung verbessern. Weidenrinde wirkt bestehenden Entzündungsprozessen und so weiteren Schäden an der Hufrolle entgegen. Dadurch kann dieses speziell entwickelte Zusatzfutter neben der durch den Tierarzt eingeleiteten Therapie einem weiteren Fortschreiten der Podotrochlose entgegenwirken.

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