Lahmheit beim Pferd

21.05.2017

Lahmheit beim Pferd – was sind die Ursachen und was ist zu tun?

Lahmheit beim Pferd - was ist das?Zu erkennen, dass das Pferd lahmt, bedeutet für den Reiter immer eine „Schrecksekunde“. Hat es sich nur vertreten und läuft sich wieder ein? Oder steckt gleich etwas Schwerwiegenderes dahinter? Ursachen für eine Lahmheit gibt es viele, begonnen bei einem unpassenden Sattel über gewisse Reiterfehler bis hin zu Problemen am Bewegungsapparat wie Verstauchungen, Entzündungen, Infektionen oder gar Brüche. Auch Veränderungen an Sehnen oder Gelenken können eine Lahmheit verursachen. Diese Fälle sind Thema unseres aktuellen Expertentipps.

Was ist eine Lahmheit beim Pferd?

Bei einer Lahmheit kann das Pferd seine vier Beine aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht mehr wie gewohnt bewegen. Die Folgen: Es entlastet ein oder mehrere Beine, fällt verstärkt auf die anderen Gliedmaßen und zeigt einen veränderten Takt. Um eine Lahmheit korrekt zu diagnostizieren, achten Tierärzte auf unterschiedliche Details. Dazu gehören zum Beispiel:

  1. Charakterisierung der Schmerzhaftigkeit
    Während manche Pferde nur etwas „fühlig“ laufen, humpeln andere bei Belastung sichtbar. Mechanisch bedingte Lahmheiten (Vernarbungen, Versteifungen, Instabilität) müssen hingegen nicht unbedingt mit Schmerzen verbunden sein. Wieder andere Ursachen rufen zunächst nur sehr geringe Schmerzen hervor; das Pferd lahmt nicht wirklich und zeigt – wenn überhaupt – nur ein geringfügig verändertes Gangbild. Erst bei Druck, Rotation oder Beugung wird eine drastische Lahmheit erkennbar.

  2. Lokalisierung der Lahmheit
    Lahmt das Pferd vorne rechts? Oder tritt es nicht doch hinten links kürzer? Vor Allem, wenn keine Verletzung oder Schwellung vorliegt, ist es oft schwer, eine Lahmheit korrekt zu lokalisieren. Oft hilft ein Blick auf die Kopfbewegung des lahmenden Kandidaten. Liegt eine Schmerzempfindlichkeit einer Vordergliedmaße zugrunde, senkt das Pferd den Kopf in dem Moment, in dem es das gesunde Bein belastet. Tritt es auf das schmerzende Bein, hebt es den Kopf. Bei einer Hinterhand-Lahmheit verhält es sich genau umgekehrt: Bei Schmerzen senkt sich der Kopf und im schmerzfreien Moment hebt er sich. Lahmt das Pferd vorne und hinten, liegt in den meisten Fällen eine diagonale Lahmheit vor.

  3. Stützbein- oder Hangbeinlahmheit?
    Wichtig zu wissen ist dann auch noch, ob die Be- oder die Entlastung des betroffenen Beins die Schmerzen verursacht. Ist die Phase der Belastung gestört, versucht das Pferd, sein Gewicht so kurz wie möglich auf das verletzte Bein zu verlagern. Oftmals bereitet das Auffußen schon starke Schmerzen. Hierbei spricht man von der sogenannten Stützbeinlahmtheit. Ist das Gegenteil – eine Hangbeinlahmheit – der Fall, zeigt das Pferd eine Veränderung in der Vorführbewegung des betroffenen Beins. Dabei verkürzt sich oft die Schrittlänge merklich.

Verwirrend: Funktioniert ein Bein verletzungsbedingt nicht mehr wie gewohnt, steigt die Belastung auf den anderen Beinen automatisch an. Nicht selten kommt es zu zusätzlichen Lahmheiten aufgrund einer Überbelastung.

Lahmheiten auf Grund von Sehnen- und Gelenksproblemen – Symptome und Ursachen

Zur Taktunregelmäßigkeit zeigen die lahmenden Pferde oft weitere, sehr unterschiedliche Symptome, die auf die Ursache der Schmerzen hindeuten können. Ist das Gangbild eines Pferdes aufgrund einer Störung an den Sehnen eingeschränkt, handelt es sich in den meisten Fällen um Überdehnungen – beispielsweise durch Überanstrengungen oder durch unglückliches Auffußen. Diese verursachen kleine Risse in den sogenannten Querverbindungen der Sehnenfasern, was zu leichten aber doch schmerzhaften Entzündungen führen kann. Die betroffene Stelle schwillt meist an, wird warm und die Hauptmittelfußarterie pulsiert hier verstärkt. Oft reicht es in solchen Fällen schon, den Bereich ausreichend zu kühlen und der Sehne ein paar Tage Ruhe zu gönnen. Leider sind die Übergänge zu Zerrungen und leichten Faserrissen bis hin zu schweren Sehnenschäden mit Zerreißungen von ganzen Faserbündeln fließend. Bei derartigen Schäden ist mehr zu beachten als ein paar Tagen Schonung. Deshalb sollte in Zweifelsfällen immer der Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Eine der Hauptursachen für Schmerzen im Gelenk sind Arthrosen (Gelenkverschleiß). Mögliche Auslöser gibt es viele: Gelenkentzündungen (Arthritis), zu frühe, zu starke oder falsche Belastung oder andere Gelenkerkrankungen wie Verstauchungen, Bänderrisse, Verletzungen an den Menisken, Infektionen des Gelenkes oder schlichtweg eine Alterserscheinung.

Mit Arthrosen lässt es sich leben – aber mit Einschränkungen. Pferden mit Arthrose fällt das Aufstehen bzw. das Hinlegen merklich schwer. An ihren Gelenken bilden sich häufig beulenartige Verdickungen, auch Gallen genannt. Die Gelenke sind nicht selten heiß und schmerzempfindlich. Oftmals zeigen die Pferde ein für Arthrose typisches „Einlaufen“: Zu Beginn der Bewegung oder nach Ruhe lahmen sie. Je länger sie sich jedoch angemessen bewegen, desto klarer wird das Gangbild. Zum Teil versuchen sie „nur“, sich bestimmten Bewegungen wie beispielsweise engen Wendungen zu entziehen, sind aber sonst reitbar. In einigen Fällen sind die Gelenke allerdings so steif, dass es nicht mehr möglich ist, das Pferd zu reiten.

Ebenfalls gelenkschädigend können Chips sein. Dabei handelt es sich um teilweise von Knorpel überzogene kleine Knochenteilchen im Gelenk. Neben anderen krankhaften Veränderungen, z.B. Knochenzysten, gehören auch sie zum Erkrankungsbild der sogenannten OCD (Osteochondrosis dissecans). Dabei handelt es sich um eine Wachstumsstörung der Gelenke bei jungen, noch wachsenden Pferden. Häufig führen sie aber erst bei ausgewachsenen Pferden zu erkennbaren Schäden und Schmerzen. Ein mögliches Warnsignal ist, oft auch ohne auftretende Schmerzen, eine plötzliche vermehrte Füllung eines Gelenks mit Flüssigkeit. Mangelnde Leistungsbereitschaft oder wiederkehrende leichte Lahmheiten können ebenfalls durch einen Chip hervorgerufen werden. Gelenksentzündung und Knorpelschäden sind oftmals die Folgen. Kommt es schlagartig zu einer hochgradigen Lahmheit, kann es sein, dass ein Chip zwischen zwei Gelenksflächen gerutscht ist. Dadurch können erhebliche Knorpelschäden entstehen.

 

 INFO TO GO - Lahmheit beim Pferd  
  • Bei einer Lahmheit kann das Pferd seine vier Beine aus zum Teil sehr unterschiedlichen Gründen nicht mehr wie gewohnt bewegen. Oft ist allerdings nicht sofort und eindeutig auszumachen, wo der unreine Takt herrührt.
  • Neben einem unnormalen Gangbild zeigt das Pferd in den meisten Fällen weitere Symptome (Schwellungen, Wärme, Wunden, Veränderung der Lahmheit bei Bewegung etc.), die auf die Ursache der Lahmheit schließen lassen.
  • Mit der richtigen Haltung und Bewegung sowie der Fütterung spezieller Nähstoffe können in vielen Fällen sowohl Sehnen- als auch Gelenksprobleme verhindert oder zumindest gemindert werden.
 


Wie kann das Pferd mit einer Lahmheit behandelt werden?

Die Therapie der lahmenden Pferde sieht – abhängig von einer sehnen- oder gelenksbedingten Ursache – unterschiedlich aus. Bei der Behandlung von Sehnenschäden gilt generell zunächst: Gut kühlen! Damit kann man zum einen die Schwellungen und manchmal auch den Schaden schnell eindämmen. Sind beispielweise Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen, ziehen diese sich bei Kälte zusammen und die Blutungen sind gestoppt.

Nach etwa zwei bis drei Tagen kann dann mit einer Wärmebehandlung begonnen werden. Das fördert die Durchblutung und regt den Regenerationsprozess an. Und dann heißt es: Ruhe und Geduld bewahren! Komplette Boxenruhe wird Sehnen-Patienten in den wenigsten Fällen verordnet. Die meisten Pferde dürfen leicht an der Hand oder unter dem Sattel bewegt werden. Die Dauer der Pause hängt vom Schweregrad des Sehnenschadens ab. In leichten Fällen kann das Pferd nach einigen Wochen wieder vorsichtig antrainiert werden, bei größeren Sehnenschäden sind Pausen von sechs bis zwölf Monaten keine Seltenheit. Das Pferd sollte geradeaus auf eher harten und ebenen Böden bewegt werden. Das fördert die optimale Regeneration der Sehnenfasern. Die Heilungschancen bei einer Überdehnung und Sehnenzerrung sind sehr gut. Bei einer Sehnenzerreißung hängt es davon ab, wie viele Fasern gerissen sind.

Im Gegensatz zu den meisten Sehnenschäden sind Arthrosen nicht heilbar – das Gelenk kann nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Das Ziel der Therapie ist es, die Lebensqualität des Pferdes deutlich zu verbessern und ein Fortschreiten des Gelenkverschleißes zu verzögern. Dazu stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Zum einen kann der Tierarzt entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente verschreiben. Ruhe und eine gezielte Physiotherapie sind bei einer Arthrose beim Pferd zusätzlich hilfreich. Um die weitere Abnutzung des Knorpels zu verhindern, sollten knorpelschützende Wirkstoffe eingesetzt werden, die das Pferd über das Futter aufnimmt. Leider ist in manchen Fällen eine Operation zur Entfernung der Zubildungen am Knochen oder im schlimmsten Falle zur Versteifung des betroffenen Gelenkes unvermeidlich.

Mit einem Chip bringen wir Pferdebesitzer schnell eine Operation in Verbindung. Allerdings muss nicht jeder Chip unbedingt entfernt werden. Ob operiert werden sollte, hängt vom Grad der Gelenksreizung ab. Muss der Chip entnommen werden, gilt auf jeden Fall: Je später die Operation, desto geringer die Erfolgsaussichten.

Bei der Diagnose einer Lahmheit beim Pferd ist auf bestimmte Details zu achten.

Vorbeugung einer sehnen- oder gelenksbedingten Lahmheit beim Pferd

„Vorsicht ist besser als Nachsicht!“ Diese altbekannte Weisheit bewahrheitet sich auch bei der Vorbeugung von Sehnen- und Gelenksproblemen. Häufige Ursachen von Sehnenschäden sind sogenannte „Kaltstarts“ und falsches Training. Auch wenn man als Reiter ab und zu weniger Zeit hat: Wärmen Sie Ihr Pferd vor jeder Belastung ausreichend auf. Überfordern Sie Ihr Pferd nicht. Kontrollieren Sie, v.a. nach einem intensiven Training oder anstrengenden Ausritten, die Sehnen Ihres Pferdes. Besonders umsichtig sollte man mit bereits vorgeschädigten Pferden umgehen. Sehnengewebe regeneriert sich zwar, aber während des Heilungsprozesses entsteht auch „Narbengewebe“. Dieses ist nicht so dehnbar und daher auch nicht so belastbar wie es die ursprünglichen Sehnenfasern einmal waren.

Arthrosen kann man bereits mit einem angemessenen und dem Alter entsprechenden Bewegungsplan vorbeugen. Auch hierzu gehört eine angemessene Schrittphase zu Beginn jedes Trainings. Dabei saugen sich die Knorpel ausreichend mit Gelenksflüssigkeit voll, so dass die Gelenke reibungslos funktionieren. Je regelmäßiger und vielseitiger Pferde trainiert werden, desto elastischer bleiben die Knorpel. Ein gut gearbeitetes Pferd kann darüber hinaus mit Muskelkraft und intakten Sehnen die Gelenke entlasten. Der richtige Beschlag sorgt ebenfalls für die optimale Belastung der Gelenke. Vor allem Pferde mit Bein- und Huffehlstellungen benötigen angepasste Beschläge, um einer Arthrose vorzubeugen. Je früher die Arthrose erkannt und behandelt wird, desto weniger ist das Gelenk bereits geschädigt und desto besser sind die Behandlungschancen. Als vorbeugende Maßnahme gegen frühzeitigen Verschleiß oder Arthrose ist die regelmäßige Zuführung gelenkaktiver Nahrungsbausteine sinnvoll.

Ein großer Anteil an der Entwicklung von Gelenkchips ist erblich bedingt. Daher sollte bereits vom Züchter bei der Auswahl der Elterntiere auf OCD geachtet werden. Des Weiteren spielt das Aufzuchtmanagement eine entscheidende Rolle. Eine frühzeitige natürliche Bewegung des Fohlens kann eine mögliche OCD positiv beeinflussen, da sie in den ersten fünf Lebensmonaten die Entwicklung des Knorpels fördert. Zudem bringt die Bewegung den Stoffwechsel in Schwung, so kann verhindert werden, dass sich aufgrund einer Stoffwechselstörung Knorpelstücke lösen, verknöchern und dann frei im Gelenk liegen. Wichtig ist, auf eine bedarfsgerechte Fütterung und optimale Versorgung mit Spurenelementen als zusätzliche Prophylaxe zu achten. Die Mutterstute sollte bereits während der Trächtigkeit gezielt mit Mikronährstoffen versorgt werden – bereits in diesem Zeitraum kann man positiv auf die optimale Knochenbildung des Fohlens einwirken.

MASTERHORSE-Expertentipp - was ist bei Lahmheit zu beachten

Während längerer Auszeiten wie der Abheilung eines Sehnenschadens oder nach einer Gelenks-OP sollte die Kraftfuttermenge und somit die Energiezufuhr auf ein Minimum reduziert, die Heumenge hingegen kann etwas erhöht werden. Ein Mineralfutter versorgt das Pferd in dieser Phase ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen. Dazu können Sehnen und Gelenke speziell mit Hilfe der richtigen Ergänzungsfuttermittel positiv unterstützt werden.

Für den Regenerationsprozess einer Sehne benötigt das Pferd vor allem Glykosaminglykane und Schwefel – und das in großen Mengen. MASTERHORSE REPAR S enthält daher Chondroitinsulfat, Glucosamin, MSM und Methionin. Damit sind die Pferde sowohl in Ruhephasen während Sehnenschäden, während des Antrainierens nach Sehnenproblemen aber auch zur generellen Stärkung empfindlicher Sehnen und Gelenken optimal versorgt.

Unabhängig ob Senior oder Sportler oder ob es sich um ein akutes oder chronisches Problem am Gelenk handelt: Das betroffene Pferd hat einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen, die den Gelenkstoffwechsel unterstützen. Diese liefert das MASTERHORSE REPAR G. Es erhöht die Elastizität des Gelenkknorpels, sorgt so für belastbare und kräftige Gelenkstrukturen und festigt das Bindegewebe.

Ohne gesunde Knorpel, Sehnen und Bänder kann sich ein Pferd nicht mehr uneingeschränkt bewegen. Um diese rundum ausreichend zu versorgen, benötigt man eine ausgewogene Mischung aus natürlichen Glykosaminoglykanen und Omega-3-Fettsäuren (aus der bekannten neuseeländischen Grünlippmuschel), Kieselgur, Mangan, Eisen, speziellen Kräutern sowie Vitamin E und Selen.
Das MASTERHORSE GELENK-PERFEKT enthält all diese Komponenten. Es regt damit den Gelenkstoffwechsel an und fördert die Stabilität und Elastizität des Bindegewebes.

Fütterungstipps

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    • festigt Sehnen und Bänder beim Pferd
    • stärkt beanspruchte Gelenke
    • u.a. mit Chondroitin, Glukosamin, MSM und Teufelskralle

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    • enthält hochaktive Gelenknährstoffe, u.a. Hyaluronsäure
    • Vitamin E und Spurenelemente schützen die Zellen und unterstützen den Gelenkstoffwechsel
    • beugt der Entstehung einer Arthrose durch einen Mangel an gelenkaktiven Nährstoffen vor

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