Herpes beim Pferd!

20.03.2018

Immer wieder tödliche Fälle von Herpes beim Pferd

Fast jedes Jahr werden im Spätherbst und Winter Herpesfälle beim Pferd gemeldet. Auch 2017/2018 waren einige Ställe im gesamten Bundesgebiet von diesem heimtückischen Herpes-Virus betroffen. Aufgrund der schnell getroffenen Maßnahmen überlebten die meisten Pferde und es kam nur zu wenigen Todesfällen. Die aktuellsten Fälle wurden Ende Februar 2018 in Luhmühlen und Berlin gemeldet.

Das Equine Herpes Virus – Die verschiedenen Verlaufsformen und Symptome

Es gibt verschiedene Typen des Equinen Herpes Virus (EHV), die sich in unterschiedlichen Folgeerkrankungen äußern:

Equines Herpesvirus Typ 1: Es kommt zu Erkrankungen des Bronchialsystems, Aborten und Lähmungserscheinungen.

Equines Herpesvirus Typ 2: Der Herpes-Virus manifestiert sich im Auge in Form einer Augenentzündung (Keratokonjunktivitis).

Equines Herpesvirus Typ 3: Bläschenbildung an den Genitalien („Deckseuche“).

Equines Herpesvirus Typ 4: Atemwegserkrankungen, Lähmungserscheinungen.

Beim Pferd treten überwiegend das EHV 1 und 4 in drei verschiedenen Verlaufsformen mit unterschiedlichen Symptomen auf.

  1. Virusabort: Zuchtstuten bringen tote oder lebensschwache Fohlen zur Welt (nur EHV 1).

  2. Rhinopneumonitis: Betroffene Pferde erkranken an den oberen Atemwegen, haben Nasenausfluss, hohes Fieber (40°C) und angelaufene Beine. Bei vielen Tieren geht der Atemwegsinfekt in eine Lungenentzündung über.

  3. Paralytische Form: Es kommt zu Lähmungserscheinungen (v.a. an der Hinterhand) durch eine Entzündung des Rückenmarks, die betroffenen Pferde liegen oft fest, können häufig nicht mehr aufstehen und müssen in der Regel erlöst werden.

Das EHV-Virus wird über Tröpfcheninfektion übertragen und kann sich rasant ausbreiten. Ist ein Pferd im Bestand erkrankt, so muss man es umgehend von anderen Pferden isolieren. Sind mehrere Tiere betroffen ist es ratsam, den kompletten Stalltrakt zu sperren. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, dürfen Pferde eines betroffenen Betriebes den Hof nicht verlassen. Besondere Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen helfen zudem, die Ausbreitung einzudämmen. Herpes zählt nicht zu den melde- oder anzeigepflichtigen Tierseuchen, dennoch ist es sinnvoll, das zuständige Veterinäramt bzw. den Tiergesundheitsdienst zu informieren.

Was kann vorbeugend gegen Herpes beim Pferd getan werden?

Wie beim Menschen auch, tragen etwa 90 % der Pferde den Herpesvirus latent in sich. Folgende Maßnahmen können unternommen werden, um das Risiko einer Erkrankung bzw. Ausbruchs zu reduzieren:

  • optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen
  • Stärkung des Immunsystems
  • Vermeidung von Stress
  • Impfung des gesamten (!) Bestandes
  • regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Stallungen
  • Vorsicht bei Neuzugängen im Stall (Quarantäne)

Eine besonders wichtige Rolle spielt ein starkes Immunsystem, dadurch werden das Eindringen und die Vermehrungsrate der Viren so gering wie möglich gehalten. Seitens der Fütterung kann man die Abwehr über Zellschutzvitamine wie Vitamin E, C und Beta-Carotin sowie das Spurenelement Selen unterstützen. Auch Omega-3-Fettsäuren (Leinöl oder Lachsöl) und Zink werden für ein leistungsfähiges Immunsystem benötigt.

Gegen Herpes impfen
Die Impfung gegen Herpes beim Pferd bietet keinen vollständigen Schutz, aber im Falle einer Erkrankung läuft diese deutlich milder ab und die Pferde scheiden weniger Virusmaterial aus. Im Moment gibt es zwei verschiedene Impfstoffe auf dem Markt. Zum einen Lebendimpfstoff (EHV1) und zum anderen eine inaktivierte Variante (EHV1 und EHV4), die sehr häufig verwendet wird. Die Grundimmunisierung gegen Herpes mit einem inaktivierten Impfstoff sieht zwei Impfungen innerhalb von etwa sechs Wochen vor. Der Impfschutz gegen Herpes beim Pferd hält leider nur kurze Zeit an und muss alle sechs Monate wiederholt werden.

Herpes beim Pferd

Die Bedeutung von Lysin im Zusammenhang mit Herpes

Lysin zählt zu den essenziellen Aminosäuren, also den Proteinbausteinen, die dem Körper über das Futter zugeführt werden müssen. Die Aminosäure Lysin kennt der Pferdehalter vor allem aus Ergänzungsfuttermitteln für den Muskelaufbau, sie spielt aber auch beim Thema Herpes eine wichtige Rolle. Tierärzte empfehlen sowohl vorbeugend als auch in akuten Fällen die Fütterung von hohen Lysin-Mengen.

Lysin ist der Gegenspieler der Aminosäure Arginin. Diese wird vor allem für die Vermehrung des Herpes-Virus benötigt. Liegt im Körper viel Lysin vor, so wird in der Vermehrungsphase fälschlicherweise das Lysin in das Virus eingebaut und somit wird es inaktiv. Die Ausbreitung des Virus wird somit eingedämmt.

Expertentipp - Herpes bei Pferden

Sowohl bei einer akuten Erkrankung als auch zur Vorbeugung können das vitamin- und zinkreiche Zusatzfutter EQUIPUR-vitafit und das lysinreiche EQUIPUR-amino bedenkenlos miteinander kombiniert werden.

Der unten aufgeführte Vitamin B-Komplex von MASTERHORSE wird zusätzlich bei Symptomen wie Koordinationsstörungen (Ataxien), insbesondere in den ersten Tagen der Virusinfektion, unterstützend verabreicht. Ansonsten schafft eine bedarfsgerechte Energie- und Eiweißversorgung sowie ein ausgewogene Vitamin-, Mineralstoff- und Spurenelementzufuhr die Basis für ein abwehrstarkes Immunsystem und ein gesundes Pferd.

Hinweis:
Der Equine Herpes Virus ist eine für das Pferd lebensbedrohliche Infektion und muss unbedingt fachmännisch von einem Tierarzt betreut werden! Auch wenn das Pferd das Virus in sich trägt, das Herpes aber noch nicht akut ausgebrochen ist, ist eine ständige Aufmerksamkeit sowie regelmäßige Untersuchung des Tieres unerlässlich.

Jeder der einmal Herpes im Stall hatte, wird die Bilder, vor allem der zentralnervösen Form, nie wieder vergessen. Deswegen ist es wichtig die Fütterung (v.a. Versorgung mit Mikronährstoffen) und die Haltung (artgerecht, regelmäßige Reinigung und Desinfektion, neue Pferde in Quarantäne) zu optimieren sowie den gesamten Pferdebestand regelmäßig zu impfen.

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