Zahnprobleme Pferd

13.02.2018

Zahnprobleme beim Pferd – wie erkenne ich diese?

Zahnprobleme beim PferdDie Zähne unserer Pferde haben sich über Jahrhunderte hinweg optimal an das Fressen von Gras und Heu angepasst. Ihre unregelmäßigen Oberflächen eignen sich ideal für die beständigen Kaubewegungen und Mahlvorgänge, zudem sind diese sehr widerstandsfähig gegen Abnutzung - die optimale Voraussetzung für eine reibungslose Nahrungsaufnahme.

Doch nicht nur beim Fressen, auch in jeder Situation, in der Pferde mit einem Trensengebiss bewegt werden, spielen gesunde Zähne eine sehr wichtige Rolle: Manche Pferde erweisen sich erstaunlich unempfindlich trotz vorliegender Zahnprobleme, hingegen werden andere sogar unreitbar. Deshalb sollten die Pferdezähne in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Das Gebiss eines ausgewachsenen Pferdes setzt sich aus 40 bis 44 Zähnen zusammen. Diese teilen sich auf in zwölf Schneidezähne, null bis vier Hengstzähne, null bis vier Wolfszähne und 24 Backenzähne (Mahlzähne).

Die Hengstzähne sind meist nur bei männlichen Pferden nach außen hin sichtbar (daher der Name); bei Stuten treten sie nur selten durch das Zahnfleisch und wenn, dann entwickeln sie sich oft deutlich kleiner. Wolfszähne sind nicht relevant für die Nahrungsaufnahme und stören meist, wenn das Pferd mit Trensengebiss gearbeitet wird. Daher sollten sie - wenn vorhanden - vor der Gewöhnung an die Trense bereits in jungen Jahren gezogen werden. Die Schneide- und Backenzähne bilden jeweils eine geschlossene Reihe ohne Zwischenzahnspalten. Damit können die Pferde ihr Futter optimal schneiden und mahlen.

Die Zähne des Pferdegebisses reiben sich im Laufe des Lebens kontinuierlich ab. Im Jahr spricht man dabei von circa zwei bis vier Millimeter. Gleichzeitig werden die Zähne aus den sogenannten Zahnfächern der Kiefer nachgeschoben, was den Eindruck erweckt, dass die Zähne des Pferdes stetig weiterwachsen. Doch tatsächlich wird dadurch die Wurzel immer kürzer.

Die häufigsten Ursachen von Zahnproblemen

Bereits der Verlust eines Zahns oder kleine Veränderungen an den Zähnen können zu schwerwiegenden Störungen bei der Nahrungsaufnahme und zu weiteren Schäden am Pferdegebiss führen. Darunter fallen beispielsweise angeborene Fehlentwicklungen wie zu wenig Zähne oder die fehlerhafte Stellung eines oder mehrerer Zähne. Im fortschreitenden Alter kann es zu Zahnwechselstörungen oder abnormen Gebissabnutzungen kommen. Im Normalfall geschieht der Abrieb der Pferdezähne durch Reibung zwischen gegenüberliegenden Zähnen.

Wenn dies nicht – im wahrsten Sinne des Wortes „reibungslos“ – funktioniert, kann es zu den bekannten Zahnkanten oder Haken kommen. Auch die Verformung zu einem Treppen -, Wellen- oder Scherengebiss ist denkbar. Dazu kommen die nahezu „alltäglichen Problemchen“ wie abgebrochene Zahnstücke, Karies oder Zahnstein, die auch wir Menschen von unserem Gebiss bestens kennen.

Die Symptome von Zahnproblemen beim Pferd

Die Anzeichen für Probleme am Pferdegebiss können sehr vielfältig ausfallen. Zum einen machen sie sich beim Fressen direkt bemerkbar:

  • Wickelkauen
  • vermehrtes Speicheln
  • langsames Kauen
  • einseitiges Kauen
  • Nasenausfluss
  • nicht zermahlenes Getreide im Kot
  • selektives Fressen (Vermeidung harter Futtermittel wie z.B. Karotten)
  • Heu schütteln (Aussieben harter Bestandteile)

Zum anderen können Zahnprobleme den allgemeinen Gesundheitszustand stark beeinträchtigen; es kommt möglicherweise zu

  • Mundgeruch
  • vermehrtem Speicheln
  • wunden Stellen an Zahnfleisch, Zunge oder Lippen
  • verminderte Wasseraufnahme (kaltes Wasser verursacht Schmerzen)
  • Kotwasser
  • Durchfall
  • Koliken Schlundverstopfung

Und auch beim Reiten können Zahnprobleme zu unschönen Folgen führen:

  • Schwierigkeiten beim Auftrensen
  • Unrittigkeit Schiefhalten des Kopfes
  • Anlehnungsprobleme
  • Kopfschlagen

Zahnerkrankungen beim alten Pferd

Im Alter verändert sich das Pferdegebiss zunehmend. Aus der Zangenform, die das Gebiss über Jahre eingenommen hatte, entwickelt es sich zum Maul hin zu einem spitzer zulaufenden, sogenannten „Winkelgebiss“. Die Kauflächen der Backenzähne nutzen sich vermehrt ab. Wichtig zu wissen: Das Pferd schiebt Schneide- und Backenzähne nur etwa bis zum 15. Lebensjahr nach; ab diesem Zeitpunkt reiben sich die Zähne nur noch ab.

Im hohen Alter verfügen die Pferde daher häufig nur noch über stark abgeschliffene, kurze Zahnstummel – das Fressen erweist sich damit zunehmend schwieriger. Dazu kommt, dass die kurzen Zähne sehr instabil sind und damit leicht brechen. Nicht selten sind schmerzhafte Entzündungen im Maul die Folge. Des Weiteren können in vielen Fällen auch Verdauungsprobleme und Untergewicht daraus resultieren.

 

Info TO GO – Zahnprobleme beim Pferd:  
  • Zahnprobleme können sich negativ auf Nahrungsaufnahme, Gesundheitszustand und Rittigkeit auswirken.
  • Mit fortschreitendem Alter nutzen sich die Zähne mehr und mehr ab und es kann vermehrt zu daraus resultierenden Problemen wie Gewichtsverlust, Schlundverstopfungen, Kotwasser etc. kommen.
  • Achten Sie bei Pferden mit Zahnproblemen unbedingt auf eine angepasste Fütterung. Mit Hilfe der MASTERHORSE HEUCOBS und des MASTERHORSE BERGKRÄUTER-MASH können sie trotzdem ausreichend versorgt werden.
 

Die Behandlung und Vorbeugung von Zahnproblemen beim Pferd

Das Gebiss der Pferde sollte prophylaktisch in regelmäßigen Abständen (alle zwei Jahre, bei Senioren empfehlen sich kürzere Intervalle) auf eventuelle Problemstellen untersucht werden. Unter Sedierung und mit Einsatz eines Maulgatters verläuft dies weitestgehend stressfrei für die Pferde. Bei einer Untersuchung ohne Betäubung und Gatter, einzig durch den Zungengriff, können häufig keine eindeutigen Aussagen getroffen werden und Befunde werden zum Teil übersehen.

Gegebenenfalls können im sedierten Zustand gleich Fehlstellungen durch Einschleifen, Kürzen der Zähne, Extraktionen sowie Anpassungen der Kauflächenwinkel oder des Zahnniveaus vorgenommen werden. Und selbst wenn kein akutes Zahnproblem vorliegt, kann so zumindest festgestellt werden, ob sich die Zähne wie gewünscht abnutzen. Um schwerwiegenden Fehlstellungen vorzubeugen, sollten Fohlen bereits frühzeitig auf Gebissanomalien untersucht werden.

MASTERHORSE-Expertentipp

Um Pferde mit Zahnproblemen rundum optimal zu versorgen, lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf die Futterration. Auf zu stengeliges, hartes Heu zu verzichten, bietet sich in diesem Zeitraum in jedem Fall an. Ist das nicht möglich oder wird auch „weicheres“ Heu verschmäht, kann auf die MASTERHORSE HEUCOBS zurückgegriffen werden. Es enthält ausschließlich Gras von ausgewählten Wiesen, das direkt nach der Ernte warmluftgetrocknet wird. Die MASTERHORSE HEUCOBS sind darüber hinaus frei von Melasse und energiearm.

Zur Regeneration bzw. zum Auffüttern nach einem Gewichtsverlust empfiehlt sich darüber hinaus die Fütterung des MASTERHORSE BERGKRÄUTER-MASH. Es enthält hochwertige, schmackhafte Komponenten wie Heufaser, Apfeltrester, Leinsamen, Karotten und Bergkräuter und ist dazu frei von Getreide und Melasse. Sämtliche Cob- und Mash-Alternativen aus dem MASTERHORSE-Sortiment eignen sich auch dazu, zahnlose Pferde optimal zu versorgen.

Liegen Entzündungen im Maulbereich vor, kann mit dem MASTERHORSE SALBEI ein Tee zubereitet werden, den man mit Hilfe einer Maulspritze an die betroffenen Stellen verteilen kann, um dort Linderung zu verschaffen.

Fütterungstipps

  • MASTERHORSE HEU-COBS

    • schonend getrocknete Wiesengräser und Kräuter
    • zur Aufwertung der Raufutterration
    • auch bei Zahnproblemen und für ältere Pferde geeignet

    12,95 €* 0,65 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE BERGKRÄUTER-MASH

    • leckeres Mash
    • ohne Getreide und Melasse
    • mit aromatischen Bergkräutern

    ab 22,95 €* 1,53 € * / 1 kg
  • SALBEI

    • reine, geschnittene Salbeiblätter
    • unterstützt angegriffene Atemwege und die Verdauung

    ab 9,45 €* 18,90 € * / 1 kg