Muskelaufbau beim Pferd

24.04.2015

Muskelaufbau beim Pferd - was zu tun ist!

Muskelaufbau Pferd - RatgeberWenn es im Frühling sonnig wird und die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, dann möchten viele Reiter nach einer Winterpause gleich losgaloppieren oder auf Turnieren starten. Aber Vorsicht: Hatte das Pferd eine Winterpause, müssen Muskulatur und Kondition erst neu aufgebaut werden. Für einen möglichst effizienten Muskelaufbau sind ein gezieltes Training und eine ausgewogene Fütterung unerlässlich. Das beste Zusatzfutter für den Muskelaufbau nützt nichts, wenn das Pferd überwiegend auf einem Paddock steht. Umgekehrt gilt das Gleiche: Ein ausgeklügelter Trainingsplan alleine führt nicht zum Aufbau der Muskeln beim Pferd, wenn die Fütterung nicht dementsprechend angepasst wird.

Die Muskulatur beim Pferd - Anatomie und Stoffwechsel

Die Hauptaufgabe der Muskeln ist Bewegung. In den Muskelzellen wird die chemische Energie aus dem Futter in Muskelkontraktionen umgewandelt und ermöglicht so das Fortbewegen des Körpers. In der Skelettmuskulatur findet man rote und weiße Muskelfasern, zwei verschiedene Muskelfasertypen, die unterschiedliche Leistungen erbringen. Die roten Muskelfasern erhalten ihre Farbe durch den hohen Anteil Myoglobin. Dieser Farbstoff transportiert Sauerstoff innerhalb der Muskelzelle und ermöglicht damit die aerobe Energiegewinnung aus dem Körperfett (aerober Muskelstoffwechsel). Die roten Fasern der Muskulatur kontrahieren sich langsam, dafür sind sie sehr ausdauernd und können über einen längeren Zeitraum arbeiten.

Bei Ausdauersportlern wie zum Beispiel Distanzpferden ist der Anteil an roten Muskelfasern besonders hoch. Rennpferde hingegen müssen in kurzer Zeit kraftvolle Leistung erbringen. Sie haben in ihrer Muskulatur einen hohen Anteil an sich schnell kontrahierenden, weißen Muskelfasern. Diese Fasern können sich mit unglaublicher Kraft und großer Geschwindigkeit zusammenziehen - leider nur für kurze Zeit. Dabei verbrennen sie ohne Sauerstoff Energieträger wie das in den Zellen vorhandene Adenosintriphosphat (ATP), bzw. das in der Muskulatur gespeicherte Glykogen (anaerober Muskelstoffwechsel). Die weißen Muskelfasern enthalten sehr wenig roten Farbstoff Myoglobin, deswegen erscheinen sie blass („weiß“).

 INFO TO GO  
  • Rot-weiß: Rote Muskelfasern sind sehr ausdauernd, arbeiten vor allem im aeroben Bereich und nutzen Körperfette (sogenannte Tryglyceride) als Energiequelle. Weiße Fasern sind sehr kraftvoll (Sprints, Sprünge), aber nicht sehr ausdauernd; sie brauchen keinen Sauerstoff und verbrennen Glykogen (anaerober Stoffwechsel).
  • Eiweiß-Cocktail: Muskeln bestehen überwiegend aus Eiweiß. Für den Muskelaufbau benötigt der Körper hochwertiges Eiweiß, am Besten in Form von essenziellen Aminosäuren wie zum Beispiel Lysin, Methionin und Threonin.
  • Trainingsplan: Wichtig ist ein ausgewogener Wechsel aus Trainingseinheiten und Ruhezeiten.
 

Richtig füttern - für einen gesunden Aufbau der Muskulatur

Die Muskelmasse des Pferdes macht etwa 45 % des Körpergewichtes aus. Die Muskeln bestehen überwiegend aus Eiweiß (Protein). Deshalb ist eine ausreichende Eiweiß-Zufuhr über das Futter für den Muskelaufbau und den Erhalt der Muskulatur des Pferdes so wichtig. Es kommt aber nicht nur auf die Menge an Eiweiß an, sondern insbesondere auch auf deren Qualität. Man unterscheidet nichtessenzielle Aminosäuren (können vom Stoffwechsel selbst hergestellt werden) von essenziellen Aminosäuren (müssen über die Nahrung zugeführt werden).

Hafer besitzt eine gute Eiweißzusammensetzung und ist somit ein gut geeignetes Kraftfutter für Sportpferde. Darüber hinaus liefern Soja oder Mikroalgen (Spirulina, Chlorella) hochwertige essenzielle Aminosäuren. Man findet sie häufig auch in speziellen Zusatzfuttern für den Muskelaufbau bei Pferden (z.B. MASTERHORSE TRI-POWER-PLUS). Zu den wichtigsten, essenziellen Aminosäuren zählen Lysin, Methionin und Threonin. Diese werden auch als limitierende Aminosäuren bezeichnet. D.h. diese müssen in großer Menge über die Nahrung zugeführt werden, damit überhaupt die körpereigenen Proteine gebaut werden können. Fehlt also z.B. Lysin im Futter, kann der Muskel nicht „fertig gestellt“ werden und der Muskelaufbau beim Pferd ist verzögert oder erliegt gänzlich.

Geeignete Zusatzfutter für den Muskelaufbau bei Pferden enthalten deshalb gezielt zugesetzte Aminosäuren (wie z.B. Equipur-amino). Vorteil dieses Ergänzungsfutters ist der standardisierte Gehalt und dadurch die optimale Menge an Aminosäuren. In den letzten Jahren wird vermehrt Reiskeimöl für den Aufbau der Muskulatur den Pferden zugefüttert. Reiskeimöl enthält Gamma-Oryzanol, welches für seine muskelaufbaufördernde Wirkung bekannt ist. Vorsicht bei Turnierpferden: Reiskeimöl muss 48 Stunden vor dem Turnierstart abgesetzt werden.

Der Energiestoffwechsel in der Muskelzelle lässt sich teilweise auch durch die Fütterung beeinflussen. Die Energiequelle Adenosintriphosphat (ATP) ist innerhalb kurzer Zeit erschöpft und der Körper muss auf andere Energiereserven wie das in der Muskulatur und in der Leber eingelagerte Glykogen (Speicherform von Glukose) zurückgreifen. Wieviel davon gespeichert wurde, hängt vom Trainingszustand und der Kohlenhydratzufuhr ab. Ist das Zuckerdepot nach etwa 60 Minuten aufgebraucht, nimmt sich der Körper die Fettdepots vor. Während die kurzfristigen Energiedepots (z.B. ATP) nicht über die Nahrung beeinflusst werden können, lassen sich die Glykogen- und Fettdepots über die Fütterung von Kohlenhydraten (Getreide, Heu) und Fetten steuern.

Beim Muskelaufbau kommt es übrigens nicht zu einer Vermehrung der Muskelzellen. Durch das Training wird ein Wachstumsreiz ausgelöst, der eine Proteineinlagerung bewirkt und zu einem größeren Umfang des Pferdes führt.

muskelaufbau pferd fuetterung

Muskelaufbau im Frühjahr – Vorbereitung auf die Turniersaison

Ziel des Trainings ist es, das Herz-Kreislauf-System dem höheren Leistungsniveau anzupassen. In den Muskeln bilden sich neue Blutgefäße aus, die sie stärker mit Sauerstoff versorgen. Die Anzahl der roten Blutkörperchen steigt und die Hämoglobin-Konzentration erhöht sich. Das führt dazu, dass das Herz weniger Schläge benötigt, um die Muskelzellen mit der nötigen Menge an Sauerstoff zu versorgen.

Nach einer Winter- oder Verletzungspause hat das Pferd oft einen Großteil an Muskulatur und Kondition verloren. Wer sein Pferd während der Pause leicht bewegen konnte, hat es mit dem Antrainieren etwas leichter, denn es ist eine gewisse Grundfitness vorhanden. In den ersten Wochen ist ein Wechsel zwischen Trainingseinheiten und Ruhephasen besonders wichtig. Jeder Trainingsreiz löst im Körper Umbauprozesse aus, die sich in Form von leichten Schmerzen in der Muskulatur ("Muskelkater") äußern. An den Ruhetagen sollte das Pferd nur leicht longiert oder spazieren geführt werden. In der Erholungsphase passt sich der Körper an das neue Leistungsniveau an. Das ist das Prinzip der Superkompensation. Nach einem Trainingsreiz folgt die Ermüdung mit anschließender Regeneration. Nach dieser Phase liegt das Leistungsniveau etwas höher als vor dem vorherigen Trainingsreiz.

In der Anfangsphase sollte das Training nicht überstürzt werden. So wird eine Überanstrengung der Muskulatur des Pferdes vermieden. Wird zu ehrgeizig trainiert, dann entsteht Laktat, das in der Muskulatur zu einer Übersäuerung führt, die sich durch Leistungseinbruch äußern kann. Ebenso können kleinste Muskelfaserrisse entstehen, die am Ende zu Muskelschmerzen, wie wir sie vom Muskelkater kennen, führen.
Nicht vergessen: Sehnen und Bänder können sich den gesteigerten Trainingsbedingungen nicht so schnell anpassen! Planen Sie deswegen für das Aufbautraining lieber ein paar Wochen mehr ein und vermeiden Sie so Schäden am Bewegungsapparat.

Muskelaufbau bei kranken oder alten Pferden

Pferde mit einer Neigung zu Hufrehe, Equinem Cushing Syndrom oder Equinem Metabolischen Syndrom erhalten häufig nur überständiges Heu. Das ist aus Sicht der Energieversorgung in Ordnung, allerdings fehlen diesen Pferden häufig essenzielle Aminosäuren. Das macht einen Muskelaufbau kaum möglich und führt nicht selten zum Gegenteil. Fehlt dem Körper Eiweiß für Stoffwechsel- und Reparaturprozesse im Körper, holt er sich diese aus der Muskulatur. Das hat zur Folge, dass das Pferd an Muskulatur verliert. Sinnvoll zu einer kargen Ration Heu ist es, zusätzlich hochwertige Aminosäuren zu füttern, um den Muskelerhalt, den Muskelaufbau aber auch am Ende einen wirkungsvollen Stoffwechsel dieser Pferde zu unterstützen.

Ältere Pferde verwerten das Futter nicht mehr so gut wie jüngere Pferde. Neben einem Mangel an Mineral- und Vitalstoffen leidet darunter vor allem die die Proteinverwertung. Hinzu kommt, dass Seniorpferde oft krankheitsbedingt nicht mehr trainiert werden können und so der wichtige Trainingsreiz fehlt. Um dem Muskelabbau bei älteren Pferden vorzubeugen, sind auch hier essenzielle Aminosäuren in der täglichen Ration wichtig. Diese können leicht resorbiert und für Stoffwechselprozesse und den Erhalt der Muskulatur verwertet werden. Das speziell für ältere Pferde erhältliche MASTEHORSE SENIOR nimmt auf diese Umstände Rücksicht.

Produktempfehlungen - für den gesunden Muskelaufbau Ihres Pferdes

Damit die Muskulatur beim Pferd ordentlich wächst, muss nicht nur richtig trainiert, sondern auch passend gefüttert werden. Ausreichend Heu sollte selbstverständlich sein, als weitere Energie- und Eiweißquelle eignet sich Hafer oder ein mit Aminosäuren angereichertes Müsli.

Bei jungen Pferden oder nach einer Trainingspause reichen die Aminosäuren im Futter oft nicht aus. Jetzt ist es sinnvoll, ein Zusatzfutter mit einem hohen Anteil an essenziellen Aminosäuren zu füttern. MASTERHORSE TRI-POWER-PLUS enthält einen Mix aus natürlichen Aminosäuren aus den Mikroalgen Spirulina und Chlorella sowie die gezielt zugesetzten Aminosäuren Lysin, Methionin und Threonin. EQUIPUR-amino gleicht ebenfalls ein Aminosäurendefizit an Lysin, Methionin und Threonin aus und fördert darüber hinaus mit Calcium und Kieselgur die Knochenfestigkeit. Bei gut bemuskelten Sportpferden ist unser Mineralfutter MASTERHORSE SPORT ein passender Zusatz zu einer Heu- und Haferration, um die Muskulatur auch unter höheren Anstrengungen zu erhalten und einem frühzeitigem Abbau vorzubeugen.

Fütterungstipps

  • MASTERHORSE TRI-POWER PLUS

    • Aminosäuren-Komplex mit der 3-fach-Wirkung durch
    • Lysin, Methionin und Threonin
    • Spirulina und Chlorella

    ab 51,95 €* 34,63 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE POWERSPORT

    • unterstützt den Energie- und Muskelstoffwechsel
    • beschleunigt die Regeneration nach Arbeit oder Wettkampf
    • mit Carnitin, Lecithin und Lysin

    ab 38,95 €* 10,82 € * / 1 kg
  • EQUIPUR-amino

    • verzögert vorzeitigen Muskelabbau bei alten oder kranken Pferden
    • fördert den Muskel- und Knochenaufbau bei Sport- und Jungpferden
    • stärkt das Bindegewebe

    ab 35,90 €*
  • MASTERHORSE CHLORELLA

    • reich an natürlichen Vitalstoffen
    • stärkt das Immunsystem und unterstützt den Muskelaufbau
    • belebende Nährstoffe nach Krankheit

    ab 26,95 €* 96,25 € * / 1 kg
  • SALVANA KOMPAKT MÜSLI SPORT

    • aufgeschlossene Getreideflocken (leicht verdaulich)
    • liefert Mineralien, Spurenelemente und Vitamine
    • hohe Energie- und Eiweißzufuhr

    25,00 €* 1,25 € * / 1 kg