Strahlfäule beim Pferd

25.02.2015

Strahlfäule beim Pferd - Wenn‘s mal wieder strenger riecht

Strahlfäule beim Pferd vorbeugenStrahlfäule ist eine häufig auftretende Veränderung an den weichen Hornteilen des Hufes. Meist geht die Strahlfäule von der mittleren Strahlfurche aus und kann sich – wenn sie nicht behandelt wird – auf den gesamten Strahl und sogar das Ballenhorn ausbreiten. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden, sollte man Strahlfäule beim Pferd frühzeitig behandeln.

 

Was genau passiert bei Strahlfäule beim Pferd?

Bei Strahlfäule zerstören anaerobe Bakterien (das sind Bakterien, die in einer sauerstofffreien Umgebung leben) das Hufhorn. Solche Bakterien sind Teil der normalen Darmflora und finden sich beinahe überall dort, wo Tiere leben. Faktoren, die für die Entstehung von Strahlfäule eine Rolle spielen sind neben ungenügenden hygienischen Bedingungen oder vernachlässigter Hufpflege eine unsachgemäße Bearbeitung der Hufe sowie eine unphysiologische Hufform. Bei Stellungsfehlern wie zum Beispiel einem Zwanghuf werden die seitlichen Strahlfurchen stark verengt, was es fast unmöglich macht, diese sauber und trocken zu halten.

Nicht nur schlecht versorgte Pferde leiden unter Strahlfäule

Die weit verbreitete Meinung, dass Strahlfäule grundsätzlich das Ergebnis von schlechten Haltungsbedingungen ist, stimmt so nicht ganz. Da mit jedem Kotabsatz auch Darmbakterien (sogenannte Fusobakterien) ausgeschieden werden, befinden sich diese in mehr oder weniger großer Anzahl überall dort, wo Pferde leben.

Zwar kann man die Masse durch eine gründliche Boxen- und Weidehygiene reduzieren, eine gewisse Anzahl solcher Bakterien wird aber immer zurückbleiben. Besonders groß ist die Bakteriendichte in Offenställen mit befestigten, nicht eingestreuten Laufflächen. Daher ist es wichtig, dass diese Flächen regelmäßig abgeschoben werden und die Pferde nicht permanent im Mist stehen müssen.

Im gesunden und ordentlich bearbeiteten Zustand bietet der Pferdehuf wenig bis gar keinen Lebensraum für diese Erreger. Werden die Strahlfurchen aber durch zu lange Pausen zwischen den Schmied-Terminen oder durch Fehlstellungen geschlossen, bilden sich sogenannte Taschen. Das Horn wächst von der Seite über die Strahlfurchen und verschließt diese. Die entstandenen Hohlräume bieten für Fäulnisbakterien ideale Bedingungen. Die feuchte und sauerstoffarme Umgebung sorgt für eine rasche Vermehrung und dadurch eine schnelle Verbreitung der Strahlfäule-Erreger.

 INFO TO GO  

Was muss ein gutes Mittel gegen Strahlfäule mitbringen:

  • Desinfizierende Wirkung, die das Bakterienwachstum hemmt.
  • Schleppersubstanzen, die für ein tiefes Eindringen des Wirkstoffes sorgen.
  • Pflegende Komponenten, die das Horngewebe weich und elastisch halten.
 

Strahlfäule - Die richtige Hufbearbeitung

Um zu vermeiden, dass um den Strahl herum Hohlräume entstehen, sollte der Strahl regelmäßig bearbeitet werden. Die Überstände, die sich nach links und rechts in Richtung der Sohle bilden, sollten mit einem Hufmesser vorsichtig entfernt werden. Um eine Verletzung des Hufes zu vermeiden, sollte man sich diese Handgriffe vom Hufschmied zeigen lassen. Wichtig für ein sauberes Arbeiten ist ein hochwertiges, gut geschliffenes Hufmesser (VORSICHT VERLETZUNGSGEFAHR!).

Die Schnittführung erfolgt grundsätzlich immer vom eigenen Körper weg und vom Ballen in Richtung Zehe. Damit nicht aus Versehen zu tief geschnitten wird, sollte man das Messer flach ansetzen und vorsichtig dünne Streifen abtragen. Ein gut verarbeitetes und scharfes Hufmesser gleitet schon bei wenig Druck in das Horn hinein. Einmal zu tief geschnitten kann man schlimme Verletzungen verursachen.

Strahlfäule beim Pferd - die richtige Hufbearbeitung ist wichtig.

Pflege bei Strahlfäule beim Pferd - Welche Mittel gibt es?

Um ein weiteres Ausbreiten der Erreger zu verhindern muss die betroffene Stelle gründlich gereinigt und trocken gelegt werden. Für die Reinigung empfehlen sich Mull-Binden oder Kompressen, die mit Hilfe eines Hufkratzers oder eines abgerundeten Holzspatels vorsichtig in die Strahlfurchen gedrückt und diese damit ausgerieben werden. Wichtig ist, dass die Reinigung trocken erfolgt, da Feuchtigkeit wiederum das Wachstum der Bakterien begünstigt. Diesen Vorgang sollte man so oft wiederholen, bis am Stoff keine Rückstände mehr hängen bleiben. Anschließend muss die gereinigte Stelle mit desinfizierenden und austrocknenden Mitteln behandelt werden. Da die Fäulnisherde meist relativ tief liegen, eignen sich hier besonders flüssige Substanzen. Viele Jahre wurden Jodoformether, Kupfervitriol oder ethanolische Jodlösungen verwendet. Diese Mittel haben eine sehr gute desinfizierende Wirkung. Allerdings haben sie den Nachteil, dass sie eine starke Fettlösekraft besitzen und so dem Huf die Feuchtigkeit entziehen. Die Folge ist hartes und brüchiges Strahlhorn. Dadurch wird zum einen die Hufmechanik massiv beeinträchtigt und zum anderen wird das Horn spröde und rissig. In die neu entstandenen Risse wandern wiederum Bakterien ein und die Strahlfäule kann sich weiter ausbreiten.

Ein wirksames und ungefährliches Mittel gegen Strahlfäule ist EQUIPUR-chevaloxin. Es enthält neben desinfizierenden und pflegenden Komponenten auch sogenannte Schleppersubstanzen, die dafür sorgen, dass die Wirkstoffe tief in das Horngewebe eindringen und so auch tief sitzende Bakterienherde bekämpfen. Die Pflege des Horngewebes ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Strahlfäule bei Pferden, denn nur ein weicher und elastischer Strahl kann sich regenerieren und seine Aufgabe in der Hufmechanik erfüllen.

Die Flüssigkeit träufelt man in die betroffenen Stellen hinein bis diese komplett gefüllt sind. Um ein Herauslaufen zu verhindern, sollte der Huf noch einige Augenblicke hochgehalten werden. Bei größeren Hohlräumen macht es Sinn, sie mit einer Tamponade zu versehen. Hierfür dienen ebenfalls Mullbinden oder Kompressen, die in die Öffnungen hineingedrückt und anschließend ebenfalls mit dem Mittel getränkt werden. Diese Tamponade verbleibt bis zur nächsten Behandlung im Huf und wird dann vorsichtig entfernt und durch eine neue ersetzt. In der Regel sollte man Strahlfäule einmal täglich behandeln und zwar so lange, bis die betroffenen Stellen komplett abgetrocknet sind und sich neues, gesundes Horn gebildet hat.

Bei leichter Strahlfäule kann auch Blauspray gute Dienste leisten. Durch die desinfizierende Wirkung wird das Bakterienwachstum gehemmt und ein Ausbreiten der Strahlfäule verhindert. Wichtig ist auch hier, dass das Pferd möglichst trocken steht.

Strahlfäule - Vorsorge ist besser als Nachsorge!

Um die Gefahr einer Strahlfäule möglichst gering zu halten, sind hygienische Haltungsbedingungen wichtig. Einmal täglich gründlich Ausmisten, Ausläufe regelmäßig absammeln und die Hufe vor und nach dem Bewegen sorgfältig säubern sollten selbstverständlich sein. Zudem ist es wichtig, dass beim Einfetten der Hufe darauf geachtet wird, dass faulige Stellen nicht gefettet werden dürfen! Durch den Fettfilm wird Feuchtigkeit eingeschlossen und man begünstigt so die Ausbreitung der Strahlfäule. Das gleiche gilt für Hufteer. Dieser bildet ebenfalls eine wasserundurchlässige Schicht wodurch die Bakterien im Horngewebe eingeschlossen werden und sich so rasch vermehren können. Ebenso wichtig ist der regelmäßige Besuch von Hufschmied oder Hufpfleger um eine Taschenbildung am Strahl zu vermeiden. 

Fütterungstipps

  • EQUIPUR-chevaloxin

    • wirkt im Bereich des Strahls und der Strahlfurche
    • unterstützt die Hornneubildung

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  • MASTERHORSE BLAUSPRAY

    • zur sichtbaren Desinfektion mit Blaufärbung
    • mit lang anhaltender Wirkung

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  • Hufmesser Dick

    • rechtsschneidend
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  • Der Weg zum gesunden Huf

    • Autoren: Jochen Biernat, Konstanze Rasch
    • Problemfälle werden gezeigt
    • Beschreibung von Barhufbehandlung

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