Wenn das Pferd zu dick wird

14.02.2015

Zeit zum Abspecken – hilfreiche Tipps um Pferde abzuspecken

Wenn das Pferd zu dick wirdÜbergewicht macht nicht nur uns Menschen zu schaffen, auch viele Pferde sind zu dick. Fühlt man den ersten Speck auf den Rippen und ist der Übergang zum Schweif weich, so entspricht das einem Body Condition Score von sechs. Von da an sollte das Pferd auf Diät gesetzt werden, um eine Verfettung zu vermeiden. Besonders gefährdet sind leichtfuttrige Rassen wie Haflinger, Isländer, Freiberger oder Kaltblüter. Häufig ist die Graszusammensetzung der Pferdeweiden auf den Ernährungsbedarf von Hochleistungskühen ausgerichtet. Dieses Gras ist in vielen Fällen zu energiereich für solche Pferde. Viele Pferde haben zudem zu wenig Bewegung; das führt dazu, dass die Pferde zu schwer werden.

Wie dick ist mein Pferd? Messen mittels Body Condition Score!

Der Futterzustand kann mit Hilfe des „Body Condition Score“ (BCS - deutsch: "Körperzustandswert") ermittelt werden. Dabei werden Körperregionen wie Mähnenkamm, Schulter und Hüfte beurteilt. Rassespezifische Besonderheiten sind dabei zu berücksichtigen. Die Bewertungsskala reicht von 1 (sehr mager) bis 9 (sehr fett). Optimal ist ein BCS von fünf. Das Kammfett am Hals ist 4-5 cm hoch, die Rippen und die Hüfthöcker sind leicht tastbar und die Kruppe ist rund.

>>> Bewertungsskala zur Ermittlung des BCS <<<

Wenn das Pferd zu dick ist - die richtige Diät um langsam abzunehmen

Jetzt ist Kalorien zählen angesagt. Die Energiemenge muss reduziert werden und zwar mindestens auf den Bedarf an Energie des Zielgewichtes. Gegebenenfalls kann die Energiezufuhr um weitere 20 % gekürzt werden. Kraftfutter brauchen dicke Pferde in den wenigsten Fällen; streichen Sie diese Kalorienbombe zuerst oder reduzieren Sie es auf ein Minimum. Das Wichtigste für Pferde während einer Diät ist Heu. Empfehlenswert ist spät geschnittenes, energieärmeres und faserreiches Heu. Die Menge sollte bei 1- 1,5 kg/ 100 kg Körpergewicht liegen, je nach Energiegehalt des Heus. Zum Knabbern kann das Pferd zusätzlich noch ca. 0,5 kg/ 100 kg Körpergewicht Futterstroh erhalten. Sinnvoll ist es, das Heu in engmaschige Heunetze zu füllen und über den Tag verteilt zu füttern. Dadurch wird das Pferd ausreichend lange mit Kauen beschäftigt. Während der Weidesaison sollte das dicke Pferd einen Weidemaulkorb bekommen oder stundenweise auf einer mageren Weide grasen. Nicht vergessen werden darf ein ausgewogenes Mineralfutter, denn während der Diät benötigt das Pferd mehr Vitamine und Spurenelemente.

Wichtig: Vermeiden Sie eine Radikaldiät bei dicken Ponys! Hier besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Hyperlipidämie. Durch eine radikale Futterkürzung werden große Mengen an Fett freigesetzt und gelangen so ins Blut. Die Leber kann nicht alles abbauen und es kommt zur Schädigung der Leber und anderen Pferdeorganen wie Niere und Herz.

Training lässt dicke Pferde abspecken!

Pferde in freier Wildbahn legen bis zu 16 km pro Tag zurück. Viele unserer Pferde werden nicht täglich geritten, allenfalls nur leicht bewegt. Das muss sich ändern wenn das Pferd abnehmen soll. Erhöhen Sie langsam die Trainingsintensität und bauen Sie längere Trab- und Galoppreprisen ein. Die schnelleren Gangarten verbrennen deutlich mehr Energie als Schritt. Achten Sie darauf, dass das Pferd so oft als möglich bewegt wird. Sofern es sich organisieren lässt, sind zwei Trainingseinheiten pro Tag für die Gewichtsreduzierung förderlich. Auch Führanlagen können während der Diät gute Dienste leisten.

Problematischer wird es bei dicken Pferden mit chronischer Hufrehe oder älteren Pferden mit Arthrose. Bei ihnen kann das Training nicht einfach intensiviert werden. Sprechen Sie in solchen Fällen die Bewegung mit Ihrem Tierarzt ab.

Erhöhtes Risiko einer Stoffwechselentgleisung bei dicken Pferden!

Übergewicht kann weitreichende Folgen für das Pferd haben. Das Gewicht belastet Skelett und Gelenke und führt zu Gelenkproblemen. Die Atmung ist erschwert und es können Kreislauf- oder Herzprobleme auftreten. Die Leistungsfähigkeit lässt nach, das Tier wird müde und faul. Bei Zuchttieren beobachtet man eine verminderte Fruchtbarkeit.

Die größte Gefahr ist das Equine Metabolische Syndrom (EMS). Diese Stoffwechselstörung zeigt sich optisch u. a. durch untypische Fetteinlagerungen über dem Auge, am Mähnenkamm, Euter/ Schlauch und an der Schweifwurzel. Die äußerlich sichtbaren Fettpolster sind ein Anzeichen dafür, dass das Körperinnere des Pferdes bereits verfettet ist. Diese Fettdepots sind nicht nur Energiespeicher, sondern auch aktive Hormondrüsen. Der Hormoncocktail aus dem Fettgewebe kann zu Stoffwechselentgleisungen wie Insulinresistenz und Hufrehe führen.

Sinnvoller als jede Diät wäre es, dem Übergewicht rechtzeitig vorzubeugen. Neben einer bedarfsgerechten Fütterung und Bewegung sollte der Futterzustand regelmäßig mittels Body Condition Scoring, Gewichtsband oder durch Wiegen kontrolliert werden.

Der Futterexperten-Tipp: Wählen Sie statt einem stark getreidehaltigen Müsli ein faserreiches Futter wie zum Beispiel das MASTERHORSE FASER-PLUS. In dieses Futter können Sie sehr gut das Mineralfutter oder andere Ergänzungsfuttermittel mischen. Für Ponys eignen sich auch die schmackhaften MASTERHORSE PONY-BIGS als Vitalstoffversorgung (sie werden auch pur gerne gefressen). Bei einer knappen Fütterung ist es sinnvoll die Verdauung und die Darmflora mit einer probiotisch wirkenden Lebendhefe (Stallmeister LeibWächter) zu unterstützen.

Fütterungstipps

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  • MASTERHORSE FASER-PLUS

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