Wasserbedarf des Pferdes

01.11.2017

Wasserbedarf des Pferdes – ausreichend saufen im Herbst und Winter

Wasserbedarf beim PferdDas Sprichwort „Saufen wie ein Pferd“ kommt nicht von ungefähr. Das weiß jeder spätestens dann, wenn er sein Pferd über einen längeren Zeitraum aus Eimern getränkt hat. Der Wasserbedarf eines Großpferdes liegt in etwa bei 30 Litern pro Tag. Bei heißen Temperaturen stehen unsere Pferde sehr oft und auch lange an der Wasserstelle, um eben diesen zu decken. Sinken aber in der Herbst- und Winterzeit die Temperaturen, reduziert sich auch das Durstgefühl der Pferde: Man sieht sie über den Tag seltener trinken. Zum verringerten Durstgefühl kommt verstärkend hinzu, dass das Wasser – stehen keine beheizbaren Tränkebecken oder Rohrbegleitheizungen zur Verfügung – im Winter oft empfindlich kalt ist.

Doch auch wenn Pferde im Winter weniger schwitzen als im Sommer, müssen sie trotz der niedrigen Temperaturen ihren Wasserbedarf decken. Tun sie das nicht, kann es beispielsweise zu ernstzunehmenden Kreislaufproblemen oder bedrohlichen Verstopfungskoliken kommen.

Welche Faktoren beeinflussen den Wasserbedarf des Pferdes?

Zwei Drittel des Pferdegewichtes besteht aus Wasser; es ist für den Stoffwechsel und die Thermoregulation unverzichtbar. Wasser befindet sich in allen Körperflüssigkeiten wie im Blut, in der Lymphflüssigkeit, im Darm und in den Zellen. Sogenannte Osmoserezeptoren im Gehirn messen den Flüssigkeitsdruck außerhalb der Zellen. Sinkt dieser, wird dem Gehirn ein Signal gesendet – das Pferd verspürt das Verlangen zu trinken.

Ein anderer „Durstauslöser“ sind beispielsweise auch zu trockene Schleimhäute. Wenn der Wasseranteil im Pferd nur um ein Zehntel absinkt, funktioniert der Organismus nicht mehr reibungslos. Deshalb sollte man immer darauf achten, dass die Pferde genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Der Wasserbedarf eines Pferdes hängt u. a. von der Arbeitsleistung ab. Hier die unterschiedlichen Bedarfswerte:

  • 10-15 l bei Fohlen
  • 18-30 l bei ausgewachsenen Großpferden im Erhaltungsbedarf
  • 30-40 l bei leichter Arbeit (Großpferd)
  • 50-80 l bei schwerer Arbeit (Großpferd)
  • 40-60 l bei säugenden Stuten (Großpferd)

Beeindruckend: Bei schwerer Arbeit verliert ein Pferd bis zu 7% seines Körpergewichtes an Schweiß. Säugende Stuten verlieren 12-18 l Wasser am Tag über die Milch.

Der Wasserbedarf der Pferde ist neben der zu erbringenden Leistung abhängig von der Körpergröße, der Umgebungstemperatur und auch vom Futter. Verbringen die Pferde viel Zeit auf Weiden mit saftigem Gras, können sie darüber 80-85% ihres Flüssigkeitshaushaltes decken.

Symptome eines Wassermangels beim Pferd

Ein Anzeichen, dass ein Pferd dringend Flüssigkeit zu sich nehmen sollte, ist die wohl bekannte Hautfalte. Zieht man dem Pferd am geradegerichteten Hals mit den Fingern eine Falte, sollte diese sofort wieder verschwinden. Bildet sie sich nur sehr langsam wieder zurück, ist Vorsicht geboten – ein Wassermangel kann vorliegen. Erweckt das Pferd dazu einen kraftlosen, matten Eindruck, zeigt es Anzeichen einer gestörten Verdauung (Durchfälle oder zu wenig Kotabsatz, Symptome einer Kolik) und mag es nicht mehr fressen, deuten auch diese Hinweise auf einen Flüssigkeitsmangel hin.

Dazu sollte die Schleimhaut im Maul feucht sein und eine blassrosa Farbe haben. Drückt man mit dem Finger dagegen, sollte der sich bildende weiße Fleck in ca. zwei Sekunden wieder verschwunden sein. Auch die Augen verraten etwas über die Wasserversorgung: Sind sie trocken und erscheinen eingesunken, kann das ein Hinweis auf eine Dehydrierung sein.

Gefahren eine Dehydratation des Pferdes – wie ist dieser vorzubeugen?

Zur richtigen Wasserversorgung gehört grundsätzlich, dass die Pferde permanent Zugang zu frischem Wasser haben. Ist dies nicht möglich, sollten sie mindestens dreimal täglich bis zur Sättigung getränkt werden. Auch auf der Koppel muss immer genügend Wasser zur Verfügung stehen. Trinken Pferde bei gutem Appetit auf einmal weniger, kann es unter anderem daran liegen:

  • unsaubere Tränkevorrichtungen
  • scharfe Ränder / Kanten an den Tränkebecken oder den Wasserbehältnissen
  • defekte Leitungen
  • Wasser zu kalt / zu warm
  • Wasser weist abweichenden Geschmack auf

Da Wasser im Normalfall neutral schmeckt, reagieren die Pferde sehr empfindlich, wenn sich das auf einmal ändert. Kupfer aus den Rohren oder Chlor aus Reinigungsmitteln kann schon dazu führen, dass die Pferde das Saufen komplett verweigern. Nur geringe Schwefelwasserstoffmengen können einen fauligen Geschmack bedingen, der von den Pferden ebenfalls nicht akzeptiert wird. Kommt das Wasser für die Pferde aus natürlichen Quellen, sollte die Qualität in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Hohe Natrium- und Kalium-Gehalte beispielsweise weisen auf eine Verschmutzung durch Jauche hin. Das Wasser könnte dann mit Bakterien verunreinigt sein.

Doch auch wenn das Wasser neutral schmeckt und über eine hohe Qualität verfügt, ist es möglich, dass Pferde in manchen Situationen nicht gerne trinken. Um einer Dehydratation vorzubeugen, können bereits prophylaktisch den Durst anregende Elektrolyte zugefüttert werden. Darüber hinaus sollte man versuchen, den Tieren das Saufen im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen.

Ein Schuss Apfelsaft wirkt oft schon Wunder. Können die Tränkebecken oder die Wasserleitungen nicht angewärmt werden, ist im Winter ein warmer Tee eine gute Alternative.Trinkt das Pferd noch immer nicht, genießt es – vor allem bei kalten Außentemperaturen – gerne warmes, sehr flüssiges Mash oder sehr wässrig angemachte Cobs.

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Pferd über die Selbsttränken genügend Wasser zu sich nimmt, ist es sinnvoll, diese für ein paar Tage abzustellen und die Pferde über Eimer zu versorgen.

MASTERHORSE-Expertentipp

Die verschiedenen MASH- und COBS-Sorten aus dem MASTERHORSE-Sortiment eignen sich im aufgeweichten Zustand sehr gut, um den Pferden noch den einen oder anderen Extra-Liter Flüssigkeit zuzuführen. Bei der großen Auswahl finden Sie sicherlich ein schmackhaftes Futter für Ihr Pferd. Um den Durst anzuregen, empfehlen wir Elektrolyte. Bei MASTERHORSE gibt es ELEKTROLYT-2000-PLUS in pelletierter Form oder das ELEKTROLYT FLÜSSIG. Die flüssige Variante kann entweder mit dem Tränkewasser oder aber - besonders um den Durst anzuregen - mit einer Spritze ins Maul gegeben werden.

Durch die Elektrolytaufnahme wird nicht nur ein Elektrolytmangel ausgeglichen, sondern auch das Durstgefühl verstärkt; folglich saufen die Pferde mehr. Deswegen hat sich bei Pferden mit chronischen Atemwegsproblemen oder Neigung zu Verstopfungskoliken die prophylaktische Gabe von Elektrolyten bewährt.

Fütterungstipps