Wie kann ich mein dünnes Pferd auffüttern?

Dünnes Pferd richtig füttern!Wann sind Pferde eigentlich zu dünn? Eine Frage, die zum Nachdenken anregt. Werden häufig üppig bemuskelte Dressurpferde schon als zu dick abgestempelt, gelten Vielseitigkeits- oder Distanzpferde oft als dürr. Doch weder der „Kraftsportler“ noch der „Ausdauersportler“ haben so beschrieben ein Gewichtsproblem. Aber die Grade sind schmal. Während man den Extremfall „zu dick“ noch recht einfach an der Entstehung unschöner Fettdepots erkennt, bleibt dennoch die Frage offen: Wie lange sind schlanke Pferde noch sportlich und ab wann gelten sie als zu dünn?

Woran erkennt man, dass ein Pferd zu dünn ist?

Bei uns Menschen verrät der Body Mass Index – eine Formel, die die Körpergröße und das Körpergewicht in ein Verhältnis stellt – ob wir zu viel oder zu wenig wiegen. Und auch für Pferde gibt es eine ähnliche Methode: den Body Condition Store (BCS), der aufzeigt wann ein Pferd zu dünn oder zu dick ist.

Dazu wird das Pferd bezüglich der Fettdepots und der von außen erkennbaren Muskulatur an sechs Stellen des Körpers beurteilt:

  • Hals
  • Schulter
  • Rücken
  • Brustwand
  • Hüfte
  • Schweifansatz

Je nach Fett- bzw. Muskelanteil an diesen Partien wird das Pferd in eine Skala von eins bis neun eingestuft. Dabei steht eins für extrem dünn, fünf für ideal und neun für adipös. Bis einschließlich Stufe drei gilt ein Pferd als zu dünn, was bedeutet: Die Rippen sind deutlich spür- bzw. bereits sichtbar, die Dornfortsätze stechen ebenso hervor wie die Hüfthöcker und der Schweifansatz, der Hals ist mager. Derart untergewichtige Pferde verlieren trotz guten Trainings immer mehr an Muskulatur und dadurch auch an Leistungsfähigkeit. Der Grund hierfür sind benötigte Aminosäuren, die das zu dünne Pferd nur noch durch die Energieverbrennung aus den Muskeln ziehen kann. Dazu kommen brüchige Hufe und stumpfes Fell. Das Pferd zeigt sich im Ganzen nur noch matt und antriebslos.

Was sind die Ursachen für ein abgemagertes Pferd?

Die grundlegende Ursache für ein abgemagertes Pferd ist oftmals eine unzureichende und qualitativ minderwertige Rau- und Kraftfutterration. Was ist hierbei zu beachten? Nehmen wir uns kurz die Zeit für einen Blick auf die Zusammensetzung einer Futterration im Normalfall.

Für ein 600 kg schweres, gesundes Großpferd ergibt sich bei leichter Arbeit Folgendes:

  • ca. 9 kg Raufutter
  • ca. 2 kg Kraftfutter
  • eine Basisversorgung mit Vitalstoffen (z.B. ein Mineralfutter)
  • mindestens 30 l Wasser

Das Raufutter bildet zusammen mit dem Wasser die Basis der Pferdefütterung. Ohne eine ausreichende Menge an Raufutter in der täglichen Ration kann ein Pferd nicht funktionieren. Es fördert die Darmtätigkeit und eine stabile Darmflora. Das Kraftfutter liefert dem Pferd zusätzliche Energie und Proteine. Eine optimale Versorgung mit Vitalstoffen fällt mengenmäßig am wenigsten ins Gewicht, ist aber von großer Bedeutung für ein gesundes und leistungsfähiges Pferd. In der Summe verfügt das Pferd mit alldem über eine gute Grundlage.

Bei zu dünnen Pferden erhebt sich zunächst der Verdacht, dass sie unzureichend gefüttert werden. Daher sollten zuerst die wichtigsten Eckpunkte abgeklärt werden, weswegen die oben angeführte Ration gegebenenfalls abgeändert werden muss:

  • Wie schwer ist das Pferd?
  • Handelt es sich um ein Freizeit-, ein Sport- oder ein Hochleistungssportpferd?
  • Wie alt ist das Pferd?
  • Ist das Pferd gesundheitlich beeinträchtigt?
  • Gibt es Unverträglichkeiten?

Hat man alle diese Faktoren in der Rationsberechnung berücksichtigt und das Pferd nimmt nach wie vor nicht zu, gibt es noch zahlreiche andere Ursachen, die den fehlenden Kilos zugrunde liegen können. Mit der Beantwortung folgender Fragen kann man sich an die mögliche Ursache herantasten:

  • Wann hat das Pferd begonnen abzunehmen?
  • Wird das Pferd regelmäßig entwurmt?
  • Wann wurden letztmalig die Zähne kontrolliert?
  • Gab es zu diesem Zeitpunkt Veränderung in seiner Umgebung (mehr Stress, Futterumstellung, Stallwechsel, verändertes Training, Rangordnungsprobleme mit Herdenmitgliedern)?
  • War oder ist das Pferd krank?

Handelt es sich bei der Ursache um einen Parasitenbefall in Magen oder Darm, können diese ihrem Wirt hohe Anteile benötigter Nährstoffe entziehen. Spuckt das Pferd beim Heufressen "Röllchen" aus, fällt ihm das Futter beim Kauen aus dem Maul oder frisst es zögerlicher als sonst, kann es sein, dass ein Zahnproblem hinter dem Gewichtsverlust steckt. Durch mangelhaftes Kauen wird die Nahrung im Maul nicht ausreichend zerkleinert, um im Verdauungstrakt optimal verwertet werden zu können.

Ähnliche Probleme treten bei hastigem Fressen auf. Das Futter wandert zu schnell durch den Verdauungstrakt. Durch die beschleunigte Darmpassage wird der Futterbrei nicht ausreichend mit Verdauungssäften durchtränkt. Das bringt die Darmflora durcheinander und mindert die Verwertung der Nährstoffe, vor allem der Aminosäuren. Die Folge: Das Pferd nimmt trotz ausreichend Heu ab. Für schnell fressende Pferde sind Heunetze oder ähnliches empfehlenswert. Sie verlängern die Fressdauer und verbessern dadurch die Futterverwertung.

Oft ist das Untergewicht auch in der Rangordnung begründet: Auf einer gut bewachsenen Weide bekommen alle Pferde genug Futter. Wird das Gras jedoch weniger oder wird zusätzliches Futter verabreicht, entsteht Futterneid an der Heuraufe. Stehen nicht genügend Fressplätze zur Verfügung, werden rangniedrige Tiere vom Futter vertrieben, können nicht in Ruhe fressen und bekommen zu wenig Nährstoffe. Auch Krankheiten wie Magengeschwüre oder Magenschleimhautentzündungen, die durch Stress, falsche Fütterung oder zu lange Hunger-Zeiträume entstehen, zehren an der Substanz. Stoffwechselstörungen wie das Equine Cushing Syndrom können ebenfalls zu plötzlicher Abmagerung führen. Leber- und Nierenprobleme wie beispielsweise nach übermäßiger Aufnahme von Giftpflanzen oder Schimmelpilzen können ebenfalls hinter dem Verlust von Körpergewicht stecken.

 

 INFO TO GO - Dünnes Pferd  
  • Sind beim Pferd die Rippen deutlich spür- bzw. bereits sichtbar, stechen die Dornfortsätze, die Hüfthöcker und der Schweifansatz hervor und hat der Hals übermäßig an Masse verloren aus, ist es eindeutig zu dünn.
  • Um das Pferd wieder auffüttern zu können, muss zunächst die Ursache für das Gewichtsproblem gefunden und beseitigt werden. Erst dann erreicht eine Umstellung des Futters das gewünschte Ziel.
  • Qualitativ hochwertiges Heu und Getreide (Hafer, Maisflocken oder Gerstenflocken), aminosäurereiches Futter sowie leicht verdauliche Öle und Fette sind bei zu mageren Pferden feste Bestandteile ihres Futterplans.
 


Wie sollte ein dünnes Pferd aufgepäppelt werden?

Ist die Ursache für den Gewichtsverlust gefunden und bestenfalls beseitigt, müssen die Kilos wieder drauf. Doch das Untergewicht hat den gesamten Verdauungsapparat in vielen Fällen bereits über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt. Lange Hungerphasen können dazu die Magen- und Darmschleimhäute angreifen. Deshalb sollten die Futterrationen zunächst langsam erhöht werden, um nicht noch weiteren Schaden anzurichten. Hat man dies im Blick, helfen folgende Tipps, um das Pferd wieder aufzufüttern:

Generell – auch bei Pferden, die nicht mit Untergewicht zu kämpfen haben – sollte das Heu vor dem Kraftfutter gefüttert werden. Denn um das Kraftfutter optimal verdauen zu können, müssen zunächst die im Getreide enthaltene Stärke durch entsprechende Enzyme aufgeschlossen werden. Achtung: Je stengeliger das Heu, desto schwerer ist es vom Pferd zu verdauen. Zu dünne Pferde benötigen deswegen qualitativ hochwertiges und nicht zu spät geschnittenes Heu vom 1. Schnitt. Als Getreide empfiehlt sich bei zu dünnen Pferden Hafer, er ist auch ungequetscht leicht verdaulich, alternativ aufgeschlossene Gerste oder Mais. Durch den hydrothermischen Aufschluss werden Gerste und Mais leichter verdaulich und fördern eine raschere Gewichtszunahme. Aminosäurereiches Zusatzfutter wie beispielsweise Luzerne sollte ebenso auf dem Speiseplan stehen wie leicht verdauliche Öle und Fette mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Dazu kommt eine adäquate Bewegung, die das Pferd im jeweiligen Stadium nicht überfordert, das regt den Stoffwechsel an und fördert den Muskelaufbau.

Ein besonderes Augenmerk verdienen alte Pferde. Bei ihnen funktioniert die Verdauung von Haus aus nicht mehr optimal, weswegen sie auch ohne zusätzliche Beeinträchtigung leichter ins Untergewicht fallen können. Daher sollte man bei ihnen generell auf leicht verdauliches Futter zurückgreifen. Dazu kommt, dass auch die Leistungsfähigkeit der wichtigen Organe zurückgeht, weshalb der Körper bereits für normale Funktionen mehr Energie aufzuwenden hat. Deshalb müssen die Futterrationen mit zunehmendem Alter angepasst werden. Auch die Zähne „kommen in die Jahre“, weshalb eine regelmäßige Zahnkontrolle in kürzeren Intervallen nicht vergessen werden darf. Cobs, Rübenschnitzel, Weizenkleie, Öl und Bierhefe empfehlen sich bei eingeschränktem Kauvermögen oder fehlenden Zähnen. Im Zweifel stehen der behandelnde Tierarzt und auch unsere Experten aus dem MASTERHORSE-Team mit Rat und Tat zur Seite, denn im Falle mancher (altersbedingter) Probleme wie Leber- oder Stoffwechselproblemen kann zu viel Fett auch schaden.

Bei der Rationsberechnung für die jungen Pferde muss man sich langsam herantasten. Im Muskelaufbau benötigen sie mehr Aminosäuren und Vitalstoffe – stehen diese nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung, verlieren sie rasch die Leistungsbereitschaft und auch die Körpermasse. Der Zahnwechsel bereitet jungen Pferden phasenweise Probleme. Bis das Pferd die bleibenden Zähne hat, gibt es immer wieder einige Wochen in denen es schlecht kauen kann und abnimmt. Auch Würmer führen bei Jungpferden häufig zu Gewichtsverlust, deswegen darf eine regelmäßige Entwurmung nicht vernachlässigt werden.

Sie können Ihr zu dünnes Pferd – ganz unabhängig von Alter oder Einsatz – ganz individuell unterstützen:

Die optimale Fütterung eines dünnen Pferdes – MASTERHORSE Expertentipp

Damit man ein dünnes Pferd optimal wieder aufpäppeln kann, muss die Grundversorgung stimmen. Die Basis schafft hochwertiges Heu, das langsam gefressen und somit optimal verwertet wird. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Hier gibt es bei MASTERHORSE das richtige Mineralfutter für jedes Alter und jeden Pferdetyp. So unterstützt das Mineralfutter MASTERHORSE JUNIOR Jungpferde im Wachstum, MASTERHORSE SENIOR berücksichtigt die Bedürfnisse von älteren Pferden und MASTERHORSE SPORT versorgt Leistungssportler optimal mit Vitalstoffen. Diese besonderen Mineralfutter versorgen zusätzlich mit Aminosäuren und unterstützen so den Muskelaufbau bzw. Muskelerhalt. Für Pferde mit Stoffwechselproblemen eignet sich das MASTERHORSE BASIS-METABOL. Die Vitamin- und Mineralstoffgehalte sind dem Bedarf von Pferden mit Stoffwechselproblemen angepasst. Des Weiteren zeichnet es sich durch einen hohen Gehalt an Antioxidanzien, Aminosäuren, probiotischer Lebendhefe und leber- und nierenstärkenden Kräutern aus.

MASTERHORSE NATUR-MAISFLOCKEN bestehen zu 100 % aus reinem, knackigem und hydrothermisch aufgeschlossenem Mais. Durch den hohen Energiegehalt von 13,5 MJ DE, der deutlich über dem Energiegehalt von Hafer liegt, versorgt der Mais sowohl Leistungspferde als auch Pferde, die an Körpergewicht zunehmen müssen, mit gut verträglicher Energie.

MASTERHORSE MAIS-COBS sind eine ebenso ideale Futterergänzung für zu dünne Pferde. Da zur Herstellung der Cobs die gesamte Maispflanze (Stängel, Blätter, Kolben) verwendet wird, enthält das Produkt auf der einen Seite eine ausreichende Menge leicht verdaulicher Energie, auf der anderen Seite jedoch gleichzeitig wenig Eiweiß und viel Rohfaser.

MASTERHORSE LEINÖL wird aus erstklassigem Leinsamen in Erstpressung gewonnen. Durch die besonders schonende Herstellung im Kaltpressverfahren ist es uns möglich, ein sehr wertvolles Futtermittel für Pferde anzubieten, das sich durch einen hohen Gehalt an essenziellen, ungesättigten Fettsäuren auszeichnet. Diese Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren kann der Organismus nicht selbst herstellen, sie müssen dem Pferd täglich über das Futter zugeführt werden. Leinöl ist hierfür eine gute Futterergänzung.

Fütterungstipps

  • MASTERHORSE SPORT

    • bedarfsgerechte Vitamin- und Mineralstoffversorgung
    • die Aminosäuren Lysin und Methionin unterstützen den Muskelaufbau
    • pelletiert und sehr schmackhaft

    ab 26,95 €* 7,49 € * / 1 kg ­29,95 €*
  • MASTERHORSE BASIS-METABOL

    • besonders geeignet für Pferde mit einem empfindlichen Stoffwechsel
    • liefert Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und weitere Vitalstoffe
    • ohne Getreide und Melasse

    ab 39,95 €* 13,32 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE NATUR-MAISFLOCKEN

    • zum Aufbau von Körpergewicht
    • auch für Pferde mit Allergieneigung geeignet

    12,95 €* 0,65 € * / 1 kg
  • MASTERHORSE MAIS-COBS

    • Maispflanze, schonend getrocknet
    • besonders geeignet für Pferde mit erhöhtem Energiebedarf
    • geringer Eiweißgehalt, reich an verdauungsfördernder Faser

    11,95 €* 0,60 € * / 1 kg ­12,95 €*
  • MASTERHORSE LEINÖL

    • kaltgepresstes Leinöl
    • sorgt für ein glänzendes Fell
    • fördert die Verdauung

    ab 7,95 €*