Angelaufene Beine beim Pferd

23.10.2017

Angelaufene Beine beim Pferd – was kann man tun?

Angelaufene Beine beim PferdVon allen Haustieren leidet das Pferd besonders unter dem Symptom der angelaufenen Beine: Diese Schwellungen treten beim Pferd meist nach einer längeren Zeit des Stehens auf. Werden sie geritten oder dürfen sie auf die Koppel, gehen diese Flüssigkeitsansammlungen nahezu komplett zurück. Doch warum schwellen die Beine der Pferde überhaupt derartig an? Warum passiert das immer wieder? Kann dieses Phänomen – ist es einmal aufgetaucht – wieder gänzlich verschwinden? Wie können wir die Pferde in einem solchen Fall am besten unterstützen?

Unsere Experten haben sich im Folgenden ausführlich mit den angelaufenen Beinen beim Pferd auseinander gesetzt.

Angelaufene Beine sind an sich keine Krankheit, sie sind lediglich ein Symptom; ein Hinweis dafür, dass eine Schwäche im Lymphgefäßsystem des betroffenen Pferdes vorliegt. Wenn sie nicht durch eine Verletzung an einem Bein entstehen, treten sie fast immer paarweise auf und die ersten Schwellungen erscheinen meist an den Hintergliedmaßen. Um besser verstehen zu können, was in einem solchen Fall im Organismus der Pferde passiert, haben wir uns zunächst einmal das Lymphgefäßsystem genauer angesehen:

Das Lymphsystem zieht sich als Netzwerk durch den gesamten Körper des Pferdes und ist wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Nach den Arterien und Venen ist es das das dritte große Gefäßsystem des Organismus und somit ein sehr umfangreiches Gebilde. Im Vergleich zum Menschen, der zwischen 400 und 600 Lymphknoten besitzt, sprechen wir beim Pferd von ca. 8.000 Knoten, die diesem Gefäßsystem zwischengeschaltet sind. Die Lymphe ist zuständig für den Abtransport z.B. von Eiweißen und Fetten aus dem Verdauungssystem oder von Giftstoffen und Krankheitserregern aus dem Unterhaut-Bindegewebe.

Nach einer Filterung in den Lymphknoten fließt die Lymphe in das Venensystem zurück. Dieser Lymphfluss wird zum einen aktiv von den Lymphgefäßen gefördert und zum anderen unterstützen die Kontraktion der Muskeln, die Pulsation der Arterien sowie die Atem- und Darmbewegung diesen Rückfluss. Aus unterschiedlichen Gründen kann der Fluss der Lymphe allerdings unterbrochen werden. Die Folge: Flüssigkeit und Schadstoffe bleiben im Gewebe, es kommt zu Schwellungen an eben diesen Stellen.

Ursachen von angelaufenen Beinen beim Pferd

Im simpelsten Fall liegt die Ursache für angelaufene Beine schlichtweg im Bewegungsmangel. Pferde in Offenstallhaltung sind davon weitaus weniger betroffen als Pferde, die den Großteil des Tages in ihrer Box verbringen müssen. Ist das schon des Rätsels Lösung, ist die Ursache einfach behoben:

Darf sich das Pferd mehr bewegen, wird das Lymphsystem wieder in Schwung gebracht und die Beine schwellen ab. Angelaufene Beine können auch aus einer zu eiweißreichen Fütterung resultieren. Das Bindegewebe an sich besteht aus einer gelartigen Grundsubstanz. Wasser kann dieses nahezu widerstandslos durchdringen. Eiweiß per se benötigt dazu doppelt so lange. Muss über die Lymphe eine ungewohnt große Menge an Eiweiß abtransportiert werden, kann es im Gefäßsystem zu Stauungen und damit zu den angelaufenen Beinen kommen.

Zu guter Letzt können auch Probleme im Nierenstoffwechsel der Grund für angelaufene Beine sein. Um diese wieder in Schwung zu bringen, sollte das Pferd die Gelegenheit bekommen, viel zu trinken. Um das kontrollieren zu können, ist es sinnvoll, über einen gewissen Zeitraum die Selbsttränke abzustellen und das Pferd nur aus Eimern saufen zu lassen.

 

 INFO TO GO - Angelaufene Beine beim Pferd
 
  • Angelaufene Beine treten meistens paarweise auf, die Schwellung beginnt fast immer an den Hinterbeinen.
  • Bewegungsmangel, ein Eiweißüberschuss im Futter oder ein Nierenproblem sind die Hauptursachen von angelaufenen Beinen.
  • Manuelle Lymphdrainage, Kompressionsstrümpfe sowie Bewegung können helfen, die Schwellung zu verringern.
  • Auch über die Fütterung können die Nieren und somit die Lymphdrainage zusätzlich angeregt und in Schwung gehalten werden.
 

Akute und chronische Schwellungen der Pferdebeine

Angelaufene Beine können bezogen auf die Dauer des Auftretens der Schwellung in „akut“ und „chronisch“ unterteilt werden. Tritt diese über zwei bis drei Monate immer wieder auf, kann man durchaus von chronisch anlaufenden Beinen sprechen. Nach diesem Zeitraum sind die Lymphgefäße in den Pferdebeinen bereits ausgeleiert, die eigene Kontraktionsfähigkeit hat nachgelassen.

Um die fehlende Kompression und damit die Stabilität wieder herzustellen, bildet der Körper an den betroffenen Stellen selbst zusätzliches Bindegewebe aus. Dieses geht nicht mehr wieder zurück, das heißt, das Bein bleibt von nun an dicker.

Behandlung von angelaufenen Beinen beim Pferd

Wie angelaufene Beine behandelt werden sollten, hängt von der jeweiligen Ursache ab. In manchen Fällen reicht es bereits aus, die Haltungsform des Pferdes zu verändern, die Futterration umzustellen oder die Flüssigkeitsaufnahme zu kontrollieren. Sollte es sich um einen Infekt (Phlegmone) handeln, sollte der Tierarzt hinzugezogen werden.

Möchte man das Pferd darüber hinaus unterstützen, kann das in Form einer manuellen Lymphdrainage erfolgen. Um dabei die Gefäße nicht zu zerstören, sollte diese vom Tierarzt oder einem Physiotherapeuten vorgenommen werden. Er entstaut mit einer speziellen, sanften Massagetechnik die Gefäße sowie das Unterhaut-Bindegewebe und bringt so den Lymphfluss wieder in Gang. Anschließend empfiehlt es sich, das Bein über einen gewissen Zeitraum mit speziell dafür angepassten Kompressionsstrümpfen oder mithilfe eines vom Tierarzt angelegten Säulenverbands zu versehen.

Das Pferd sollte auch die Möglichkeit haben, sich ausreichend bewegen zu können. So kann die angestaute Lymphe optimal abfließen. Als kleinen Tipp empfehlen wir, die Haut an der über längeren Zeitraum angeschwollenen Stelle besonders behutsam und pfleglich zu behandeln. Derartige Stellen werden schlechter durchblutet, sind anfälliger für Verletzungen und damit auch für Infektionen. Entstandene Wunden heilen hier schwerer ab und bleiben somit lange Zeit Eintrittspforte für Erreger.

angelaufene-beine-beim-pferd-was-tun?

ACHTUNG: Es ist nicht ratsam, Pferde mit angelaufenen Beinen über einen längeren Zeitraum zu bandagieren. Dadurch werden die Gefäße - besonders im Bereich des Fesselkopfs - stark zusammengepresst und somit der Lymphabfluss behindert. Zudem werden die Beine meist nicht bis hinunter zum Huf bandagiert; das kann zu unerwünschten zusätzlichen Schwellungen zwischen Huf und Bandage führen.

MASTERHORSE Expertentipp

Um den Stoffwechsel und damit auch das Lymphgefäßsystem im Schwung zu halten, sollte das Pferd sich ausreichend bewegen. Die Tätigkeit der Nieren und somit auch die Lymphdrainage kann man über die Fütterung positiv beeinflussen. In unserem Sortiment gibt es gezielt dafür das EQUIPUR - renal. Es enthält spezielle Kräuter wie Weißdorn, Birke, Arnika und Brennnessel in einer optimal abgestimmten Zusammensetzung. Die Nieren- und damit die Entgiftungsfunktion werden so bestmöglich unterstützt. Die Herz- und Kreislauftätigkeit wird angeregt und damit auch die Lymphdrainage verbessert. Diese in Pulverform vorliegende Rezeptur eignet sich optimal bei Pferden mit angelaufenen Beinen.

MASTERHORSE HAEMOCLEAR regt den gesamten Nieren-Stoffwechsel und auch die Wasserausscheidung an. Die reine Kräutermischung enthält Brennnessel, Heidekraut, Birkenblätter, Löwenzahnkraut, Ackerschachtelhalm, Wachholderbeeren und Walnuss.

Als Mineralfutter für Pferde mit empfindlichem Stoffwechsel empfehlen wir das MASTERHORSE BASIS-METABOL. Die enthaltenen probiotischen Lebendhefen, einige ausgewählte Kräuter und das der Rezeptur hinzugefügte Lecithin stärken Leber und Nieren, fördern die Stoffwechselvorgänge auf effektive Weise und unterstützten die Verdauung.

Fütterungstipps

  • EQUIPUR-renal

    • hochwertige Vitalstoffe fördern die Nierenfunktion
    • hilft wirkungsvoll bei der Entgiftung des Organismus

    ab 33,90 €*
  • MASTERHORSE HAEMOCLEAR

    • bewährte Kräuter zur Stärkung der Nierenfunktion
    • unterstützt die Entwässerung

    21,55 €* ­23,95 €*
  • MASTERHORSE BASIS-METABOL

    • besonders geeignet für Pferde mit einem empfindlichen Stoffwechsel
    • liefert Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und weitere Vitalstoffe
    • ohne Getreide und Melasse

    ab 41,95 €* 13,98 € * / 1 kg