Gallen beim Pferd

18.06.2017

Galle beim Pferd - ExpertentippIm Laufe seines Lebens sammelt nahezu jedes Pferd einige kleine Schönheitsfehler – darunter fallen unter anderem auch Gallen. Im Normalfall sind es lediglich kleine „Beulen“ an den Beinen, die zumeist harmlos sind, keine Schmerzen verursachen und sich oft nicht wieder vollständig zurückbilden. Es gibt aber auch Fälle, in denen Gallen Begleiterscheinungen ernstzunehmender gesundheitlicher Probleme sind. Deshalb sollte man jede neue Schwellung zunächst näher betrachten, um angemessen zu handeln, bevor sich mögliche Krankheiten ausbreiten können.

Woher weiß man, wann Gallen harmlos und wann bedenklich sind, bzw. was ist zu tun, wenn es sich doch nicht nur um einen „Schönheitsfehler“ handelt? Unsere Experten geben Antworten auf eben diese Fragen:

Was sind Gallen und welche Formen gibt es?

Bei einer Galle beim Pferd, auch Hydrops oder Hygrom genannt, handelt es sich um eine vermehrte Ansammlung an Gelenkflüssigkeit (Synovia), die zu den typischen Ausbuchtungen an den Pferdebeinen führt. Davon können sowohl Gelenke als auch Sehnenscheiden oder Schleimbeutel betroffen sein. Größe und Konsistenz der Gallen können variieren – wobei größer nicht unbedingt gravierender und kleiner nicht unbedingt unbedenklicher bedeuten muss. Je nach Lage haben sich für häufig auftretende Gallen einschlägige Namen eingebürgert:

  • Piephacke: Anschwellung des Hautschleimbeutels am Fersenbein
  • Kreuzgalle: Anschwellung des Sprunggelenks
  • Stollbeule: Anschwellung des Hautschleimbeutels am Ellenbogenhöcker
  • Eiergalle: Schwellung am Sprunggelenk seitlich neben dem Fersenbeinhöcker
  • Genickbeule: Anschwellung des Schleimbeutels zwischen Nackenband und Atlas
  • Knieschwamm: Anschwellung des Hautschleimbeutels vorn an der Vorderfußwurzel
  • Kurbengalle: Vorwölbungen seitlich am Sprunggelenk

Ursachen für Gallen beim Pferd

Eine Galle ist – unabhängig von der Lage – in vielen Fällen ausschließlich ein „kosmetisches“ Problem, mit dem ein Pferd uneingeschränkt leben und sich wie gewohnt bewegen kann. Sie entsteht beispielsweise, wenn das Pferd über einen längeren Zeitraum in einer zu wenig eingestreuten Box liegen muss.

Zu lange Hufeisen oder permanente Stollen können beim Liegen ebenso Hygrome verursachen wie eine falsch verschnallte Zäumung über längeren Zeitraum. Vielleicht hat sich das Pferd auch beim Springtraining angeschlagen, hat sich vertreten oder auch mal einen Schlag auf der Koppel abbekommen. Meist ist nicht einmal eine Lahmheit zu sehen. Manchmal ist eine derartige Schwellung aber auch ein Anzeichen dafür, dass etwas im oder am Pferdekörper nicht in Ordnung ist. Denn alles, was das Gelenk, die Sehnen und die Sehnenscheiden per se strapaziert, kann auch Gallen hervorrufen. Dazu gehören beispielsweise ein zu frühes Anreiten junger Pferde, langes Training auf zu hartem oder zu weichem Boden oder unzureichendes Warmreiten. Auch Fehlstellungen der Hufe, Kapselrisse oder die berühmten Chips (Knochen- und Knorpelabsplitterungen) können Gallen zur Folge haben.

Zerrungen oder Quetschungen beispielsweise können die Gelenkkapsel beschädigen, so dass die Gelenkflüssigkeit frei wird. Durch offene Verletzungen am Gelenk tritt Synovia aus. Für Bakterien ist es nun ein Leichtes, einen Weg in das Gelenk zu finden. Sie können Schäden an der Gelenkkapsel verursachen. Daher muss in jedem Fall zunächst der Entstehungsgrund der Galle geklärt werden. Daraus ergibt sich dann, ob und wenn ja wie das Pferd behandelt werden muss.

 

 INFO TO GO - Gallen beim Pferd  
  • In den meisten Fällen stellen Gallen nur aus ästhetischer Sicht ein Problem dar. Sie sind in der Regel eine unbedenkliche vermehrte Ansammlung an Gelenkflüssigkeit. Stecken allerdings doch gesundheitliche Schwierigkeiten dahinter, ist ein zügiges Handeln gefragt.
  • Wichtig ist, sofort zu erkennen, ob die Galle harmlos oder doch eher bedenklich ist. Letzteres bedeutet, so schnell es geht die genaue Ursache der Entstehung einer Galle herauszufinden. Nur so kann rasch mit einer effektiven Behandlung begonnen und somit Langzeitschäden vermieden werden.
  • Schwefel, Omega-3-Fettsäuren, Kieselgur, Chondroitinsulfat, Glucosamin und Hyaluronsäure sind Komponenten, die – über das Futter verabreicht – die Gelenke, den Knorpel das Bindegewebe sowie die Gelenkschmiere optimal unterstützen und so einer möglichen Entstehung von Gallen entgegenwirken.
 


Die Behandlung und Prognose von Gallen

Bereitet das Hygrom keine Schmerzen und stört den Bewegungsablauf des Pferdes nicht, ist keine besondere Behandlung erforderlich. Durch Punktieren in Kombination mit entzündungshemmenden Injektionen und / oder Einreibungen sowie Kühlen in der akuten Phase kann man Gallen manchmal sogar vollständig ganz beseitigen. Um zu vermeiden, dass sich die Gallen etablieren und sich damit das Bindegewebe erweitert, ggf. verdickt bleibt, sollte bereits beim ersten Auftreten von Gallen entgegengewirkt werden.

Beeinträchtigt eine Galle die Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes, muss zunächst einmal die Ursache des Problems gefunden werden. Dazu stehen Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen zur Verfügung. Beim Röntgen können eventuelle Veränderungen an Knochen und Knorpeln festgestellt werden. Ultraschallaufnahmen können Aufschluss über die Größe der Veränderung oder Erkrankungen an Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln geben. Erst wenn eine eindeutige Diagnose gestellt wurde, kann mit einer effektiven Behandlung begonnen werden.

Behandlung und Prognose von Gallen beim Pferd

Bei bakteriellen Infektionen setzt man u.a. entzündungshemmende Medikamente und Antibiotika ein. Bei akuten, keimfreien Entzündungen spritzt der Tierarzt Medikamente, die die Entzündung hemmen. Bleiben die Ausbuchtungen trotzdem weiterhin bestehen, kann die Flüssigkeit abgesaugt und Langzeitkortison injiziert werden, um eine Verbesserung zu erzielen. Eitrige Gallen sind in manchen Fällen sogar operativ zu entfernen. Störende Chips können – je nach Lage und Größe der Teilchen – chirurgisch behandelt werden.

MASTERHORSE Expertentipp – Gallen effektiv vorbeugen

Wir können beim Reiten schon Einiges beachten, um das Auftreten von Hygromen zu vermeiden: Adäquate Bewegung, gelenk- und sehnenschonendes Reiten auf weder zu hartem noch zu tiefem Boden sowie ausreichend lange Aufwärmphasen verhindern beispielsweise, dass der Bewegungsapparat des Pferdes übermäßig belastet wird.

Dazu sollten Trensen und Halfter in regelmäßigen Abständen ebenso kontrolliert werden wie die Gamaschen. „Schläger“ sollten aus der Koppelgruppe entfernt werden. Mit den richtigen Wirkstoffen im Futter können wir Sehnen und Gelenke unterstützen und damit ebenfalls die Bildung von Gallen vermeiden. Hochdosiertes Chondroitinsulfat, Glucosamin und Hyaluronsäure – wie im MASTERHORSE REPAR G enthalten – erhöhen wirkungsvoll die Elastizität des Gelenkknorpels beim Pferd und sorgen so für belastbare und kräftige Gelenkstrukturen sowie ein stabiles Bindegewebe.

Das MASTERHORSE MSM unterstützt mit dem enthaltenen Schwefel den Aufbau des Bindegewebes und der Gelenkschmiere. Omega-3-Fettsäuren und Kieselgur fördern die Elastizität und Stabilität des Bindegewebes, Mangan und Eisen den Kollagenaufbau. Diese Inhaltsstoffe sind in ausgewogener Mischung im MASTERHORSE REPAR G enthalten.

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